US-Marine Navy Seals stürmen von libyschen Rebellen beladenen Öltanker

Soldaten der US-Marine haben einen Öltanker gestürmt, der in einem von libyschen Rebellen kontrollierten Hafen beladen worden war. Spezialkräfte der Navy Seals übernahmen die Kontrolle über das Schiff auf hoher See vor Zypern.

Öltanker unter nordkoreanischen Flagge im libyschen Hafen Ras Lanuf: Navy Seals brachten das Schiff auf
REUTERS

Öltanker unter nordkoreanischen Flagge im libyschen Hafen Ras Lanuf: Navy Seals brachten das Schiff auf


Washington/Berlin - Die US-Marine hat einen Öltanker vor Zypern aufgebracht: Ein Team der Navy Seals brachte das Schiff in internationalen Gewässern südöstlich von Zypern unter seine Kontrolle. Das teilte das US-Verteidigungsministerium am Montagmorgen mit. Rebellengruppen, die mehrere Ölterminals in Libyen besetzt halten, wollten demnach mit den Tanker auf eigene Faust Rohöl exportieren.

Das Schiff "Morning Glory" fährt laut der Nachrichtenagentur AFP unter nordkoreanischer Flagge, andere Agenturen bezeichnen den Tanker als staatenlos. Europäische und US-Spezialeinsatzkräfte brachten den Tanker am Sonntagabend gemeinsam mit dem Verbundskommando SOCEUR auf. Niemand sei bei dem von US-Präsident Barack Obama genehmigten Einsatz verletzt worden. Dem Pentagon zufolge hatten die Regierungen Libyens und Zyperns um den Einsatz gebeten.

Anfang März hatten bewaffnete Gruppen den libyschen Ölverladehafen Al-Sidra besetzt und illegal verkauftes Öl auf die "Morning Glory" verladen. Der Tanker hatte den Hafen in der vergangenen Woche verlassen. Libyens Regierung hatte mit einer Bombardierung des Schiffs gedroht.

Mit dem Vorgang verschärft sich der Konflikt um den Ölreichtum des Landes Libyen. Vor einer Woche hatte Ministerpräsident Ali Seidan gesagt, man werde den Tanker notfalls bombardieren, sollte dessen Besatzung nach dem Auslaufen aus Es Sider nicht den Anweisungen der Marine folgen. Die Besatzer drohten ihrerseits mit Waffengewalt.

Energiesektor gilt als Schlüssel

Der Standoff in Es Sider ist für das vom Bürgerkrieg gezeichnete nordafrikanische Opec-Land brandgefährlich. Verschiedene Milizen versuchen seit Ende der Herrschaft Muammar al-Gaddafis, Teile des Landes in Stammesgebiete unter autonomer Herrschaft aufzuspalten. Die Kontrolle über den Energiesektor mit seinen milliardenschweren Erlösen gilt dafür als Schlüssel. Öl ist die wichtigste Einnahmequelle des Landes.

Im August 2013 hatten sich Milizen, die 2011 am Sturz des Diktators Gaddafi beteiligt waren, von der neuen Regierung abgewandt und mehrere wichtige libysche Ölhäfen besetzt, neben Es Sider auch die Häfen Ras Lanuf und Sueitina. Zusammen haben diese eine Exportkapazität von 600.000 Barrel.

vek/AFP/Reuters/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 128 Beiträge
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Seite 1
tpi_91 17.03.2014
1. optional
Brauchen die Amis so dringed Öl??
VersteherX 17.03.2014
2.
Öl? Da kennen die Amis keinen Spaß.
Einfacher Bürger 17.03.2014
3. Besser wäre es gewesen ....
...Lybien nicht im Chaos zu hinterlassen. Wer in einem Land eingreift, trägt auch Verantwortung.
Marcus_XXL, 17.03.2014
4. Die Weltpolizei in Aktion...
Den Sheriff kümmern zwar keine Gesetze aber zumindest tut er hier und da auch mal was sinnvolles.
raluan 17.03.2014
5.
soso, die amis entern also schon schiffe in internationalen gewässern.
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