Neues Pussy-Riot-Video Comeback der Neonmasken

Sie schwingen den Hammer im neonfarbenen Kleid, besudeln Kreml-Vertraute und empfehlen Gérard Depardieu einen schmerzhaften Eingriff: Die Aktivistinnen von Pussy Riot melden sich mit einem neuen Video zurück. Zielscheibe des skurrilen Filmchens ist die einflussreiche russische Öllobby.

pussy-riot.info

Von , Moskau


Pussy Riot ist zurück. Rund ein Jahr nachdem ein Moskauer Gericht drei Mitglieder der Protest-Guerilla verurteilt hat und fast anderthalb Jahre nach dem umstrittenen Auftritt in der Moskauer Erlöserkathedrale macht die Punk-Truppe durch eine neue Aktion von sich reden.

Die Gruppe hat ein neues Video auf YouTube veröffentlicht. Aktivistinnen in neonfarbenen Kleidern und den charakteristischen bunten Masken stürmen darauf ein Ölfeld, das Dach einer Tankstelle des staatlichen Ölkonzerns Rosneft und machen sich an einer Pipeline zu schaffen. Rosneft wird von Igor Setschin gesteuert, einem langjährigen Weggefährten und engen Vertrauten von Präsident Wladimir Putin.

Auf dem Video übergießen die Pussy-Riot-Aktivistinnen ein Setschin-Porträt mit Öl. Ebenfalls mit Öl attackiert wird eine Aufnahme von Alexander Bastrykin. Putins Studienfreund ist Chef des staatlichen Ermittlungskomitees.

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Pussy Riot: Mit dem Vorschlaghammer
Der Liedtext ist gespickt mit scharfen Attacken gegen den Kreml, Russlands Rohstofflobby und Putins Verbündete. "Durch die Pipeline fließen Graswurzel-Aktivisten, sie füllen sie mit ihrem Leben - und bitten um ein Pogrom" heißt es an einer Stelle. "Schneid dir dein Glied ab wie der Held Depardieu", an einer anderen. Das soll wohl heißen, dass Gérard Depardieu ein Feigling ist, der sich Putin anbiedert. Der französische Schauspieler war vor hohen Steuern aus Frankreich nach Russland geflohen und hatte in Interviews mit dem russischen Staatsfernsehen Präsident Putin für seinen harten Kurs gegen Pussy Riot gelobt.

Refrain für die inhaftierten Mitstreiterinnen

"Knastfraß-Propaganda, Knastfraß-Propaganda", schreien die Pussy-Riot-Sängerinnen als Refrain ins Mikrofon. Das soll an die inhaftierten Pussy-Riot-Gründerinnen Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa erinnern. Beide verbüßen derzeit eine zweijährige Haftstrafe in russischen Straflagern. Eine dritte Aktivistin, Jekaterina Samuzewitsch, hatte ein Berufungsgericht auf Bewährung freigelassen.

Das Video trägt den Titel "Wie in einem roten Gefängnis". In Russlands Knastjargon bezeichnen "schwarze Gefängnisse" Lager, in denen Mafiabosse das Sagen haben. "Rote Gefängnisse" dagegen sind Haftanstalten, in denen Polizisten das Regiment führen. Das ist gemeint als Anspielung auf die Lage im Land insgesamt, weil Polizei und Geheimdienst in Russland großen Einfluss haben.

Nach der Verhaftung und Verurteilung von Tolokonnikowa und Aljochina war es still um die in Freiheit verbliebenen Band-Mitglieder geworden. Im September 2012 veröffentlichte der britische "Guardian" ein Video, auf dem Pussy-Riot-Aktivistinnen ein Porträt von Wladimir Putin verbrennen.

Zuletzt tauchten Mitglieder der Gruppe im Ausland auf, in Berlin gaben sie der "taz" ein Interview. "Wir können uns nicht ausruhen", sagten sie da.

Fotos von den Dreharbeiten zu dem neuen Clip zeigen Pussy-Riot-Aktivistinnen auf einer Öl-Förderanlage und auf einem Tankwaggon. Sie wurden ebenso wie das Video auf einer bislang unbekannten Webseite www.pussy-riot.info veröffentlicht. In Russland wurden die Videos der Gruppe als extremistisch verboten. Der Server der neuen Webseite steht deshalb sicherheitshalber in Los Angeles.

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Comandante.Tatú 16.07.2013
1. Die Überschrift
Die Überschrift hebt ja nun tatsächlich den Kern der Geschichte hervor. Und das ist symptomatisch. Wer gibt die Schlagzeile vor? Der Verfasser des Artikel, Benjamin Bidder? – Ich möchte es mir nicht vorstellen. Oder die SpON-Redaktion, gar ein SpON-Redaktions-Praktikant – man könnte den Eindruck bekommen.
Grafsteiner 16.07.2013
2. Die hätten selbst einen Eingriff nötig,
damit sie sich nicht auch noch vermehren, diese völlig talentfreien "Künstlerinnen" á la Bushido. Der kann auch nur aus der Gosse pöbeln.
joachim_m. 16.07.2013
3.
Ich verstehe zwar kein Wort, aber das Video und die Musik ist super.
Comandante.Tatú 16.07.2013
4. Unterschied
Zitat von Grafsteinerdamit sie sich nicht auch noch vermehren, diese völlig talentfreien "Künstlerinnen" á la Bushido. Der kann auch nur aus der Gosse pöbeln.
Wer da den prinzipiellen Unterschied nicht erkennt*, pöbelt offenbar selbst nur. __ ' Bonusaufgabe: Verstehen, was im Video gesagt/gesungen wird. Verstehen Sie das?
derdichter 16.07.2013
5.
die dummen goren lernen es anscheinend nie. fuer die veschaedigung der pipeline sperrt man die lebenslanglich. und bevor hier irgendwelche ahnungslose wieder zur wort melden: gewaltaufrufe werden in deutschland ebenso hart verfolgt wie in russland. pussy riot, also auf deutsch aufstand der muschis, ist ein kollektiv von idiotischen extremistisch gerichteten kleinen witzfiguren. man haett ale einsperren sollen -,-
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