Libyen-Bericht der Nato "Das weltweit größte ungesicherte Arsenal von Waffen"

Die Lage in Libyen ist düster. Zwei Jahre nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi steht das Land vor dem Zerfall. Zu diesem Schluss kommt nach SPIEGEL-Informationen eine Nato-Delegation, die Ende Juni die Region bereiste. Sorgen bereiten vor allem die vielen ungesicherten Waffen.

Straßenszene in Tripolis (Juni 2013) nach Zusammenstößen von Milizen
REUTERS

Straßenszene in Tripolis (Juni 2013) nach Zusammenstößen von Milizen

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"Alle Parteien in Libyen, national oder international, sind übereinstimmend der Ansicht, dass die derzeitige Lage des Landes fragil und unhaltbar ist", heißt es in dem vertraulichen Bericht der Delegation, der dem SPIEGEL vorliegt. "Armee und Polizei sind derzeit nicht in der Lage, die Sicherheit für das Land zu garantieren", so die Abgesandten aus dem Brüsseler Hauptquartier.

In Libyen befinde sich "das weltweit größte ungesicherte Arsenal von Waffen", darunter Minen, Munition sowie tragbare Flugabwehrsysteme. "Die Unfähigkeit der libyschen Behörden, die Kontrolle über sein Staatsgebiet herzustellen, hat es kriminellen und anderen bewaffneten Gruppen einschließlich transnationalen Dschihadisten-Netzwerken erlaubt, Libyen als Basis oder Transit für militärische Aktivitäten zu nutzen", heißt es weiter.

Der libysche Außenminister Abdul Ati al-Obeidi wird mit den Worten zitiert, wenn die internationale Gemeinschaft nicht einschreite, drohe Libyen zu einem "gescheiterten Staat" ("failed state") zu werden.

Die Regierung in Tripolis hat die Nato gebeten, den Aufbau einer bis zu 35.000 Mann umfassenden Nationalgarde zu unterstützen. Doch die Militärexperten aus Brüssel äußern Zweifel an dem Konzept. Sie bemängeln, dass die neue Truppe direkt dem libyschen Premierminister unterstehen soll.

Zudem müssten auf jeden Fall die regierungskritischen Revolutionsgarden mit einbezogen werden, "sie zu ignorieren, ist vollkommen unrealistisch". Überhaupt mangele es den Regierungsstellen grundsätzlich an der "Fähigkeit, Rat aufzunehmen und umzusetzen".

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insgesamt 57 Beiträge
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akh2010 07.07.2013
1. schaut genau hin!
ein weiterer beweis dafür dass diese sog. "revolutionen" gar keine sind. irak zum beispiel.. seit wievielen jahren hersschen dort immer noch angst und schrecken... schaut auf ägypten.. die kriegen es bis jetzt immer noch nicht hin und wissen nicht was sie wollen. jetzt lybien... alle diese völker wünschen sich ihre alten machthaber zurück weil es unter Ihnen keine probleme gab.. schaut was aus syrien geworden ist. der westen soll endlich aufwachen und die unterstützung der teroristen in syrien stoppen!!! wenn assad fällt sind die islamisten da und das land endet wie alle anderen...
peterregen 07.07.2013
2.
Zitat von sysopREUTERSDie Lage in Libyen ist düster. Zwei Jahre nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi steht das Land vor dem Zerfall. Zu diesem Schluss kommt nach SPIEGEL-Informationen eine Nato-Delegation, die Ende Juni die Region bereiste. Sorgen bereiten vor allem die vielen ungesicherten Waffen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nato-warnt-vor-anarchie-in-libyen-a-909862.html
Hat man ja vorher nicht wissen können. Viel Spaß mit Ägypten und Syrien!
Bernhard.R 07.07.2013
3. Na toll !
Da hat die Nato mit ihrer aggressiven Einmischungspolitik ja richtig was gekonnt. Nun schnell dasselbe in Syrien, damit die Osama-Nachfolger es nicht so weit haben bis zu den nächsten Waffenarsenalen.
reever_de 07.07.2013
4. Egal!
Hauptsache der böse Diktator ist weg, dem Volk geht es bald besser und das Land ist auf dem Weg zur besten Gesellschaftsform der Welt, der Demoktatie nach westlichem Vorbild.
omarius 07.07.2013
5. welch eine überraschung
ja ja die bösen Menschen die sich aus Lybien raushalten wollten.... wie einem das geschehen im nachhinein Recht gibt...
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