Neue Gewalt Ägypten droht mit Räumung der Mursi-Protestlager

In Camps harren die Unterstützer des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mursi in Kairo aus - doch damit könnte es bald vorbei sein. Die Übergangsregierung ordnete die Räumung der Lager an. Diese seien eine "Gefahr für die Öffentlichkeit".

  Mursi-Unterstützer in Kairo: Wann wird geräumt?
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Mursi-Unterstützer in Kairo: Wann wird geräumt?


Kairo - In Ägypten droht eine neue Eskalation der Gewalt zwischen Gegnern und Unterstützern des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi. Die ägyptische Übergangsregierung hat am Mittwoch das Innenministerium dazu ermächtigt, zwei Protestcamps der Mursi-Anhänger in Kairo zu räumen.

Die Dauerproteste der Islamisten bei einer Moschee in der Vorstadt Nasr City sowie vor der Universität Kairo stellten eine "Gefahr" für die Öffentlichkeit dar, hieß es in dem Kabinettsbeschluss, der im staatlichen Fernsehen verlesen wurde. Die Versammlungen auf den Plätzen Rabaa al-Adawija und al-Nahda seien angesichts der "Bedrohung der nationalen Sicherheit nicht länger akzeptabel".

Der Innenminister wurde aufgefordert, "alle nötigen Maßnahmen" zu ergreifen, um die beiden Protestcamps zu räumen. Zunächst war unklar, wann die Räumung über die Bühne gehen würde.

Seit dem Sturz Mursis durch das Militär am 3. Juli lagern an den Schauplätzen der Dauerproteste Tausende Anhänger des islamistischen Ex-Präsidenten. Beobachter befürchten ein neues Blutvergießen, wenn die Polizei gewaltsam gegen diese Menschenansammlungen vorgeht. Auch ausländische Regierungen haben Kairo davon abgeraten, mit Gewalt gegen die Mursi-Anhänger vorzugehen.

Die Anweisung erging kurz bevor der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Kairo eintrifft. Dieser will sich laut seinem Sprecher bei dem Besuch in Kairo "in der kritischen Phase persönlich ein Bild von der Lage" machen. Demnach will er sich für "die rasche Wiederherstellung demokratisch legitimierter Verhältnisse" einsetzen.

Geplant sind am Donnerstag Gespräche mit Interims-Außenminister Nabil Fahmi, Übergangspräsident Adli Mansur, dessen Vize Mohammed ElBaradei sowie Armeechef Abdel Fattah al-Sisi. Ein Treffen mit Mursi, der seit seinem Sturz an einem geheimen Ort festgehalten wird, ist nicht vorgesehen. Westerwelle mahnte vor dem Abflug beide Seiten zum Verzicht auf Gewalt.

jok/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
mutzurwahrheit 31.07.2013
1.
heuchlerisch dieses Militär
minimax9 31.07.2013
2. Westerwelle?
Was will den den da zu laufen? Hat der nichts anderes zu tun. Er könnte sich ja mal um die NSA-Skandale kümmern, oder besser noch einfach das tun was er immer tut...nichts.
biggigensler 31.07.2013
3. meine Meinung
-ohne Glauben kein Krieg...... Aber ich verurteile die Scharfschützen,die Terrotisten arbeiten im Untergrund ,sicher nicht vor dem Militär.
Victorya 31.07.2013
4. Es reicht!
Welche Gesetze dieser Welt erlauben solche Demonstrationen? Waffenlager mitten drin, Folterzelte, Kinder im Totenkleid und Frauen als Schutzschilder, Barrikaden aus Bürgersteigsteinen, Sandsackblockaden auf den Hauptstraßen der Stadt, Festhalten von unfreiwilligen Demonstranten die nach Hause wollen. Das sind die „friedlichen“ Demontrationen in Rabaa El Adaweia. Wer steht denn täglich auf der Rabaa-Bühne? Die Mörder von Ex-Präsident Sadat und Al Qaida Mitglieder. Terroristen und Fanatiker. Wovon ist hier überhaupt die Rede? Diese Heuchelei ist unerträglich. Herr Westerwelle verlangt die Freilassung von Führer einer Terrororganisation. Wer so was unterstützt hat in Ägypten nichts zu suchen.
denkmalnach2 31.07.2013
5. Westerwelle wollte schon..
Mursi treffen. Er ist jedoch klar von Mansour abgewiesen worden! Und das zu recht. Mursi ist ein krimineller, der sich mit Hamas-Gewalt aus dem Knast 2011 befreit hat. Die Videos hierzu liefen ja sogar schon in der Tagesschau, und das will etwas heißen! Also handelt es sich nicht um einen politischen Prozess.
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