Navy-Seals-Helikopter: Pakistan soll China Zugang zu US-Militärtechnik verschafft haben

Für das Pentagon ist es ein extrem ärgerlicher Vorgang: Pakistan soll China erlaubt haben, geheime US-Militärtechnik zu inspizieren. Zeitungsberichten zufolge durften Geheimdienstexperten aus der Volksrepublik den Hubschrauber untersuchen, den die Navy Seals nach der Tötung Bin Ladens zurückließen.

Zerstörter US-Hubschrauber in Abbottabad: Inspektion durch chinesische Experten Zur Großansicht
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Zerstörter US-Hubschrauber in Abbottabad: Inspektion durch chinesische Experten

Washington - Chinesische Armeeexperten und Geheimdienstler haben in Pakistan offenbar Zugang zu geheimer US-Militärtechnik erhalten. Laut "Financial Times" und "New York Times" konnten sie den Hubschrauber inspizieren, den die US-Truppen bei der Tötung von Qaida-Chef Osama bin Laden beschädigt zurücklassen mussten.

Das Vorgehen ist ein heftiger Affront gegen die USA: Die Regierung in Washington hatte Pakistan explizit gebeten, China keinen Zugang zu geheimer US-Militärtechnik zu verschaffen.

"Den USA liegen Informationen vor, dass Pakistan, und dort der Geheimdienst ISI, chinesischen Militärangehörigen Zugang zu dem Hubschrauber in Abbottabad gewährt hat", heißt es auf der Internetseite der "Financial Times" unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

Auf Einladung pakistanischer Geheimdienstvertreter hätten Experten aus Peking Fotos von dem abgetrennten Heck des Hubschraubers machen dürfen, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Insider. Demnach war der Helikopter mit einer speziellen Geheimtechnik ausgerüstet, um nicht vom Radar erfasst werden zu können.

Es soll sich bei dem Hubschrauber offenbar um einen Stealth-Blackhawk-Helikopter handeln. Die Stealth-Technologie macht Maschinen auf Radarschirmen beinahe unsichtbar und wird schon lange erfolgreich bei Kampfflugzeugen eingesetzt. Bei Hubschraubern geht es vor allem um die Lautstärke. Seit Jahrzehnten pumpte das US-Militär Geld in die Erforschung eines "Flüstermodus" für Helikopter, der auch Überraschungsangriffe möglich machen soll. Offiziell sind die Versuche gescheitert. Trotzdem hielten sich hartnäckig Gerüchte über entsprechende Maschinen. Möglicherweise sind sie nicht aus der Luft gegriffen: Form und Material des hinteren Rotors der Maschine seien so bisher unbekannt, hieß es nach der Tötung Bin Ladens von Experten über den Hubschrauber. "Das ist das erste Mal, dass wir einen Stealth-Hubschrauber im Einsatz gesehen haben", sagte Luftfahrtexperte Bill Sweetman dem US-Sender ABC.

Spannungen zwischen Islamabad und Washington

Eine offizielle Bestätigung für den Vorgang über die chinesischen Inspektionen gibt es bislang nicht. US-Vertreter sagten der "New York Times", es gebe zwar keine "endgültigen Beweise" für den Besuch der Chinesen in Abbottabad. Geheimdienstmitarbeiter seien sich aber "sicher", dass die Chinesen den Helikopter fotografieren und sogar Teile des Wracks mitnehmen duften. Die Vorwürfe stützen sich demnach auf abgehörte Gespräche, in denen Pakistaner darüber sprechen, die Chinesen auf die Absturzstelle einzuladen.

Aus Islamabad und Peking kommen Dementis: Der pakistanische Geheimdienst ISI wies die Angaben der Zeitungsberichte zurück. Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe "große Zweifel" an der Geschichte. "So etwas würde nie passen", sagte er. Außenamtssprecherin Jiang Yu hatte Berichte über eine angebliche Bitte aus Peking, das Wrack sehen zu dürfen, schon im Mai als "lächerlich" bezeichnet.

Sollten die Berichte über die chinesischen Inspektionen mit pakistanischer Erlaubnis stimmen, würde dies die Spannungen im Verhältnis der USA zur Regierung in Islamabad weiter verschärfen. Qaida Chef Bin Laden war Anfang Mai von einer US-Spezialeinheit in Abbottabad getötet worden. Der Einsatz hatte aufgedeckt, dass Bin Laden schon lange unbehelligt in Pakistan lebte. Die Regierung in Islamabad zeigte sich wiederum verärgert, dass die USA ihre Behörden nicht vorab über die Aktion informiert hatten.

