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Reaktion auf russische Scheinangriffe: Nato stellt Nuklearstrategie auf den Prüfstand

TU-22M-Flieger (Archivbild): Scheinangriffe an der Nato-Grenze Zur Großansicht
REUTERS

TU-22M-Flieger (Archivbild): Scheinangriffe an der Nato-Grenze

Russische Militärjets fliegen nach SPIEGEL-Informationen immer mehr provokante Manöver über dem Baltikum. Laut einem Zeitungsbericht wollen die Verteidigungsminister der Nato-Staaten deshalb nun beraten, ob sie ihre Nuklearstrategie anpassen.

Hamburg - Die Nato-Verteidigungsminister wollen sich in Kürze mit Russlands nuklearen Drohgebärden beschäftigen. Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS") treffen die Minister am 5. Februar im Brüsseler Hauptquartier der Allianz zunächst als Nukleare Planungsgruppe zusammen.

Die Gruppe umfasst alle Mitgliedstaaten außer Frankreich, sie hat keine Entscheidungsgewalt, kann aber Empfehlungen zur Rolle von Kernwaffen in der Abschreckungs- und Verteidigungspolitik der Nato geben.

Anders als in früheren Jahren, als die Ministersitzung der Nuklearen Planungsgruppe schon einmal ausfiel, werde es diesmal keine Routineveranstaltung sein, heißt es in dem Bericht. Den Ministern werde eine Analyse der Bedrohungsmuster vorgestellt, die in den vergangenen Wochen im Hauptquartier erarbeitet worden sei.

Anlass der Sitzung sind Sorgen insbesondere der Nord- und Ostseeanrainer. Gerade im Baltikum gab es in jüngster Zeit mehrfach provokante Manöver der russischen Luftwaffe. Russische Kampfjets flogen nach SPIEGEL-Informationen besonders häufig sogenannte Scheinangriffe. Sie rasten mit hoher Geschwindigkeit auf die Nato-Grenze zu, drehten erst in letzter Minute ab oder verletzten gar für kurze Zeit den Nato-Luftraum. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Nato-General will Rotes Telefon wieder einführen

Geflogen worden seien die Manöver unter anderem mit Überschallflugzeugen des Typs TU-22M, Nato-Codename "Backfire", und mit Turboprop-Maschinen vom Typ TU-95H, "Bear", berichtet die "FAS". Beide Typen können in ihrer Ladebucht nuklear bestückte Marschflugkörper transportieren.

Dem Bericht zufolge werden die Nato-Staaten Anfang Februar erstmals darüber beraten, welche Konsequenzen die Scheinangriffe für die nukleare Strategie des Bündnisses haben. Mit Frankreich sei im Anschluss ebenfalls eine Beratung vorgesehen.

Ein weiteres Thema der Nuklearen Planungsgruppe werden russische Tests mit einem neuen nuklear bestückbaren Marschflugkörper sein; er verstößt nach amerikanischer Darstellung gegen den sogenannten INF-Abrüstungsvertrag, der die Vernichtung bestimmter Flugkörper regelt, die Atomwaffen transportieren können.

Insgesamt stiegen im vergangenen Jahr 150-mal Jagdflugzeuge der Nato im Baltikum auf, um russische Militärjets abzufangen, viermal so oft wie im Vorjahr. Damit solche Situationen militärisch nicht eskalieren, sprach sich der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, General Philip Breedlove, nach SPIEGEL-Informationen für die Wiedereinrichtung eines Roten Telefons mit dem russischen Generalstab in Moskau aus.

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Mehr zum neuen Erscheinungstag des SPIEGEL lesen Sie hier.

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1. Diese Deppen....
jagunceiro 25.01.2015
sollten sich mal in Zeiten des Kalten Krieges einlesen, diesen verstehen, bevor zahnlose Volldeppen wieder was lostreten. Paar russische Flugzeuge in der Luft erfordern keine manipulierte kollektive Flatulenz. Vielleicht hilft ein kräftgie Tritt in den feisten Bezahl-Hintern.
2. quot licet jovi non licet bovi
neinsagen 25.01.2015
seit 40 Jahren machen das die Ami´s und Kanadier im dem Luftraum an der russischen Ostgrenze. Im Rahmen der Übungsflüge der US-Luftwaffe wird die russiche Grenze regelmässig verletzt. In letzter Minute drehen Sie dann ab wenn die Abfangjäger Russlands aufsteigen. Es ist einfach nur provozieren. Und die Ami´s glauben die besseren Flugzeuge zu haben und Fersengeld geben zu können. Hört endlich auf Krieg zu spielen und macht etwas was Ihr bisher nie gemacht habt. FRIEDEN,ABRÜSTUNG,Ackerbau und Viehzucht.
3. quot licet jovi non licet bovi
neinsagen 25.01.2015
seit 40 Jahren machen das die Ami´s und Kanadier im dem Luftraum an der russischen Ostgrenze. Im Rahmen der Übungsflüge der US-Luftwaffe wird die russiche Grenze regelmässig verletzt. In letzter Minute drehen Sie dann ab wenn die Abfangjäger Russlands aufsteigen. Es ist einfach nur provozieren. Und die Ami´s glauben die besseren Flugzeuge zu haben und Fersengeld geben zu können. Hört endlich auf Krieg zu spielen und macht etwas was Ihr bisher nie gemacht habt. FRIEDEN,ABRÜSTUNG,Ackerbau und Viehzucht.
4. Es reicht
missbrauchtewähler 25.01.2015
ich möchte mir nicht von diesen Geisteskranken den A.. verbrennen lassen. Wenn diese militärischen Schwachmaten unbedingt Selbstmord verüben wollen, können sie das gerne tun - aber bitte in Ruhe und unter ihresgleichen. Sie sollten aber den Rest der Menschheit in Ruhe und Frieden leben lassen. Es wird Zeit, wieder aufzustehen...
5. Nicht schon wieder...
simplythebeast 25.01.2015
Russland nervt. Ohne Not brechen die einen Konflikt vom Zaun, der Menschenleben und Arbeitsplätze kostet, sowie die Menschen gegeneinander aufbringt. Die Aufbruchstimmung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geht auch langsam dahin. Warum eigentlich? Weil Putin innenpolitisch Punkten muss? Das ist doch grotesk!
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