Angriff auf Journalisten in Naumburg "Dahinter steckt kein politisches Motiv"

Einer stach mit einem Messer zu, ein anderer zeigt den Hitlergruß: In Sachsen-Anhalt haben Jugendliche einen Journalisten attackiert. Das Opfer selbst sagt: Mit seinem Beruf habe das nichts zu tun.

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Am Montag berichtete das "Naumburger Tageblatt" ("NT") von einem Messerangriff auf einen Journalisten. Demnach sei der Reporter, der selbst für das "NT" tätig ist, von drei rechtsextremen Jugendlichen attackiert worden. Mehrere Medien griffen die Nachricht auf. Das Opfer selbst versteht die Aufregung nicht ganz.

"Das waren einfach ein paar Jugendliche, die auf Krawall aus waren. Dahinter steckt kein politisches Motiv", sagte Klaus-Peter Krümmling nun dem SPIEGEL. Dass er journalistisch tätig sei, wüssten nur "Insider". Schließlich schreibe er nur ab und zu mal über Fußball.

Der Angriff auf Krümmling hat sich bereits am vergangenen Freitag zugetragen. Der 59-Jährige habe laut "NT" nach seinem Einkauf in einem Supermarkt ins Auto steigen wollen. Plötzlich hätten drei Jugendliche vor ihm gestanden. Die jungen Männer hätten das Auto bespuckt und den Stinkefinger gezeigt. Als Krümmling die Jugendlichen habe zur Rede stellen wollen, sei er angegriffen worden. Einer der Angreifer habe ihn dabei im Bauch verletzt, ein zweiter habe den Hitlergruß gezeigt.

Krümmling habe nach eigenen Aussagen zunächst nur einen Schlag gespürt, erst später habe er das Blut bemerkt. Er gehe nicht davon aus, dass der Täter mit einem Messer zugestochen habe. Er sprach von einem spitzen Gegenstand, "vielleicht ein Schraubenzieher".

Krümmling befindet sich derzeit im Krankenhaus. Die Bauchverletzung sei etwa sechs Zentimeter tief. Organe seien jedoch nicht verletzt worden.

Die Polizei ermittelt in "alle Richtung". Bisher gibt es keine Spur auf die Täter. Man gehe jedoch nicht davon aus, dass Krümmling wegen seines journalistischen Berufs ins Visier der Jugendlichen geraten sei. "Wir vermuten, dass das ein Zufall war", sagte ein Polizist.



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