US-Bundesstaat: Ohio erleichtert das Tragen von Schusswaffen

Genau eine Woche nach dem Amoklauf in Newtown macht es der US-Bundesstaat Ohio seinen Bürgern leichter, verborgene Waffen bei sich zu führen. Eine entsprechende Prüfung muss nur noch einmalig abgelegt werden. Die Demokraten kritisieren das neue Gesetz scharf.

Handfeuerwaffe in Geschäft: Bundesstaat Ohio lockert Vorschriften Zur Großansicht
DPA

Handfeuerwaffe in Geschäft: Bundesstaat Ohio lockert Vorschriften

Columbus - Der Zeitpunkt hätte kaum unpassender gewählt werden können. Am Freitag gedenken die USA mit einer Schweigeminute der 26 Opfer des Massakers von Newtown. Später will sich auch noch die mächtige Waffenlobby (NRA) zur Debatte im Land äußern. Kurz zuvor jedoch unterzeichnete der Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio noch ein Gesetz zur Lockerung der Waffenrechte.

Mit der Unterschrift des Republikaners John Kasich müssen die Bürger des Staates nur einmal eine Prüfung ablegen, um eine Waffe versteckt mitführen zu dürfen. Bislang mussten sie dies jedes Mal bei der Erneuerung ihrer Waffenlizenz tun.

Kasich gab keine Erklärung dazu ab. Vor einigen Tagen hatte er jedoch angekündigt, das Gesetz zu unterzeichnen. Das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht auf den Besitz einer Waffe dürfe nicht angetastet werden, sagte er. "Egal was wir tun, am zweiten Zusatz zur Verfassung wird nicht gerüttelt", so Kasich. Demokratische Abgeordnete hatten die Entscheidung scharf kritisiert.

Vor einer Woche waren bei einem Massaker an einer US-Schule 26 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder. In der Folge wird in den USA über strengere Waffengesetze diskutiert. Während die Verfassung generell das Recht auf den Besitz einer Schusswaffe festlegt, entscheiden die Bundesstaaten und Kommunen über die Umsetzung.

Unterdessen begann eine von Präsident Barack Obama eingesetzte Kommission mit ihrer Arbeit. Unter Führung von Vizepräsident Joe Biden soll sie bereits im Januar Vorschläge im Kampf gegen die Waffengewalt vorlegen.

Vor allem die gefährlichen halbautomatischen Sturmgewehre sind ins Zentrum der Kritik geraten, mit denen sich teilweise ohne Nachladen besonders schnell Hunderte Schuss abfeuern lassen. Diese Waffen waren bereits von 1994 bis 2004 verboten, unter Präsident George W. Bush lief das Verbot aber aus. Auch der 20 Jahre alte Amokläufer Adam Lanza hatte ein solches Gewehr benutzt.

Außerdem fordert Obama unter anderem eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern. Es müsse verhindert werden, dass Kriminelle oder psychisch gestörte Menschen an Schusswaffen kommen. Obama machte aber bereits klar, dass am grundsätzlichen Recht zum Waffentragen in den USA nicht gerüttelt werden soll.

jok/Reuters

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insgesamt 219 Beiträge
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1. was geht uns das denn an
Straussenblatt 21.12.2012
wie die amis ihre waffen tragen. schießereien an schulen gibt es auch in deutschland, mit einem viel schärferen waffengesetz. auch in norwegen ist soetwas möglich. das zeigt doch, dass weder waffengesetze, noch die mentalität der menschen etwas damit zu tun haben. soetwas passiert immer dort, wo die rechte und möglichkeiten der "guten" eingeschränkt sind. anstatt zu fragen wie solche wahnsinnigen an waffen gekommen sind frage ich mich viel mehr, warum niemand da war der zurückgeschossen hat. warum hatte kein lehrer, kein passant in der nähe, nicht die rektorin, einfach niemand eine waffe um sich zu verteidigen? irre halten sich nicht an waffenverbote. ehrlichen bürgern zu verbieten eine waffe mit ins kino zu nehmen endet darin dass sie einfache zielscheiben für irre werden die es auf sie abgesehen haben. ich finde man sollte die waffenrechte aufweiten, die reglementierung ganz abschaffen um ein maximal mögliches gleichgewicht zwischen gesetzlosen und gesetzestreuen zu schaffen.
2. Obama´s Vorschlag
darthmax 21.12.2012
Ist doch richtig, Maschinengewehre an psychisch labile Menschen, eine schlimme Vorstellung. Da Teufel steckt doch aber im Detail, denn wie erkenne ich einen solchen beim Waffenkauf, muss der erst zum Psychologen, der dann über den Erwerb befindet ? Ausserdem werden ja auch häufig die Waffen der Eltern benutzt und wie sollen die sich dagegen wehren, denn schliesslich ist auch der Zögling im Schützenverein und weiss wo der Schlüssel liegt. Die Chance aber automatische Waffen zu verbieten ist gegeben, war ja auch früher so bis 2004. Dabei wird es wohl bleiben. Wie erkenne ich einen Kriminellen ? Der wird aber keine Probleme haben ( wie auch bei uns wo 200 % der umlaufenden Waffen illegal erworben werden) sich die anderweitig zu beschaffen.
3. Fährst Du nach Ohio ....
rolandjulius 21.12.2012
so bringe Deine Waffe mit,denn jeder Mensch könnte Dein Mörder sein.
4.
peterregen 21.12.2012
Zitat von sysopSo lange die sich in der USA nur gegenseitig innerhalb ihres Landes erschiessen ist mir das schnuppe was die machen. Wenn die US Typen Menschen im Rest der Welt erschiessen die keine US Buerger sind dann stoert mich das. was kann man von einer Nation erwarten die mit Gewalt ins Leben kam, sich mit Gewalt ausweitete , die Ureinwohner mit Gewalt beseitigte und die weite Welt mit Gewalt einschuechtert seit Jahrzehnten. Killing is in their DNA.
Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Aber was anderes. Wie haben Sie diesen Beitrag durch gebracht? Wenn ich so etwas schreibe, wird es vom Spiegel immer zensiert... :-(
5. Hoffnungslos
kugelsicher99 21.12.2012
Zitat von sysopGenau eine Woche nach dem Amoklauf in Newtown macht es der US-Bundesstaat Ohio seinen Bürgern leichter, verborgene Waffen bei sich zu führen. Eine entsprechende Prüfung muss nur noch einmalig abgelegt werden. Die Demokraten kritisieren das neue Gesetz scharf. Neues Gesetz: Ohio erleichtert das Tragen versteckter Schusswaffen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/neues-gesetz-ohio-erleichtert-das-tragen-versteckter-schusswaffen-a-874308.html)
Die USA und Schusswaffen? Hoffnungslos. sollen sie halt mit ihren 30.000 Toten durch Schusswaffen, Tragödien wie vor Kurzem eingeschlossen, leben. Jeder wie er will. Zum Glück haben wir, gerade in D. doch recht gute Waffengesetze, und ich muss nicht in Ami-Land leben.
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