Nach Bin Ladens Tötung war bekannt geworden, dass die Soldaten der Navy Seals einen der Helikopter, mit denen sie auf dem Anwesen in Abbottabad gelandet waren, wegen technischer Probleme zurücklassen mussten. Sie hätten zwar noch versucht, den beschädigten Helikopter zu zerstören, das Heck sei aber weitgehend intakt geblieben.

anr/AFP/Reuters

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insgesamt 148 Beiträge
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1. Und?
DergerechteZorn 15.08.2011
Huuiiii, das wird China aber jetzt vom technologischen Mittelalter direkt in die Neuzeit katapultieren. Nicht mehr lange und die Chinesen bauen auch Militärhubschrauber. Wenn wir nicht aufpassen fliegen sie noch ins All..... ;-)
2. nun...
sir.viver 15.08.2011
Wer Pakistan als Verbuendeten hat, braucht keine Feinde mehr. Es war wohl leichtsinnig, den Hubschrauber in PAK zurueck zu lassen. Aber evtl. war die Bewachung des Hubschraubers durch US-Kraefte nicht moeglich, wer weiss.
3. sdafsaf
Ghanima22 15.08.2011
Zitat von sysopFür das Pentagon ist es ein extrem ärgerlicher Vorgang:*Pakistan soll China erlaubt haben, geheime US-Militärtechnik zu inspizieren. Zeitungsberichten zufolge durften Geheimdienstexperten aus der Volksrepublik*den Hubschrauber untersuchen, den die Navy Seals nach der Tötung Bin Ladens zurückließen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,780204,00.html
Ach guck, da ist wieder ein Reissack umgefallen.
4. Weltmächte
Rübezahl 15.08.2011
Pakistan richtet sein Fähnchen nach dem Wind. Weltmacht USA ,dass war einmal. Jetzt ist China angesagt, dass hat man in Pakistan schnell begriffen!
5. kalter Kaffee
rudimentaer 15.08.2011
Diese Meldung ist doch schon 3 Monate alt... http://slatest.slate.com/posts/2011/05/11/secret_blackhawk_helicopter_pakistan_hints_it_may_let_china_look.html
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Tarntechniken: Unsichtbares Militärgerät

Fakten über Pakistan
Staatsgründung
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Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .
Kaschmir-Konflikt
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Seit der Staatsgründung führte Pakistan zwei große Kriege mit dem Nachbarn Indien um die Grenzregion Kaschmir , 1947/48 und 1965. Der Fürstenstaat Kaschmir hatte sich zunächst zu Indien zugehörig erklärt. Der islamische Staat Pakistan beanspruchte das überwiegend von Muslimen bewohnte Kaschmir jedoch für sich und gewann die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil der Region. Doch auch Indien betrachtete Kaschmir als sein Territorium. Die von der Uno 1948 vorgeschlagene und vom indischen Premierminister versprochene Volksabstimmung, in der die kaschmirische Bevölkerung selbst über ihre Zukunft entscheiden sollte, wurde nie durchgeführt.

Seit den achtziger Jahren kämpfen im indischen Teil Kaschmirs muslimische Rebellen für die Unabhängigkeit der Region oder einen Anschluss an Pakistan. 1999 kam es wieder zu größeren militärischen Auseinandersetzungen mit mehreren hundert Toten, und 2001 standen die Atommächte Indien und Pakistan erneut am Rande eines Krieges. 2004 wurde ein Friedensprozess zwischen Neu-Delhi und Islamabad eingeleitet.

Der pakistanische Geheimdienst ISI steht im Verdacht, Kontakte zu islamistischen Terroristen zu pflegen. Indien wirft Pakistan die Unterstützung muslimischer Terroristen vor. Auch hinter der Anschlagserie in Mumbai 2008 vermutet Neu-Delhi islamistische Terroristen aus Pakistan.

Islam
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Mit der Verfassung von 1956 wurde Pakistan die erste islamische Republik der Welt. Der Islam ist Staatsreligion, gleichzeitig garantiert die Verfassung jedoch Religionsfreiheit. 96 Prozent der Pakistaner sind Muslime, der Präsident muss ebenfalls Muslim sein. Seit der Staatsgründung haben Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen über die Rolle des Islam im Staatsverständnis die Innenpolitik beherrscht.

Immer wieder gab es auch islamistische Tendenzen. So führte Diktator Zia ul-Haq die Scharia , die islamische Rechtsprechung, ein. 1997 erkannte Pakistan als erster Staat das extremistische Taliban -Regime in Afghanistan an und unterstützte es bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 . Während die Zentralregierung in Islamabad zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Anti-Terror-Krieg avancierte, erstarkte die islamistische Opposition im Land.

