Neujahrsansprache Bush will Anti-Terror-Krieg 2007 eisern weiterführen

US-Präsident Bush gab sich in seiner Neujahrsbotschaft kämpferisch: Die USA würden auch 2007 die "Offensive gegen die Feinde der Freiheit" weiterführen. Der Einsatz für einen "freien und geeinten Irak" bleibe weiter wichtig. Dort starb jetzt der 3000. US-Soldat seit Kriegsbeginn.


Washington - Bush bezeichnete den Kampf gegen Terroristen als eine der wichtigsten Aufgaben für das neue Jahr. Die Offensive gegen Terroristen und Extremisten sei "die Herausforderung unserer Zeit", erklärte Bush in seiner Neujahrsbotschaft. Die USA würden sich dieser Aufgabe stellen - "ohne zu wanken". Im neuen Jahr werde "der Kampf gegen die Feinde der Freiheit", die Verbesserung der Sicherheit der USA und der Einsatz für ein "freies und geeintes" Irak weiter wichtig bleiben.

Im Irak gefallene US-Soldaten auf ihrer letzten Reise: Bush erwägt Aufstockung der Truppen
REUTERS

Im Irak gefallene US-Soldaten auf ihrer letzten Reise: Bush erwägt Aufstockung der Truppen

Die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten stieg zur Jahreswende auf 3000. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Tod eines 22-jährigen Texaners bei einem Bombenanschlag nahe Bagdad. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott Stanzel, erklärte gestern: "Der Präsident ist überzeugt, dass jedes Leben wertvoll ist - er trauert um jedes einzelne verlorene Leben. Er wird sicherstellen, dass ihr Opfer nicht vergeblich war."

Auch eine unabhängige Organisation, die Statistiken über die Opferzahlen im Irakkrieg seit dessen Beginn im März 2003 führt, listete auf ihrer Website www.icasualties.org den jungen Soldaten als 3000. Toten unter den amerikanischen Streitkräften. Wie es auf der Seite heißt, wurde der Amerikaner bereits am 28. Dezember von einer Bombe getötet, sein Tod aber bisher nicht in den Pentagon-Statistiken registriert. Im Dezember starben einschließlich des 22-Jährigen 111 US-Soldaten im Irak. Im Jahr 2006 kamen insgesamt 820 US-Soldaten im Irak ums Leben - trauriger Rekord seit Kriegsbeginn.

Entsprechend erwarten politische Beobachter, dass Bush innerhalb der kommenden Wochen eine neue Strategie für den Irak bekannt gibt. Eine Kommission um den ehemaligen US-Außenminister James Baker hatte Anfang Dezember einen Rückzug der meisten US-Truppenverbände aus dem Irak bis Anfang 2008 und direkte Gespräche mit dem Iran und Syrien empfohlen. Nach den bisherigen Reaktionen scheint Bush beiden Empfehlungen nicht folgen zu wollen. Stattdessen erwägt der US-Präsident zunächst eine Aufstockung der US-Truppen.

Bush würdigte in seiner schriftlich veröffentlichten Neujahrsbotschaft den Einsatz und die Opferbereitschaft der amerikanischen Streitkräfte. "Der Sieg über Terroristen und Extremisten ist die Herausforderung unserer Zeit, und wir werden den Ruf der Geschichte mit Selbstvertrauen beantworten und ohne Wankelmut für Freiheit kämpfen", erklärte er.

kaz/AFP/dpa/Reuters

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