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Kämpfe in der Ostukraine: Ukraine wirft Russland neue Aggression vor

Russische Soldaten nahe der ukrainische Grenze: Welches Spiel treibt Moskau? Zur Großansicht
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Russische Soldaten nahe der ukrainische Grenze: Welches Spiel treibt Moskau?

Es sind schwere Vorwürfe: Die Ukraine bezichtigt russische Militärs, als Separatisten verkleidet eine neue Front in der Ostukraine eröffnet zu haben. Man kämpfe gegen aus dem Nachbarland eingerollte Panzer und Militärfahrzeuge, hieß es.

Berlin/Kiew - Die ukrainische Regierung wirft Russland die Eröffnung einer neuen Front im Krieg mit den Separatisten im Osten des Landes vor. Als Rebellen verkleidete russische Kräfte hätten mit zehn Panzern und zwei gepanzerten Mannschaftswagen im Südosten die Grenze zur Ukraine überschritten, erklärte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte am Montag in Kiew. Diese Kräfte wollten eine zweite Front gegen die Regierungstruppen eröffnen.

Nach Angaben regierungsnaher Milizen drangen Dutzende Panzerwagen über die Grenze vor. Die Kolonne bestehe aus rund 50 Fahrzeugen, sagte ein Milizkommandeur. Sie hätten die Grenze nahe der Stadt Nowoasowsk überquert, die meisten seien auf dem Weg in den Ort Mariupol. Den ukrainischen Streitkräfte zufolge kam es nahe Nowoasowsk zu Gefechten mit Regierungstruppen. Grenzschützer hätten die Kolonne kurz vor der Stadt aufgehalten.

Separatistenführer Andrej Purgin wies Berichte über Verstärkung aus Russland zurück. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, Moskau habe weder Kämpfer noch Kriegsgerät über die Grenze geschickt.

Die Küstenstadt Mariupol in der Region Donezk liegt etwa 50 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt und rund 110 Kilometer südlich der Stadt Donezk, einer Hochburg der prorussischen Separatisten. Mariupol ist ein wichtiger Standort der ukrainischen Metallindustrie. In den vergangenen Monaten befand sich die Stadt unter der Kontrolle der Regierung. Die örtlichen Behörden riefen am Montag zur Ruhe auf.

In der Ostukraine liefern sich die Armee und prorussische Separatisten seit Monaten heftige Kämpfe. Zuletzt hatte Russland gegen den Willen der Regierung in Kiew einen Hilfskonvoi in die Ukraine geschickt, wo prorussische Rebellen die Städte Luhansk und Donezk unter Kontrolle halten. Russland kündigte am Montag an, einen zweiten Konvoi losschicken zu wollen.

flo/AFP/Reuters

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insgesamt 125 Beiträge
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1. Bestimmt gibt es auch Satelitenbilder...
serek 25.08.2014
...die aber leider geheimgehalten werden müssen. Wie die vom MH17 Flug. Ich verstehe nicht warum die NATO diesen Konflinkt angezettelt hat?!?
2. Das tun die Russen doch angeblich schon die ganze Zeit
newsoholic 25.08.2014
Wenn man unseren Medien glauben darf. Allein Belege dafür gibt es keine. Wohl aber gibt es dokumentierte Lügen der Kiewer Regierung.
3. Durcheinander
humorrid 25.08.2014
von Regierung in Kiew, ukrainischen Streitkräften, regierungsnahen Milizen, Grenzschützern... Vokabular der Berichtserstattung hat sich sehr gewandelt, womit hat es nun zu tun? Regierungsnahe Milizen, gibt es auch regierungsferne Milizen in der Ukraine? Noch in den letzten Beiträgen gab es pro-russische (oder moskautreue) Separatisten auf einer und ukrainische Armee und Nationale Garde auf der anderen Seite. Nationalgarde wurde dabei als Teil der Regierungstruppen angesehen (umstritten oder nicht). Jetzt kommen noch Milizen, die in der Regel eigenständig agieren? Bitte um Aufklärung, was für ein Chaos.
4. SPON... warum schweigt ihr?
fsk123 25.08.2014
auf Reuters ist man etwas schneller und die internationale Presse auch... http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEKBN0GP0PE20140825 Es werden massive Grenzübertretungen gemeldet, also ein Angriff von Russland, sowie Kämpfe bei Mariupol
5. Meldung der Ukraine
d.schulz 25.08.2014
Welche der in deutschen Medien lancierten Meldungen aus Kreisen der ukrainischen Putschisten hat sich denn letztendlich als zutreffend heraus gestellt. Bisher keine! Also stelle ich mir die Frage, wann endlich kehrt man in Deutschland zu einem unvoreingenommenen Journalismus zurück oder besser gesagt führt ihn endlich mal ein.
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