Macht der Taliban
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In den Stammesgebieten in der nordwestlichen Provinz an der Grenze zu Afghanistan hat die pakistanische Zentralregierung nur begrenzten Einfluss. Dort herrschen islamistische Extremisten und pakistanische Taliban , die sich teilweise auf die Hilfe der regionalen Stammesführer stützen. Die Enttäuschung über die korrupte staatliche Justiz und Verwaltung erhöhte die Attraktivität des Islamismus in der Bevölkerung.

Verstärkung erhielten die radikalen Islamisten von afghanischen Taliban aus den Reihen von Mullah Omar sowie Qaida -Kämpfern, die aus Afghanistan geflohen sind. Militante betreiben hier in Waziristan auch Ausbildungslager für international operierende Dschihadisten.

Kampf gegen die Extremisten
dpa
Die pakistanische Armee führte ab 2003 wiederholt Militäraktionen im Nordwesten gegen die Taliban - und Quaida -Terroristen durch. Als Reaktion verübten Terroristen verheerende Anschläge in pakistanischen Städten.

Die Amerikaner versuchen, die islamistischen Extremisten in ihren pakistanischen Verstecken mit ferngesteuerten Präzisionsraketen zu treffen. Doch diese Drohnen -Angriffe sind bei der Bevölkerung äußerst unpopulär und treiben die Menschen in die Arme der militanten Islamisten.

Das pakistanische Militär scheute zunächst die ernsthafte Konfrontation mit den Extremisten. Die Armee und der pakistanische Geheimdienst ISI haben diese Gruppierungen zum Teil Anfang der achtziger Jahre selbst aufgebaut, um im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan mitzumischen, und haben sie später im Kaschmir-Konflikt eingesetzt. Und noch immer betrachten viele Offiziere die Taliban nicht als ihren eigentlichen Gegner – der wahre Feind sei Indien .

Um die Aufständischen in den Stammesgebieten ruhigzustellen, versuchte schon Präsident Pervez Musharraf , Abkommen mit ihnen zu schließen, und versagte. Im April 2009 scheiterte ein Friedensabkommen, das sein Nachfolger, Staatschef Asif Ali Zardari , ausgehandelt hatte: Die Taliban sollten die Waffen niederlegen und im Gegenzug in der Region Malakand, zu der das Swat-Tal und fünf weitere Distrikte gehören, die Scharia anwenden dürfen. Mit Hilfe des islamischen Rechts können sich die Taliban die Bevölkerung legal gefügig machen - wer sich gegen ihre Herrschaft auflehnt, wird geköpft. Statt einer Feuerpause brachten sie vom Swat-Tal aus mehrere Distrikte unter ihre Kontrolle und rückten bedrohlich nahe an die Hauptstadt Islamabad heran, bis die Armee im Frühjahr 2009 eingriff und die Gebiete zurückeroberte. Im Oktober 2009 begann das Militär außerdem einen Krieg gegen die Taliban in der Region Südwaziristan.

Atomwaffen
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1985 wurde in Pakistan erstmals Uran angereichert, seit 1998 besitzt das Land nachweislich Atomwaffen : Nur Tage nach indischen Atomtests zündete Pakistan im Mai 1998 in der Nähe der unbewohnten Chagai-Berge erfolgreich Kernwaffen. Die genaue Zahl der atomaren Sprengköpfe ist nicht bekannt, aber es sollen 60 bis 100 sein, die an verschiedenen Stellen im Land gelagert und von rund 10.000 Soldaten bewacht werden.

Damit gehört Pakistan neben den fünf offiziellen Atommächten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sowie Indien, Israel und Nordkorea zum Kreis der neun Nuklearmächte, was die Bedeutung des verarmten Landes stark erhöht.

Militärbeobachter befürchten, Nuklearwaffen aus dem pakistanischen Waffenarsenal könnten aufgrund der Instabilität des Landes in die Hände von Extremisten fallen. Diese hätten damit ein Mittel in der Hand, dem Westen ihre Bedingungen zu diktieren. Geschürt wird die Angst vor diesem Horrorszenario dadurch, dass die Taliban in den vergangenen Monaten ihre Basis in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ausgebaut haben. Im April 2010 rückten sie bis auf 100 Kilometer Entfernung auf die Hauptstadt Islamabad vor, bevor sie vom pakistanischen Militär zurückgedrängt wurden.

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Osama Bin Laden: Tod in Abbottabad

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Getöteter Qaida-Chef: Bin Laden und sein Datenschatz
SPIEGEL ONLINE

Fläche: 796.000 km²

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Mamnoon Hussain

Regierungschef: Nawaz Sharif

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