Russlands Luftschläge in Syrien Nato warnt vor weiteren Bombardements auf Rebellen

Deutliche Worte der Nato an Wladimir Putin: Das Militärbündnis hat die Verletzung des türkischen Luftraums scharf verurteilt. Russland solle sich auf den IS konzentrieren. Man werde das Geschehen "sehr genau beobachten", drohte die Nato.

Russischer Kampfjet in Syrien (Archivbild): Angriffe auf Opposition einstellen
AP /Alexander Kots /Komsomolskaya Pravda

Russischer Kampfjet in Syrien (Archivbild): Angriffe auf Opposition einstellen


Die Nato hat die Verletzung des türkischen Luftraums durch einen russischen Kampfjet scharf verurteilt. Das unverantwortliche Verhalten Russlands sei extrem gefährlich, hieß es in einer Erklärung des Militärbündnisses.

Ein russisches Kampfflugzeug war am Samstag in den türkischen Luftraum eingedrungen und zum Umkehren gezwungen worden. Russland bestätigte den Vorfall am Montag und räumte Fehler ein.

Die russischen Militäraktionen hätten durch das Eindringen in den türkischen Luftraum ein neues Level erreicht, heißt es in der Erklärung der Allianz. Russland solle den Vorfall umgehend erklären und erneute Luftraumverletzungen unterlassen. "Wir werden die Entwicklungen an der südöstlichen Grenze der Nato sehr genau verfolgen", heißt es weiter.

Kritik übte die Nato in ihrem Statement auch an den Luftangriffen in Syrien. "Die Alliierten fordern Russland auf, unverzüglich seine Angriffe auf die syrische Opposition und Zivilisten einzustellen und sich stattdessen auf den IS zu konzentrieren." Zudem solle Moskau eine Lösung des Konflikts durch einen politischen Wechsel unterstützen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte laut Agentur Interfax am Montagabend mit, der Jet sei "nur wenige Sekunden" in den türkischen Luftraum eingedrungen. Außerdem habe die Luftwaffe Stellungen des "Islamischen Staats" (IS) angegriffen und drei Raketensysteme zerstört.

Während die Türkei die syrischen Rebellen unterstützt, ist der russische Präsident Wladimir Putin ein enger Verbündeter von Machthaber Baschar al-Assad. Moskau fliegt seit Mittwoch zur Unterstützung Assads Luftangriffe auf Stellungen IS, aber auch gegen die Al-Nusra-Front und andere Rebellen.

Auch eine westlich-arabische Militärallianz unter Führung der USA fliegt seit einem Jahr Angriffe gegen den IS. Es wird befürchtet, dass es ohne eine genaue Koordination der Einsätze zu Konflikten mit den russischen Kampfflugzeugen kommt.

brk

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