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Neun Tote und 300 Verletzte: Soldaten stürmen Tahrir-Platz in Kairo

Neue blutige Krawalle auf dem Kairoer Tahrir-Platz: Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kamen neun Menschen ums Leben, 300 wurden verletzt. Oppositionelle befürchten bereits, dass wieder Kräfte aus der Mubarak-Ära die Macht übernehmen könnten.

Kairo - Fast ein Jahr nach Beginn der Revolution in Ägypten kommt das Land nicht zur Ruhe. Bei den schwersten Ausschreitungen seit Wochen sind in Kairo in der Nacht zum Samstag neun Menschen getötet worden. Das Gesundheitsministerium meldete, etwa 300 Menschen seien verletzt worden.

Soldaten mit Schlagstöcken stürmten den zentralen Tahrir-Platz in der ägyptischen Hauptstadt, schlugen auf die Menschen ein und setzten deren Zelte in Brand. Zuvor hatten Demonstranten nach Angaben der Sicherheitskräfte zwei Gebäude in Brand gesetzt. Die Militärpolizei räumte daraufhin zwei Lager der Protestbewegung am Tahrir-Platz und vor dem Kabinettsgebäude mit Gewalt. Sie nahm zahlreiche Demonstranten fest und verlegte Stacheldraht.

Bei den Zusammenstößen ist auch ein islamischer Geistlicher getötet worden. Gegner der Militärherrschaft in Ägypten reagierten am Samstag mit Entsetzen auf den Tod von Scheich Emad Effat. Der Geistliche hatte für das Dar al-Ifta - eine Behörde, die autorisiert ist, religiöse Gutachten ("Fatwas") zu erteilen - gearbeitet und sich in den vergangenen Monaten mit den Protestierenden solidarisiert.

Die Militärs gaben den Demonstranten die Schuld an der neuen Eskalation. Die Protestierenden, die seit drei Wochen vor dem Kabinett campierten, hätten einen Offizier der Militärpolizei verschleppt. Aktivisten erklärten dagegen, sie seien zuerst attackiert worden.

Verbal-Attacke auf den Obersten Militärrat

Der in Kairo gerade erst ins Parlament gewählte Jungrevolutionär Mustafa al-Naggar sagte der Nachrichtenwebsite Al-Youm7, die Militärpolizei habe vor dem Büro seiner Al-Adl-Partei in einem Viertel nahe dem Tahrir-Platz willkürlich acht Parteimitglieder festgenommen.

Der ägyptische Journalist und Demokratie-Aktivist Hani Schukralla erklärte via Twitter: "Der Oberste Militärrat ertränkt Ägyptens Revolution im Blut. Es zeichnet sich eine Allianz der Konterrevolutionäre ab: Militär, Polizei, Islamisten und die Überbleibsel des Regimes von Husni Mubarak."

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Neue Gewalt in Kairo: Acht Tote bei Demonstrationen
Die Proteste richten sich gegen den Militärrat, der nach dem Sturz Mubaraks im Februar die Macht übernommen hatte. Die Demonstranten vor dem Kabinettsgebäude hatten zudem verhindern wollen, dass die vom Militärrat eingesetzte Übergangsregierung von Ministerpräsident Kamal el-Gansuri dort ihre Arbeit aufnimmt.

Erst gestern waren bei blutigen Ausschreitungen drei Menschen ums Leben gekommen. Seit den Morgenstunden waren Sicherheitskräfte und Demonstranten immer wieder aufeinander losgegangen. Die Einsatztruppen setzen Augenzeugen zufolge Schlagstöcke und Elektroschocker gegen Protestteilnehmer ein. Diese warfen mit Steinen und Brandsätzen auf die Sicherheitskräfte, Autos gingen in Flammen auf.

Die Straßen rund um das Parlament glichen einer mit Steinen übersäten Kampfzone, schwarze Rauchwolken zogen immer wieder über die Innenstadt hinweg. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 99 Menschen verletzt, fünf davon durch Schüsse.

Bei aller Härte der Sicherheitskräfte erreichten die Proteste jedoch nicht das Ausmaß vom November. Damals waren Dutzende Menschen bei tagelangen Demonstrationen gegen den Militärrat gestorben, der das Land seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Februar de facto führt.

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1.
blumt0pf 17.12.2011
---Zitat--- "Der Oberste Militärrat ertränkt Ägyptens Revolution im Blut. Es zeichnet sich eine Allianz der Konterrevolutionäre ab: Militär, Polizei, Islamisten und die Überbleibsel des Regimes von Husni Mubarak." ---Zitatende--- Dieses Bild zeichnet sich immer mehr ab. Langsam kommt die Wahrheit ans Licht. Das Militär und die Regierung waren immer schon von Islamisten unterwandert und haben Hand in Hand zusammen geabreitet, wenn es um gemeinsame Interessen ging. Die Regierung Mubarak geht, Islamisten kommen. Freiheit, Menschenrechte und Toleranz bleibt aber vergraben.
2. ...
Hape1 17.12.2011
Bei allen die besoffen waren vom demokratischen Prozess, welcher arabischer Frühling genannt wurde, setzt so langsam die Katerstimmung ein. Und nicht nur Ägypten brennt....auch in Libyen stehen die Weichen auf Bürgerkrieg und Scharia.
3. Vor derRevolution - nach der Revolution
stanislaus2 17.12.2011
die gleichen Bilder. Der "arabische" Frühling zeigte mal wieder, wie Nachrichten im Westen gemacht werden. Grüsse an die Presseagentur aus Langley, Virginia und ihre Untergruppierungen.
4.
Lieben!Leben!Lachen! 17.12.2011
Zitat von blumt0pfDieses Bild zeichnet sich immer mehr ab. Langsam kommt die Wahrheit ans Licht. Das Militär und die Regierung waren immer schon von Islamisten unterwandert und haben Hand in Hand zusammen geabreitet, wenn es um gemeinsame Interessen ging. Die Regierung Mubarak geht, Islamisten kommen. Freiheit, Menschenrechte und Toleranz bleibt aber vergraben.
Eben! Wer immer noch mit leuchtenden Augen vom "arabischen Frühling" redet, sollte mal die Brille putzen.
5.
ratzfatzz 17.12.2011
Sind auf dem Foto "Sicherheitskräfte" oder die Demonstranten zu sehen?
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