US-Vorwahlen "New York Times" empfiehlt Hillary Clinton

"Eine der qualifiziertesten unter den Kandidaten in der modernen Geschichte" - die "New York Times" spricht sich für Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten aus.

Wahlkämpferin Clinton: In Umfragen nur knapp vor Sanders
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Wahlkämpferin Clinton: In Umfragen nur knapp vor Sanders


Es ist eine der wenigen guten Nachrichten für Hillary Clinton in den vergangenen Wahlkampfwochen: Die "New York Times" ("NYT") unterstützt die frühere First Lady, Senatorin und Außenministerin in ihrem Kampf um die Nominierung ihrer demokratischen Partei.

"Die Wähler haben die Chance, eine Präsidentschaftskandidatin zu wählen, die so vielseitig und profund qualifiziert ist wie kaum einer der Kandidaten in der modernen Geschichte", heißt es im Vorspann des Leitartikels, den die Chefredaktion der zweitgrößten Zeitung des Landes verfasst hat.

Während derartige "endorsements" von Politikern in Deutschland relativ verpönt sind, sind sie im angelsächsischen Raum üblich. Neben der "New York Times" sprechen auch die "Financial Times", der "Economist" und zahlreiche amerikanische Regionalzeitungen Wahlempfehlungen aus.

Die "NYT" verweist nicht nur auf Clintons Erfahrung und ihre Erfolge als Außenministerin, sondern auch auf die Tatsache, dass die Wahl der ersten Frau ins mächtigste Amt der Welt historischen Charakter hätte. Außerdem lobt sie ihren Einsatz für Frauen- und Arbeiterrechte, die Regulierung der Finanzmärkte und schärfere Waffengesetze.

In den Umfragen führt Clinton nur knapp vor Sanders

Ihr Kontrahent Bernie Sanders habe im Wahlkampf zwar wichtige Themen wie ökonomische Ungleichheit und den Niedergang der amerikanischen Mittelklasse angesprochen. Seine Lösungsvorschläge, die Zerschlagung großer Banken etwa, seien aber nicht realistisch.

Für Hillary Clinton kommt die Wahlkampfhilfe genau zur rechten Zeit: Obwohl sie lange als Favoritin gehandelt wurde, liegt sie in den Umfragen für die ersten Vorwahlen nur knapp vor Sanders.

Dazu kommt, dass sie den Skandal um ihre Dienst-E-Mails aus ihrer Zeit als Außenministerin nicht abschütteln kann. Demokraten wie Republikaner halten am kommenden Montag im Bundesstaat Iowa ihre erste Vorwahl ab.

Auf der republikanischen Seite unterstützt die "NYT" John Kasich, den Gouverneur von Ohio. Anders als seine radikalen Kontrahenten wie Donald Trump oder Ted Cruz sei Kasich fähig zu Kompromissen und unterstütze sinnvolle Ideen wie die Chance illegaler Einwanderer auf Einbürgerung.

Viel nützen wird das Kasich nicht. Die Unterstützung der linksliberalen "New York Times" zählt unter Republikanern nicht viel. Und mit aktuell 2,4 Prozent in den Umfragen braucht der Gouverneur schon ein Wunder, um sich doch noch die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei zu sichern.

ade

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