21. Dezember 2012, 12:11 Uhr

US-Bundesstaat

Ohio erleichtert das Tragen von Schusswaffen

Genau eine Woche nach dem Amoklauf in Newtown macht es der US-Bundesstaat Ohio seinen Bürgern leichter, verborgene Waffen bei sich zu führen. Eine entsprechende Prüfung muss nur noch einmalig abgelegt werden. Die Demokraten kritisieren das neue Gesetz scharf.

Columbus - Der Zeitpunkt hätte kaum unpassender gewählt werden können. Am Freitag gedenken die USA mit einer Schweigeminute der 26 Opfer des Massakers von Newtown. Später will sich auch noch die mächtige Waffenlobby (NRA) zur Debatte im Land äußern. Kurz zuvor jedoch unterzeichnete der Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio noch ein Gesetz zur Lockerung der Waffenrechte.

Mit der Unterschrift des Republikaners John Kasich müssen die Bürger des Staates nur einmal eine Prüfung ablegen, um eine Waffe versteckt mitführen zu dürfen. Bislang mussten sie dies jedes Mal bei der Erneuerung ihrer Waffenlizenz tun.

Kasich gab keine Erklärung dazu ab. Vor einigen Tagen hatte er jedoch angekündigt, das Gesetz zu unterzeichnen. Das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht auf den Besitz einer Waffe dürfe nicht angetastet werden, sagte er. "Egal was wir tun, am zweiten Zusatz zur Verfassung wird nicht gerüttelt", so Kasich. Demokratische Abgeordnete hatten die Entscheidung scharf kritisiert.

Vor einer Woche waren bei einem Massaker an einer US-Schule 26 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder. In der Folge wird in den USA über strengere Waffengesetze diskutiert. Während die Verfassung generell das Recht auf den Besitz einer Schusswaffe festlegt, entscheiden die Bundesstaaten und Kommunen über die Umsetzung.

Unterdessen begann eine von Präsident Barack Obama eingesetzte Kommission mit ihrer Arbeit. Unter Führung von Vizepräsident Joe Biden soll sie bereits im Januar Vorschläge im Kampf gegen die Waffengewalt vorlegen.

Vor allem die gefährlichen halbautomatischen Sturmgewehre sind ins Zentrum der Kritik geraten, mit denen sich teilweise ohne Nachladen besonders schnell Hunderte Schuss abfeuern lassen. Diese Waffen waren bereits von 1994 bis 2004 verboten, unter Präsident George W. Bush lief das Verbot aber aus. Auch der 20 Jahre alte Amokläufer Adam Lanza hatte ein solches Gewehr benutzt.

Außerdem fordert Obama unter anderem eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern. Es müsse verhindert werden, dass Kriminelle oder psychisch gestörte Menschen an Schusswaffen kommen. Obama machte aber bereits klar, dass am grundsätzlichen Recht zum Waffentragen in den USA nicht gerüttelt werden soll.

jok/Reuters


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