Tote Oppositionelle in Russland Erschossen, vergiftet, stranguliert

Der ermordete Boris Nemzow wird von vielen posthum für seinen Mut verehrt. Er hatte den Kreml zuvor scharf kritisiert, wie schon Anna Politkowskaja, Natalia Estemirowa oder Boris Beresowski. Sie alle starben eines gewaltsamen Todes.

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Hamburg - Nach dem Mord an dem russischen Oppositionellen Boris Nemzow ist die Bestürzung groß. Genauso wie die Hinterhältigkeit des Anschlags verdammt wird, wird die Furchtlosigkeit Nemzows in vielen Statements und Kommentaren betont. Er hatte die Putin-Regierung immer wieder öffentlich kritisiert.

Das taten schon andere vor ihm - die genauso wie der 55-Jährige unter ungeklärten Umständen ums Leben kamen. Eine Auflistung besonders prägnanter Fälle.

Ein Mann legt vor einem Bild von Anna Politkowskaja eine Nelke nieder
DPA

Ein Mann legt vor einem Bild von Anna Politkowskaja eine Nelke nieder

Der Tod von Anna Politkowskaja hatte 2006 für Aufsehen gesorgt. Die Journalistin und Regierungskritikerin wurde in Moskau erschossen. Sie hatte für die Kreml-kritische Zeitung "Nowaja Gaseta" vor allem aus der Teilrepublik Tschetschenien über Menschenrechtsverletzungen durch russische und tschetschenische Sicherheitskräfte berichtet. 2014 verurteilt ein Moskauer Gericht fünf aus Tschetschenien stammende Männer zu langjährigen Strafen. Die Drahtzieher des Verbrechens sind bis heute aber nicht bekannt.

Alexander Litvinenko auf einem Archivbild von 2002
AP

Alexander Litvinenko auf einem Archivbild von 2002

Der russische Ex-Geheimagent Alexander Litwinenko starb im November 2006 in einem Londoner Krankenhaus. Er war kurz vorher vermutlich beim Teetrinken in einem Hotel mit dem hochgiftigen, radioaktiven Polonium 210 vergiftet worden. Im Sterben macht er Putin für seinen Tod verantwortlich. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück. Litwinenko hatte sich mit dem Kreml überworfen, war nach Großbritannien ausgewandert und hatte später auch für den britischen Geheimdienst MI6 gearbeitet.

Archivbild von Natalja Estemirova von 2004 in Grozny
AFP

Archivbild von Natalja Estemirova von 2004 in Grozny

Die Menschenrechtsaktivistin Natalia Estemirowa wurde im Juli 2009 in der russischen Konfliktregion Nordkaukasus erschossen aufgefunden. Die Mitarbeiterin der Organisation Memorial galt als Kämpferin für die Menschenrechte im Nordkaukasus. Mit kritischen Berichten über das Verschwinden von Zivilisten in Tschetschenien hatte sie sich wiederholt den Zorn der moskautreuen Machthaber zugezogen.

Sergej Magnitski (Aufnahme undatiert) starb 2009 in Haft
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Sergej Magnitski (Aufnahme undatiert) starb 2009 in Haft

Der schwer kranke Anwalt Sergej Magnizki starb im November 2009 qualvoll in seiner Gefängniszelle, ohne dass Ärzte ihm helfen. Er war wegen angeblicher Steuervergehen in Untersuchungshaft gekommen, nachdem er massive Korruptionsvorwürfe gegen Behörden erhoben hatte. Menschenrechtler sowie Hinterbliebene werfen den Behörden vor, ihn gefoltert zu haben. Für seinen Tod wird niemand zur Rechenschaft gezogen. 2013 spricht ein Gericht Magnitski posthum wegen Steuerbetrugs schuldig.

Boris Beresowski 2011 vor einem Gerichtsgebäude in London
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Boris Beresowski 2011 vor einem Gerichtsgebäude in London

Der russische Oligarch und einstige Multimillionär Boris Beresowski wird im März 2013 tot in seinem Haus in Ascot bei London aufgefunden. Er galt als Intimfeind von Kremlchef Wladimir Putin und unterstützte die russische Opposition finanziell. Eine Obduktion ergibt, dass Beresowski durch Strangulieren starb. Im März 2014 erklärt ein Richter, dass nicht zweifelsfrei festgestellt werden könne, ob er sich das Leben nahm oder umgebracht wurde.

vks/dpa

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Mertrager 28.02.2015
1. Wir können den Bogen weiter spannen
Und vergesst mir Trotzki nicht.
ornitologe 28.02.2015
2. Unbequeme Meinungen
leben weltweit gefährlich. Das ist nicht nur in Russland so. "Öffentlichkeitswirksame" Hinrichtungen bzw. Morde haben immer nur einen Zweck - Haß bzw. Abneigung gegen den vermeintlichen Gegner des Hingerichteten zu erzeugen. Das Wie, Wann und Wo ist da eher nebensächlich. Geheimdienste lassen unbequeme Leute i.d.R. lautlos und ohne Spuren verschwinden. Putin ist Ex-Geheimdienstler.
paradcat 28.02.2015
3. unglaublich....
...wie viel Mühe sich die CIA gibt, um endlich eine Ausrede zu finden, Moskau zu bombardieren. Das Problem ist nur, dass das langsam keiner mehr glaubt. MMn einfach nur eine weitere der vielen, vielen, vielen false flag operations der Amis. Langsam wird's langweilig Barack. Lass dir doch mal was Neues einfallen, die Nummer glaubt bald keiner mehr.
KJB 28.02.2015
4. Verschwörung
Jetzt kommen sicher wieder all die Russlandfürsprecher und behaupten das dies alles vom Westen inszeniert ist weil die Russland an die Gurgel wollen. Merkwürdig das gerade in Russland soviele russische Oppositionelle eines unnatürlichen Todes sterben...natürlich alles vom Westen inszeniert. Russland ist keine Demokratie mehr, nur noch ein Einparteienland wo die Oligarchen aufgrund ihres Besitzes an Rohstoffen, zu welchem sie durch äusserst fragwürdige umstände gekommen sind, die Macht und das sagen haben da Sie ja auch durch die Exporte der Rohstoffe die Haupteinnahmequelle für den Russischen "Staat" sind. Die Duma Abgeordneten sind, wenn man mal darauf achtet wo und für wenn die davor oder nebenher arbeiten, nichts weiter als die Abteilungsleiter der Oligarchen aus den verschiedenen russischen Landesteilen. Modernes Feudalherrentum, mehr nicht.
andy2000 28.02.2015
5. Russlands Demokratie
Dies zeigt wieder, was Demokratie in Russland bedeutet.
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