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Austausch im Spannungsfall: Nato richtet direkten Draht zum russischen Militär ein

Russischer Langstreckenbomber in internationalem Luftraum: Schnelle Reaktion Zur Großansicht
AP

Russischer Langstreckenbomber in internationalem Luftraum: Schnelle Reaktion

Ein Rotes Telefon für Europa: Die Nato und das russische Militär haben eine permanente Kommunikationsverbindung eingerichtet. Sie soll vor allem in Krisenfällen einen schnellen Austausch ermöglichen.

Die Nato verfügt erstmals seit Ende des Kalten Krieges wieder über einen direkten Draht zum russischen Militär. "Die Nato und die russischen Militärbehörden unterhalten Kommunikationsverbindungen. Sowohl der Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses haben die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen", teilte die Nato laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS") auf Anfrage mit.

Die Kommunikationskanäle seien jederzeit offen und würden regelmäßig getestet, hieß es weiter. Die Nato machte keine Angaben dazu, wann das System aktiviert wurde. Laut FAS wurden der russischen Seite Ende April die Kontaktnummern übermittelt. Der Vorgang sei als "geheim" eingestuft worden.

Er geht zurück auf eine Initiative von Frank-Walter Steinmeier. Der deutsche Außenminister hatte im Dezember angeregt, angesichts der Spannungen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise wieder eine regelmäßige Verbindung für Krisenfälle einzurichten. Hintergrund waren unter anderem vermehrte russische Flüge mit Langstreckenbombern, die nuklear bewaffnet werden können.

Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten hatten nach der Kuba-Krise von 1962 eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen ihren Militärs freigeschaltet. Sie wurde landläufig als "Rotes Telefon" bezeichnet.

ric

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
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1. Na wenigstens ein Rest von Vernunft!
1810234 03.05.2015
Angesichts von Präsidenten wie Bush oder Obama könnte man als nächsten schritt vielleicht in Berlin überlegen, ob Putin wirklich schlimmer ist oder einfach nur etwas schwächer, mangels Wirtschaftskraft.
2. Die Errichtung dieser Leitung...
Ureinwohner2.0 03.05.2015
ist eine sehr gute Idee angesichts der Lage: Fünf vor Zwölf im Angesicht mit einem Atomkrieg zwischen dem militärischen Westbündnis und der russischen Armee. Spät kommt diese Einsicht, aber NICHT ZU SPÄT. In einem Krieg gäbe es keine Sieger - dazu wäre die Vernichtung zu allumfassend. Und BEIDE LAGER sind militärtechnisch fähig - das sollten wir nie vergessen.
3. Ein sehr guter und wichtiger Schritt, ...
panorax 03.05.2015
... wenn dieses rote Telefon am Kreml vorbei funktioniert, der das eigene ja wohl erst letztes Jahr auf AB umgeschaltet hat. Ansonsten wäre es wertlos.
4. Eine vorbehaltlos zu begrüssende Maßnahme!
huddi03 03.05.2015
Angesichts der aggressiven Putinschen Außenpolitik inklusive seiner unverhohlenen Expansionsdrohungen (er könne in zwei Tagen in Vilnius sein, oder wars Warschau?) ist alles zu begrüssen was der Sicherheit in Europa dient!
5. Merkwürdig
Homer2801 03.05.2015
"Laut FAS wurden der russischen Seite Ende April die Kontaktnummern übermittelt. Der Vorgang sei als "geheim" eingestuft worden." ...und dann wird das hier veröffentlicht?
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