Neuer Prozess: Wilders will van Goghs Mörder als Zeugen aufrufen

Der Niederländer Geert Wilders hat einmal mehr den Islam attackiert. Es handele sich um eine totalitäre Ideologie, sagte der Rechtspopulist bei der Wiederaufnahme der Verhandlung gegen ihn wegen Muslim-Hetze.

Geert Wilders: "Islam zeichnet sich durch Mord und Totschlag aus" Zur Großansicht
dpa

Geert Wilders: "Islam zeichnet sich durch Mord und Totschlag aus"

Amsterdam - Geert Wilders hat sich in seinem Prozess wegen Anstachelung zum Hass auf Muslime als Verteidiger der Freiheit in Europa dargestellt. Der Islam sei keine Religion, sondern eine Ideologie, die sich "vor allem durch Mord und Totschlag auszeichnet", sagte der niederländische Politiker in einer Erklärung vor dem Amsterdamer Bezirksgericht.

Der Islam bekämpfe seit Jahrhunderten die Freiheit der Menschen. Durch eine anhaltende "Masseneinwanderung" von Muslimen entstehe ein "Eurabien, ein islamisches Europa, ein Europa ohne Freiheit", behauptete der Chef der Partei für Freiheit (PVV). "Es ist die Pflicht aller freien Menschen, sich dem zu widersetzen."

Seit Montag wird das Verfahren gegen Wilders neu aufgerollt. Der Prozess war wegen Befangenheit eines Richters im Oktober abgebrochen worden.

Wilders hatte in den letzten Jahren immer wieder öffentlich gegen den Islam als "faschistische Ideologie" gewettert und dessen Propheten als "Mörder und Pädophile" bezeichnet. Zudem verglich er den Koran mehrfach mit Hitlers "Mein Kampf". Er habe nichts als die Wahrheit gesagt und von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht, verteidigte er diese Aussagen jetzt.

Seine Anwälte kündigten an, den Mörder des Filmemachers Theo van Gogh als Zeuge aufzurufen. Sein Mandant wolle Mohammed Bouyeri als Zeugen laden, der wegen des Mordes an Van Gogh 2004 eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, sagte Verteidiger Bram Moszkowicz.

Die Staatsanwaltschaft kündigte bereits an, sie werde gegen einige von der Verteidigung geplante Zeugen Einspruch einlegen. Staatsanwalt Paul Velleman sagte, es seien bereits drei Islamexperten gehört worden. Den Charakter einer Religion zu definieren, sprenge die Grenzen des Falls.

als/DAPD/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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1. gut integriert...
elbröwer 07.02.2011
nannte man die Frau, die in Frankfurt in Burka ihren öffentlichen Aufgaben nachgehen wollte. Letztlich ist der Koran die Richtlinie des Handelns. Islam ist Unterwerfung! Es gibt nur den Koran und nur der Prophet hat Recht. Selbst Treueschwüre gegenüber dem Staat sind völlig belanglos, im Zweifelsfall wird dem Islam gefolgt. Wäre es anders bräuchten wir uns nicht gegen Terroristen wehren. Moslems könnten diese Problem allein lösen da sie die Moscheen und die Leute kennen.
2. Harsche, teils falsche Kritik ist keine Volksverhetzung
mardas 07.02.2011
Tja, Religionen zu definieren, war schon immer schwierig, weil niemand wahrhaben will, dass sie lediglich aus kindischem Aberglauben gespeist werden. Dass Wilders jetzt Fanatiker laden will, finde ich witzig, auch wenn ich seine allzu selektive Sicht auf Religionen (vor allem die Behauptung, der Islam sei keine Religion *facepalm*, die Religionstatsache ist ja das Problem des Islam) nicht teilen kann. Sein Fall könnte eindeutig besser bestimmen, dass Fanatismus und Gewalt zu den Religionen gehören, und sogar die Religion viel genauer treffen, zumindest nach dem, was in deren Büchern drinsteht. Daher ist sein "Mein Kampf"-Vergleich definitiv korrekt, er müsste aber das Christentum auch dabei aufzählen (wer nicht Christ wird, landet in der Hölle, alle müssen Christen werden, bevor die Offenbarung kommt, etc., Intoleranz also), was er leider nicht tut. Und bitte, Muslimhetze ist das ja wohl kaum. Wilders will lediglich vernünftigerweise den Islam kritisieren, er behauptet ja nicht, dass alle Muslime die islamistische Ideologie teilen würden. Daher ist der "Hetz"-Bestand bedeutungslos und würde eher dazu dienen, harsche und harte Kritik am Islam zu ersticken.
3.
arinari 07.02.2011
Zitat von sysopDer Niederländer Geert Wilders hat einmal mehr den Islam attackiert. Es handele sich um eine totalitäre Ideologie, sagte der Rechtspopulist bei der Wiederaufnahme der Verhandlung gegen ihn wegen Muslim-Hetze. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,744055,00.html
Es ist schon ein Fortschritt, dass Wilders hier nicht als "Rechstpopulist" bezeichnet wird, sondern als Niederländer. Ein wenig mehr Neutralität, das tut gut.
4. Sie hätten sich nur die ersten drei Zeilen
valen-tin 07.02.2011
Zitat von arinariEs ist schon ein Fortschritt, dass Wilders hier nicht als "Rechstpopulist" bezeichnet wird, sondern als Niederländer. Ein wenig mehr Neutralität, das tut gut.
des Artikels durchlesen müssen, da hätten Sie den Rechtspopulisten agr nicht übersehen können...
5. Islam/ismus
schnubbi79 07.02.2011
Zitat von mardasUnd bitte, Muslimhetze ist das ja wohl kaum. Wilders will lediglich vernünftigerweise den Islam kritisieren, er behauptet ja nicht, dass alle Muslime die islamistische Ideologie teilen würden. Daher ist der "Hetz"-Bestand bedeutungslos und würde eher dazu dienen, harsche und harte Kritik am Islam zu ersticken.
Was jetzt, will er den Islam kritisieren, oder Islamismus? Kritisiert er den Islam allgemein, berechtigterweise oder unberechtigterweise, dann fühlen sich natürlich alle gläubigen Muslime angesprochen.
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