Pjöngjang - Der Test der neuen Rakete neulich war eher ein Rohrkrepierer, aber von so was lässt sich Kim Jong Un die Laune offenbar nicht lange verderben. Denn das Land ist groß, und es gibt jede Menge Gelegenheit, sich im besten Licht zu präsentieren - selbst im tristen Nordkorea.
Und wozu gibt es die staatliche Nachrichtenagentur KCNA? Seit fast einem Jahr, also seit Kim Jong Un zum Nachfolger seines Vaters Kim Jong Il ernannt wurde, versorgt sie die Weltöffentlichkeit mit netten Aufnahmen des jungen Machthabers. Diesmal sehen wir den 28-Jährigen (oder ist er doch schon 29, das weiß niemand so genau) lässig auf dem Rücken eines Pferdes. Im Gefolge drei eher ältere Parteisoldaten, die den neuen Chef ebenfalls hoch zu Ross begleiten. Anlass für das Fotoshooting ist ein Besuch des Staatschefs auf dem Trainingsparcours von Nordkoreas Kavallerie - oder offiziell: der Einheit 534 der Volksarmee.
Der reitende Kim ist also das nächste Beispiel für den Wandel in der Propagandafotografie. Während sein Vater Kim Jong Il überwiegend ernst und steif beim Kontakt mit der Bevölkerung abgelichtet wurde, wird sein Sohn ganz anders dargestellt. Kim Jong Un lächelt bei jeder Gelegenheit. Wenn er sich auf einem Karussell amüsiert sowieso, aber auch, wenn er in einem Vergnügungspark einer Kraken-Attrappe die Hand reicht. Und die Frau an seiner Seite muss natürlich auch ins rechte Licht gerückt werden: Ri Sol Ju heißt die junge Dame. Neulich hatten südkoreanische Medien nach einer längeren Abwesenheit schon spekuliert, sie könnte beim Regime in Ungnade gefallen sein.
Aber wozu gibt es KCNA? Bei einem Konzert und im Fußballstadion wurden die beiden wieder als glückliches Paar präsentiert.
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