Ölschmuggel und Bankgeschäfte Iran umgeht Sanktionen mit irakischer Hilfe

Iran braucht Dollar - und bekommt die für Importe wichtigen Devisen offenbar mit Hilfe des Irak: Die "New York Times" berichtet, ein irakisches Netzwerk helfe dem Gottesstaat, die Sanktionen zu umgehen. Die US-Regierung hat Beschwerde eingelegt.


New York - Laut einem Bericht der "New York Times" sorgt ein irakisches Netzwerk aus Banken und Ölschmugglern dafür, dass Iran weiterhin mit Dollar versorgt wird. So umgehe Iran die Wirtschaftssanktionen, die der Islamischen Republik aufgrund ihres Atomprogramms auferlegt worden sind.

In ihrem Bericht berief sich die "New York Times" unter anderem auf derzeitige und frühere Behördenvertreter aus den USA und dem Irak. Ein ehemaliger Mitarbeiter der US-Geheimdienste sagte, der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki, der de facto die Zentralbank seines Landes kontrolliere, stehe "im Zentrum des Ganzen".

Mindestens vier irakische Geschäftsbanken sollen demnach über Mittelsleute von Iran aus kontrolliert werden. Dadurch würde Iran Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr erhalten, was dem Land aufgrund der Sanktionen eigentlich verwehrt ist. Die US-Regierung hatte im Juli entsprechende Geschäfte einer irakischen Bank angeprangert.

Zudem wird Öl in großem Stil über den Irak aus dem Land geschmuggelt, berichtet die "New York Times". Manche Regierungsmitglieder des Irak würden bei Geschäften mit Iran ein Auge zudrücken, andere würden dabei selbst profitieren. Darunter sollen Politiker sein, die eng mit Maliki verbunden sind.

Der irakische Regierungssprecher Ali al-Dabbagh sagte der Zeitung, sein Land wolle keine Regeln brechen, aber seine "guten Beziehungen" zu Iran aufrechterhalten.

US-Regierung beschwert sich

Aufgrund von Geschäften mit Iran hatte US-Präsident Barack Obama bereits im Juli eine kleine irakische Bank vom Zahlungsverkehr mit dem amerikanischen Bankensystem ausgeschlossen. Damals sagte Obama nach Angaben der "New York Times", die Bank habe im Auftrag von iranischen Banken Transaktionen im Wert von Millionen Dollar unterstützt, die durch die Sanktionen verboten gewesen seien.

Irakische Bankexperten sagten der "New York Times" zudem, dass die iranische Elaf-Islam-Bank weiterhin an den täglichen Auktionen der Zentralbank des Irak teilnehme. Banken können dabei mit irakischen Dinar Dollar erwerben. So sei es Iran möglich, seine Dollarreserven auszubauen, die sie für den Warenimport benötigen.

Die US-Regierung hat sich dem Bericht zufolge bereits bei irakischen Offiziellen über finanzielle und logistische Verbindungen zu Iran beschwert. Beispielsweise habe der Irak seinem Nachbarn erlaubt, den eigenen Luftraum für Flüge zu nutzen, mit denen er die syrische Regierung beliefern wollte. Obama protestierte bei Maliki, der lenkte ein, die Flugzeuge mussten eine andere Route nehmen.

Am Samstag war ebenfalls durch einen Bericht der "New York Times" bekannt geworden, dass Aufsichtsbehörden in den USA Ermittlungen gegen die Deutsche Bank und andere internationale Geldinstitute eingeleitet haben. Sie sollen ein Schlupfloch in der US-Gesetzgebung ausgenutzt haben, um Tranksaktionen mit Iran zu verschleiern. Die Lücke wurde 2008 geschlossen.

