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New York: Gemeinderat segnet Moschee am Ground Zero ab

Entscheidungsgewalt hätte der Gemeinderat in der Sache nicht gehabt, doch das Votum galt als wichtiges Stimmungsbarometer: Eine New Yorker Versammlung hat sich für den Bau eines islamischen Kulturzentrums mit Moschee entschieden - in der Nähe des Ground Zero.

Demonstratives Schild bei der Sitzung in New York: Stimmungstest der Gemeinde Zur Großansicht
AFP

Demonstratives Schild bei der Sitzung in New York: Stimmungstest der Gemeinde

New York - Ein Gemeinderat in Manhattan hat sich für den Bau einer Moschee in der Nähe von Ground Zero ausgesprochen. Nach einer hitzigen Debatte stimmte der zuständige Gemeinderat des Stadtviertels im Süden Manhattans mit 29 zu einer Stimme für den Antrag eines islamischen Begegnungszentrums, berichtet die "New York Times" am Mittwoch, es gab zehn Enthaltungen.

Das Votum war der Zeitung zufolge lediglich beratend, Entscheidungsgewalt hätte der Gemeinderat in der Sache nicht gehabt. Die Entscheidung galt demnach jedoch als wichtiges Stimmungbarometer in der Gemeinde. Als nächstes muss im Juli die Denkmalschutzbehörde entscheiden, ob das Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das für den Bau des islamischen Zentrums aufgestockt werden soll, geschützt werden muss.

Während der vier Stunden dauernden offenen Aussprache am Dienstag brachten rund 100 Befürworter und Gegner des 100-Million-Dollar-Projekts ihre Argumente vor. Hinterbliebene der Opfer protestierten mit Bildern ihrer Familienangehörigen und Plakaten, auf denen stand: "Zeigt Respekt für 9/11. Keine Moschee". Andere mahnten dagegen zur Offenheit gegenüber dem Islam. "Wo kann man Toleranz besser lehren als genau an der Stelle, an der Hass versucht hat, Toleranz zu töten", sagte die Schriftstellerin Jean Grillo der "Times". Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg befürwortet das Gemeindezentrum, das mindestens 150 neue Arbeitsplätze schaffen soll.

Das umstrittene "Cordoba House" mit 15 Stockwerken soll zwei Straßen nördlich von Ground Zero entstehen, wo vor den Anschlägen des 11. September die Zwillingstürme des World Trade Centers standen. Das Haus soll einen Gebetsraum, ein Theater mit 500 Plätzen, eine Kochschule, einen Swimmingpool und ein Restaurant haben und für kulturelle Veranstaltungen offen stehen.

can/dpa/apn

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
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1. Toleranz des Islams
Arne11 26.05.2010
Zitat von sysopEntscheidungsgewalt hätte der Gemeinderat in der Sache nicht gehabt, doch das Votum galt als wichtiges Stimmungsbarometer: Eine New Yorker Versammlung hat sich für den Bau eines islamischen Kulturzentrums mit Moschee entschieden - in der Nähe des Ground Zero. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,696960,00.html
Sollten wir nicht als Zeichen für die Toleranz des Islams eine Kirche in Mekka bauen?
2. Adding insult to injury
nowayjose, 26.05.2010
Zitat von sysopEntscheidungsgewalt hätte der Gemeinderat in der Sache nicht gehabt, doch das Votum galt als wichtiges Stimmungsbarometer: Eine New Yorker Versammlung hat sich für den Bau eines islamischen Kulturzentrums mit Moschee entschieden - in der Nähe des Ground Zero. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,696960,00.html
Man stelle sich nur vor, es würde eine St. Pius-Basilika direkt angrenzend an eine von westlichen Kernwaffen pulverisierte Kaaba in Mekka gebaut.
3. Mir fällt kein Titel ein
sivan5 26.05.2010
Es ist zwar nachvollziebar das sich starker wiederstand gegen den Bau der Moschee regt, dennoch wär es falsch den Bau zu verhindern. Der Fehler der gemacht wird undzwar von den Bau gegnern ist, das sie die verfluchten Taliban und Alkaida mit dem Islam gleich stellen, was einfach falsch ist, ansonsten gäbe es mehr als 1.000.000.000 Terroristen und Taliban auf der Welt. Mit dem Bau der Moschee, können die Menschen zeigen, das die Terroristen die Menschen nicht spalten und gegen aufeinander Hetzten können. Der bau der Moschee, wäre ein schlag ins Gesicht von Binladen und seiner Organisation, die aufjedenfall verurteilt und vernichtet gehört. Ein Bau-verbot, würde den Terroristen zugute kommen und das ist das letzte was passieren sollte.
4. Mein Beileid den Angehörigen der Anschlagsopfer!
barack abamo 26.05.2010
Zitat von sysopEntscheidungsgewalt hätte der Gemeinderat in der Sache nicht gehabt, doch das Votum galt als wichtiges Stimmungsbarometer: Eine New Yorker Versammlung hat sich für den Bau eines islamischen Kulturzentrums mit Moschee entschieden - in der Nähe des Ground Zero. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,696960,00.html
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. Albert Einstein.
5. Radikaler Islamist als Iman
suum.cuique 27.05.2010
Verschwiegen wird hier wieder, dass der Iman dieser Moschee mehr als umstritten ist. Seine Forderungen die Scharia in den USA einzufuehren hat nicht gerade zur Akzeptanz dieser Moschee neben Ground Zero beigetragen. Schade,dass dies nicht Erwaehnung fand....
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