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Nahost-Konflikt: Israels Militär beginnt Bodenoffensive im Gazastreifen

AFP

Die Bodenoffensive des israelischen Militärs im Gazastreifen hat begonnen. Premierminister Netanjahu wies die Einsatzkräfte an, mit der Operation zu beginnen. Die Hamas drohte mit "furchtbaren Folgen".

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Militär angewiesen, mit einer Bodenoffensive im Gazastreifen zu beginnen. Das geht aus einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erklärung der Regierung hervor. Mit dem Manöver sollen den Angaben zufolge die "Terror-Tunnel" getroffen werden, die vom Gazastreifen nach Israel führen. Israels Geheimdienst soll die Operation am Boden unterstützen. Wie viele Truppen beteiligt sind, wurde zunächst nicht gesagt.

Die Tunnel der radikalislamischen Hamas hatten zuvor in Israel für Aufsehen gesorgt. Es hieß, die Hamas hätte durch einen Tunnel einen Anschlag auf eine Ortschaft geplant. Dieser habe nach Angaben der Streitkräfte jedoch vereitelt werden können. Die Tunnel werden auch deshalb als große Bedrohung gesehen, weil die Islamisten durch sie Israelis entführen und so die Freilassung von Gefangenen erzwingen könnten.

Ziel der Operation sei nicht der Sturz der Hamas, sagte ein Armeesprecher. Es müsse eine Situation geschaffen werden, "in der Bewohner Israels in Sicherheit leben können", teilte das Militär am Abend mit. Zugleich werde der Infrastruktur der radikalislamischen Hamas "ein bedeutender Schlag" verpasst.

Die Hamas bezeichnete den Start der Bodenoffensive als dumm und warnte vor "furchtbaren Folgen".

Schon kurz zuvor hatte Israel seine Angriffe auf den palästinensischen Gazastreifen massiv verstärkt. Artillerie, Kampfhubschrauber und Kampfschiffe feuerten auf Ziele in den Ortschaften Beit Hanun und Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen, berichtete die Webseite "ynetnews". Augenzeugen berichteten, dass der Himmel über dem Gebiet immer wieder von Leuchtmunition erhellt wurde.

Palästinensische Rettungsdienste berichteten von mindestens drei Toten, darunter ein Kind. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der israelischen Offensive vor zehn Tagen erhöhte sich nach diesen Angaben auf 240. 1800 weitere Palästinenser wurden verletzt. Die militant-islamische Hamas feuerte nach Zählung des israelischen Militärs am Donnerstag - nach Verstreichen einer fünfstündigen humanitären Waffenpause - mehr als 100 Raketen auf Israel ab.

Israel fliegt schon seit anderthalb Wochen Luftangriffe auf das Palästinensergebiet, um den anhaltenden Raketenbeschuss von dort zu stoppen. Seit dem 8. Juli fielen der Gewalt laut Rettungskräften mindestens 240 Palästinenser zum Opfer. Die meisten von ihnen sind Aktivisten von Hilfsorganisationen zufolge Zivilisten. Zudem wurde ein Israeli getötet.

jbe/Reuters/dpa/AP/AFP

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insgesamt 7 Beiträge
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    Seite 1    
1. Luftgefechte??
zwetschkendieb 17.07.2014
Also "Luftgefecht" ist in diesem Kontext wohl der falsche Begriff. Soweit ich weiß, verfügt die Hamas über keine Kampfjets und Hubschrauber...
2. Warum können...
Basiscreme 17.07.2014
...beide Seiten bloß nicht die Erkenntnis gewinnen, dass eine bewaffnete Auseinandersetzung nicht zielführend ist? Seit Jahrzehnten werden immer wieder Waffen eingesetzt, um seine "Rechte" durchzusetzen. Die arme Bevölkerung, beiderseits.
3.
vulcan 17.07.2014
Zitat von zwetschkendiebAlso "Luftgefecht" ist in diesem Kontext wohl der falsche Begriff. Soweit ich weiß, verfügt die Hamas über keine Kampfjets und Hubschrauber...
Ich finde das Wort im Text gar nicht.
4.
imadhabka 17.07.2014
wer ist schlimmer für die zivile Bevölkerung in Gaza die israelische Armee, die bombardiert oder die Hamaskämpfer ,die diese Bevölkerung misbraucht?
5. Konfliktpunkt Gazastreifen
guzzidiver 18.07.2014
Wenn die Hamas sich in zivilen Wohngebieten zwischen unschuldigen Bewohnern versteckt um permanent Israel zu attackieren kann ich nicht den Grund für einen Aufschrei der Welt erkennen, wenn Israel sich zur Wehr setzt und bemüht ist die ständigen Angriffsszenarien der Hamas auszuschalten......
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