bim



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insgesamt 34 Beiträge
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cedarjet 19.08.2012
1. Flugzeuge sind ein gutes Stichwort
Maschinen der Iran Air bekommen an den meisten europäischen Flughäfen kein Kerosin mehr. Gute Maßnahme, stellt die tief ins System verwickelte Staatsairline vor erhebliche operationelle und finanzielle Probleme. In Amsterdam, Kiew,Ljubljana, Budapest und Istanbul wird Iran Air jedoch noch betankt, da hier die Flughafenbetreiber, Behörden und (zumeist russische) Ölfirmen die schnelle Mark machen wollen. Hier muss dringend Druck gemacht werden, um diese Schlupflöcher zu schließen, und der Iran Air den Weg nach Europa endgültig zu versperren
McMacaber 19.08.2012
2.
Zitat von cedarjetMaschinen der Iran Air bekommen an den meisten europäischen Flughäfen kein Kerosin mehr. Gute Maßnahme, stellt die tief ins System verwickelte Staatsairline vor erhebliche operationelle und finanzielle Probleme. In Amsterdam, Kiew,Ljubljana, Budapest und Istanbul wird Iran Air jedoch noch betankt, da hier die Flughafenbetreiber, Behörden und (zumeist russische) Ölfirmen die schnelle Mark machen wollen. Hier muss dringend Druck gemacht werden, um diese Schlupflöcher zu schließen, und der Iran Air den Weg nach Europa endgültig zu versperren
??? da auf den meisten europäischen flughäfen bp rumfährt und auftankt, erschliesst sich mir ihr "zumeist russisch" nicht. btw, kerosin ist kein lpg derivat. und zuletzt. es wird jeder reguläre linienflug wieder betankt. das wird keineswegs durch das embargo betroffen. betankung wird maximal dann nicht stattfinden, wenn die airline zuletzt eine zweifelhafte zahlungsmoral zeigte.
robert.haube 19.08.2012
3. USA mit Eigentor
Ergebnis des Bombardements und Einmarsches der USA im Irak ist, dass die shiitische Bevölkerungs-Mehrheit an die Macht gekommen ist. Maliki selbst ist ebenfalls Shiit. Der Einfluss des Iran ist unübersehbar und vermutlich dominant. Wieder mal so ein Eigentor der USA.
mmtwg 19.08.2012
4. shiitische Bevölkerungs-Mehrheit
Zitat von robert.haubeErgebnis des Bombardements und Einmarsches der USA im Irak ist, dass die shiitische Bevölkerungs-Mehrheit an die Macht gekommen ist. Maliki selbst ist ebenfalls Shiit. Der Einfluss des Iran ist unübersehbar und vermutlich dominant. Wieder mal so ein Eigentor der USA.
Die USA sind und bleiben Cowboy spielende Greenhorns.
carahyba 19.08.2012
5. Was soll uns dieser Artikel sagen?
Zitat von sysopIran braucht Dollar - und bekommt die für Importe wichtigen Devisen offenbar mit Hilfe des Irak: Die "New York Times" berichtet, ein irakisches Netzwerk helfe dem Gottesstaat, die Sanktionen Nahzu umgehen. Die US-Regierung hat Beschwerde eingelegt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850846,00.html
Wahrscheinlich soll uns der Artikel sagen, daß der Irak kein Verbündeter mehr der USA-NATO ist, sondern des Iran. Das geht aber nicht so ohne weiteres weil noch eine "Schutztruppe" der USA mit einigen zehntausend Soldaten im Irak steht. Der Iran hat auch andere Mittel und Wege das Ölembargo zu umgehen, die BRIC-Staaten haben erklärt, dass sie sich nicht am Embargo beteiligen. Brasilien liefert Lebensmittel und Konsumgüter in den Iran und erhält Rohöl dafür, was es auf dem Weltmarkt verkauft, ähnlich läuft das mit China, Russland und Turkmenistan. Was über die Türkei an Handel mit dem Iran läuft dürfte für die USA und Israel eine Unbekannte sein. Die lassen sich doch das Geschäft nicht verbieten, nur weil USA-NATO-Israel durchdrehen. Anweisungsimperialismus ist bei diesen Staaten längst Vergangenheit, die lassen sich von ihren Interessen leiten und nicht die des USA-NATO-Blocks.
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