Neujahrsbotschaft Nordkorea will Dialog mit den USA

Die jährliche Neujahrsbotschaft gehört zur Pflichtlektüre in Nordkorea, und in diesem Jahr steht Vielversprechendes darin: Die Regierung in Pjöngjang erklärt die Beendigung der feindseligen Beziehungen zu den USA zur wichtigsten Aufgabe im neuen Jahr.


Seoul - In einer für alle Bürger des Landes als Pflichtlektüre geltenden Neujahrsbotschaft hat Nordkorea die Beendigung der Feindseligkeiten mit den USA zur wichtigsten Aufgabe des neuen Jahres erklärt. Durch Dialog und Verhandlungen solle zudem die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei gemacht werden, hieß es am Freitag in einem von allen nordkoreanischen Zeitungen veröffentlichten Leitartikel.

Die jährliche Neujahrsbotschaft gilt in Nordkorea als Pflichtprogramm, jeder soll sie lesen und als ideologische Richtlinie für das neue Jahr auswendig lernen. Diesmal wird darin laut den von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Auszügen vor allem der Wille des kommunistischen Landes zum Dialog unterstrichen. Das Ende der "feindseligen Beziehungen" zu den USA sei die "grundlegende Aufgabe, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und im Rest Asiens zu gewährleisten", heißt es. Pjöngjang strebe ein "dauerhaftes Friedenssystem auf der koreanischen Halbinsel" an und wolle die Region "durch Dialog und Verhandlungen atomwaffenfrei machen".

Nach Ansicht von Experten bewegt sich die kommunistische Führung in Pjöngjang mit der Erklärung auf den Westen zu. Das Wiedervereinigungsministerium in Südkorea wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr der Norden zwar auch Frieden und Atomwaffenfreiheit gefordert habe, von Dialog sei in der Neujahrsbotschaft 2009 aber keine Rede gewesen. Auch der südkoreanische Professor Yang Moo-Jin von der Universität für Nordkorea-Studien hob hervor, dass Pjöngjang offenbar aktiv den Dialog suchen wolle.

Zurückhaltung in den USA

Die US-Regierung reagierte in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend auf die Botschaft aus Nordkorea. Pjöngjang müsse seinen guten Willen durch Taten beweisen, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Washington. "Taten sprechen lauter als Worte." Unter anderem müsse Nordkorea wieder über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln.

Nordkorea steht wegen seines Atomprogramms international in der Kritik. Derzeit versuchen die USA, Pjöngjang zur Wiederaufnahme der so genannten Sechser-Gespräche zu bewegen, aus denen das Land im April vergangenen Jahres ausgestiegen war. Bei einem Besuch des US-Sondergesandten Steven Bosworth im Dezember zeigte sich Nordkorea offen für neue Verhandlungen, ein Termin wurde aber bisher nicht festgelegt. An den Gesprächen nehmen neben den beiden koreanischen Staaten auch die USA, Japan, China und Russland teil.

In der Neujahrsbotschaft wird dem nordkoreanischen Volk zudem eine "radikale Verbesserung des Lebensstandards" versprochen. Dies solle durch eine schnellere Entwicklung der Leichtindustrie und der Landwirtschaft gelingen.

cpa/AFP



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