Diplomatie Trump nominiert Geschäftsmann als EU-Botschafter

Seit mehr als einem Jahr ist die Stelle des EU-Botschafters der USA unbesetzt. Nun hat Donald Trump einen offiziellen Vorschlag: der Hotelier Gordon Sonland soll nach Brüssel gehen.

Gordon Sondland
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Gordon Sondland


In Brüssel und Washington kursierte die Personalie schon seit ein paar Monaten, nun ist die Nominierung offiziell: Der Hotelier Gordon Sondland soll neuer US-Botschafter bei der Europäischen Union werden.

Einen entsprechenden Vorschlag leitete die US-Regierung nun zur Bestätigung an den US-Senat weiter. Seit Amtsantritt von Donald Trump war die Stelle nicht besetzt.

Sondland, Jahrgang 1957, ist der Gründer der Hotelkette Provenance und Mitgründer der Handelsbank Aspen Capital, die vor allem auf Immobiliengeschäfte spezialisiert ist. Seine jüdischen Eltern flohen vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aus Nazi-Deutschland, wie es US-Medien berichten.

Das Verhältnis zwischen Sondland und dem US-Präsidenten war in der Vergangenheit nicht ohne Konflikte. Als Trump im August 2016 Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten öffentlich beleidigt hatte, brach der Hotelier öffentlich mit Trump und untersagte ihm seine Unterstützung.

McAllister begrüßt die neue Personalie

Wenige Monate später unterstützte er ihn dann doch: Eine Million Dollar spendete er für Trumps Feierlichkeit zur Amtseinführung und gewann so die Gunst des Präsidenten zurück.

Nach der Nominierung muss der US-Senat nun Sondland bestätigen. Da er als großer Unterstützer der Republikaner gilt und im Gegensatz zu anderen von Trumps reichen Freunden weniger umstritten ist, werden keine Probleme erwartet.

Der CDU-Europapolitiker David McAllister nahm die Nominierung positiv auf: "Dass Präsident Trump mit Gordon Sondland nun endlich einen neuen US-Botschafter für die Europäische Union nominiert hat, ist eine gute Nachricht, auf die wir lange gewartet haben", sagte McAllister der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

tin/dpa



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