New York - Der frühere New Yorker Bürgermeister Ed Koch ist tot. Koch sei am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) im Alter von 88 Jahren in einem Krankenhaus der Millionenmetropole an Herzversagen gestorben, berichteten US-Medien unter Berufung auf seinen Sprecher. Im vergangenen Jahr war Koch immer wieder in stationärer Behandlung gewesen.
Der Demokrat war in New York von 1978 bis 1989 Bürgermeister - drei Amtszeiten. Unter seiner Führung schaffte es die Stadt aus der Wirtschaftskrise, das Baugewerbe florierte, die Einnahmen flossen wieder, und die Stadt erarbeitete sich einen beträchtlichen Grad an Wohlstand.
Doch seine Regierung war nicht nur geprägt von positiven Nachrichten. Rassenunruhen und zahlreiche Korruptionsskandale in der Verwaltung überschatteten seine Zeit als Bürgermeister. Die Ausbreitung von Aids und HIV fiel ebenso in diese Zeit wie der Anstieg von Obdachlosigkeit und Kriminalitätsraten. Für eine vierte Amtszeit wurde er 1989 von seiner demokratischen Partei dann nicht mehr nominiert.
Koch galt als energisch und blitzgescheit, stets darum bemüht, "sein" New York nach vorn zu bringen. Er war bekannt für seine flotten Sprüche, doch er konnte auch polarisieren. "Ich bekomme nie Magengeschwüre, weil ich immer genau das sage, was ich denke", sagte Koch einmal zu Journalisten. "Aber ich kann anderen Menschen Magengeschwüre bereiten." Koch ist der einzige US-Bürgermeister, dessen Autobiografie, ein Bestseller, auch als Musical am Broadway aufgeführt wurde. Am liebsten wäre er aber, wie er selbst einmal sagte, Bürgermeister auf Lebenszeit gewesen.
New Yorks amtierender Bürgermeister Michael Bloomberg ließ alle Flaggen an öffentlichen Gebäude in Erinnerung an Koch auf Halbmast setzen. Bloomberg würdigte Koch als "unermüdlich und furchtlos", im Amt und als Privatperson. Die Erinnerung an ihn werde in der ganzen Stadt lebendig gehalten.
Erst in dieser Woche hatte eine Dokumentation über Kochs Amtszeiten - sie trägt den einfachen Titel "Koch" - im New Yorker Museum of Modern Art Premiere gefeiert. Koch selbst konnte an der Premierenfeier nicht teilnehmen. Die Sprecherin des Stadtrats, Christine Quinn, sagte bei der Feier: "Ich glaube nicht, dass jemals ein Bürgermeister dieser Stadt mehr Spaß in diesem Amt hatte."
ffr/dpa/Reuters
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