Apartheid in Südafrika CIA-Tipp soll zu Mandelas Verhaftung geführt haben

Nelson Mandela saß in Südafrika 27 Jahre im Gefängnis. Nun werden brisante Äußerungen eines CIA-Spions publik. Demnach trugen die USA aktiv zur Verhaftung des Freiheitskämpfers bei.

Mandela 1961
AFP

Mandela 1961


Ein US-Diplomat und Spion des Geheimdiensts CIA soll 1962 den entscheidenden Tipp zur Verhaftung des südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela geliefert haben. Das berichten die BBC und der "Guardian" unter Berufung auf die "Sunday Times".

Der damalige US-Vizekonsul Donald Rickard hat dies demnach dem britischen Filmemacher John Irving während dessen Recherchen zu einem Dokumentarfilm über Mandela berichtet. Der Film soll in dieser Woche auf dem Filmfestival in Cannes vorgestellt werden.

Die Amerikaner seien damals davon ausgegangen, dass Mandela "komplett unter der Kontrolle der Sowjetunion" stehe, sagte Rickard demnach. Die USA hätten verhindern müssen, dass Mandela einen Krieg anstifte. Der Diplomat wurde Ende der Siebzigerjahre pensioniert, er starb im März dieses Jahres.

Berichte über eine Beteiligung des Geheimdienstes gab es bereits in der Vergangenheit. Zizi Kodwa, Sprecher der südafrikanischen Regierungspartei ANC, bezeichnete den Bericht Rickards als ernstzunehmende Selbstbezichtigung.

Der Bericht könnte laut BBC den Druck auf die CIA erhöhen, die Dokumente zu dem Vorgang endlich zu veröffentlichen.

Mandela hatte sich seit den Vierzigejahren im ANC engagiert und wurde unter dem Apartheidsregime in Südafrika mehrmals inhaftiert. Anfang der Sechziger tauchte er in den Untergrund ab, im Januar 1962 floh er illegal aus Südafrika und besuchte mehrere afrikanische Länder.

Kurz nach seiner Rückkehr wurde er dann verhaftet und später zu lebenslanger Haft verurteilt, aus der er erst 1990 entlassen wurde. Seine Freilassung läutete das Ende der Apartheid ein. 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. Der Friedensnobelpreisträger starb 2013 im Alter von 95 Jahren.

sun



insgesamt 27 Beiträge
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gruener_heinrich 16.05.2016
1. Überraschung, Überraschung!
Die CIA fällt durch Schweinereien auf, hätt ich nie gedacht! Die haben doch nur und ausschließlich die christlich-westlichen Werte, die Menschenrechte und die Demokratie, die Freiheit, Sicherheit und den Wohlstand aller auf ihrer Agenda, oder hab ich da was falsch verstanden?
einwerfer 16.05.2016
2. Der so bewunderte Präsident
John F. Kennedy hat also auch hier 'Dreck am Stecken' und nicht nur beim Schweinebucht-Abenteur/Desaster. Es scheint, dass die Präsidenten kommen und gehen, aber die Geheimdienste machen immer auf die gleiche Art weiter, völlig unabhängig von der politischen Richtung eines Präsidenten oder einer Regierung. Als Zyniker könnte man auch sagen: schön, dass es da eine Konstante gibt :-(
ediart 16.05.2016
3. überraschend...
ist das nicht. Die USA haben überall ihre Fnger im Spiel. (Sind ja die Guten), Golf Krieg, Welthandel, Europapolitik, da gibt es so Vieles, da kann keine andere Nation mithalten.
gandhiforever 16.05.2016
4. Wundert das jemanden?
Wundert das wirklich jemanden? Die CIA hat vermutlich weit mehr Freiheitskaempfer hinter Gitter oder auf den Friedhof gebracht. Schliesslich geht es darum, die Interesse Washingtons durchzusetzen, und da stehen Freiheitskaempfer meist auf der falschen Seite.
kostas/ludwig 16.05.2016
5. Kein Einzelfall.
Hinweise zu geben kann man unter Umständen verzeihen aber das Verschwinden des Präsidenten aus Kongo wo auch die CIA aktiv war und das Land bis heute im Bürgerkrieg verdonnert hat zeigt das wahre Gesicht der Amerikaner . Das ist leider etwas das bis heute hält .
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