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Neues Deutschland-Bild: Die Sympathie-Weltmeister

Von , , Horand Knaup, Anne Onken, , , und

Sie sind raus aus dem Titel-Rennen, doch Schweinsteiger, Özil, Khedira und Co. haben trotzdem begeistert - auch im Ausland. Löws junge Truppe steht international für ein lockeres, bunteres Deutschland. SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten auf drei Kontinenten schildern, wie uns die Welt nun sieht.

Jubelndes DFB-Team (nach dem England-Spiel): "Jugend, Frische, Dynamik" Zur Großansicht
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Jubelndes DFB-Team (nach dem England-Spiel): "Jugend, Frische, Dynamik"

Es gibt diesen vielzitierten Spruch vom früheren englischen Nationalspieler Gary Lineker: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen." Es ist ein Satz, der Respekt ausdrückt und ein bisschen Verzweiflung.

Der Satz vermittelt ein Bild vom Spiel einer Mannschaft und damit auch von ihrem Wesen: die grätschenden, kämpfenden, rackernden, Ärmel hochkrempelnden Deutschen. Hinten das Tor dichthalten und vorn auf ein bisschen Glück hoffen. Das war oft das Spiel des DFB-Teams in den Achtzigern und frühen Neunzigern, in denen Lineker auf dem Platz stand.

Das Bild von den disziplinierten, langweiligen Deutschen hielt sich lang, war wie in Stein gemeißelt. Bis zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Die Mannschaft spielte anders, offensiver - und der Gastgeber feierte mit den anderen Nationen ein entspanntes vierwöchiges Fest. Herzlich und weltoffen.

Und jetzt?

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Migranten im DFB-Team: Die Multi-Kulti-Truppe
Deutschland ist in Südafrika im Halbfinale an Spanien gescheitert. Mesut Özil, Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger und die anderen spielen gegen Uruguay nur noch um Platz drei. Haben sie mit ihrem leichtfüßigen Spiel, das Zuschauer daheim und im Ausland begeisterte, einen weiteren Beitrag für ein neues Deutschlandbild geleistet? SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten haben sich umgehört:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 83 Beiträge
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1. Ersatzbegriffe für Verlierer
avp 08.07.2010
Sympathieweltmeister, Weltmeister der Herzen, Gewinner der Konstrukteurswertung, ... alles Bullshitt! Verloren ist verloren, da täuschen solche Verlegenheitstitel auch nicht drüber hinweg.
2. Sympathie-Weltmeister?
culcas 08.07.2010
Schön, dass Deutschland im Ausland als sympathisch gilt. Ich lebe in Berlin und habe das Glück, mich hier als Gastarbeiter wohl zu fühlen. Mein größter Wunsch wäre es jedoch, kurz vor und während einer WM, Deutschland zu verlassen und erst nach dem Ausscheiden der Mannschaft zurückzukehren. Nicht aus Neid weil Deutschland oft weit kommt. Es ist diese intolerante, überhebliche und z.T. beleidigende Art und Weise der "Fans" hirzulande (besser: Eventfans mit der Lizenz zum Saufen und alles nieder machen was nicht deutsch ist), welche es unmöglich macht, Fußball aus rein sportlicher Sicht zu verfolgen, also mit OBJEKTIVITÄT und RESPEKT dem Gegner gegenüber. Kurz vor der WM waren Demos gegen den "bösen-Ballack-Treter" Boateng geplant...sehr Weltoffen und freundlich... die Bolulevard-Presse (keiner will es gekauft haben, frage mich aber wo die 4 Mio. Exemplare täglich landen...) hetzt gegen "Italo-Opas", "Treter-Serben" und "Schläger-Spanier"...nicht nur die ausländische Presse kritisieren... Es ist so weit gekommen, dass in Deutschland lebende Landsleute in den einheimischen Internet-Foren (Sport-/Tageszeitungen) aus o.g. Gründen davor abraten für Deutschland die Daumen zu drücken. Deshalb ist die Frage berechtfertigt (welche bereits ein Forumsteilnehmer stellte) in wie weit eine Fußball-Mannschaft die Wahrheit widerspiegeln kann.
3. Sympathie-Weltmeister...Das hört sich an wie Schalke 04
haltetdendieb 08.07.2010
"Die Sympathie-Weltmeister" Das hört sich an wie Schalke 04 und Bayer Leverkusen auf einen Schlag! Dann wird es die nächsten 100 Jahre nichts mit dem Titel, denn wir wollen uns die Sympathie doch mit niemanden verscherzen!
4. Der schönste Fußball
Fritz Katzfuß 08.07.2010
der Welt. Jawoll. Wir verloren, als wir unbedingt gewinnen wollten.
5. Sympathieweltmeister
Subcommandante_M, 08.07.2010
Zitat von sysopSie sind raus aus dem Titel-Rennen, doch Schweinsteiger, Özil, Khedira und Co. haben trotzdem begeistert - auch im Ausland. Löws junge Truppe steht international für ein lockeres, bunteres Deutschland. SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten auf drei Kontinenten schildern, wie uns die Welt nun sieht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,705194,00.html
... und die Woge der Sympathie ist doch auch sehr viel wert, wahrscheinlich sogar mehr für jeden von uns als wenn wir - IMHO unverdient - gegen Spanien gewonnen hätten. Mir bedeutet es auf jeden Fall etwas im Ausland als sympathisch wahrgenommen zu werden und nicht ausschließlich als teutonischer Exportweltmeister.
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