+++ US-Newsblog +++ Trump provoziert Venezuela

US-Präsident Trump geht auf Konfrontationskurs mit Venezuela, er forderte nun die Freilassung eines Oppositionsführers. Die Entwicklungen im Newsblog.

Donald Trump
AP

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03.15 Uhr

Ischinger rät Trump vom Twittern ab

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat das ständige Twittern von US-Präsident Donald Trump kritisiert. "Wer so pöbelt wie dieser Präsident das gegenüber Medien, Justiz und eigenen Geheimdiensten tut, der schadet seiner eigenen Berechenbarkeit und seinem Team", sagte Ischinger der "Bild"-Zeitung. "Hören sie auf zu twittern, Mr. President", riet er Trump.

Ischinger beklagte zudem, dass der neue US-Präsident "maximale Unsicherheit" in die Außenpolitik gebracht habe. "Trump muss eine Linie finden und auf ihr bleiben", so Ischinger. Zudem übte der Ex-Diplomat Kritik an den Mitarbeitern in Trumps Stab. Das höchste Gut in der Außenpolitik seien Vertrauen und Berechenbarkeit. "Wenn eine Persönlichkeit wie der US-Präsident sich mit Personen umgibt, die das stärken, ist das die halbe Miete", sagte Ischinger. "Wenn man sich aber mit Personen umgibt, deren Auftreten für mehr Fragen als für Antworten sorgt, dann gehen Berechenbarkeit und Vertrauen verloren."

02.01 Uhr

Freilassung von Oppositionsführer gefordert - Trump provoziert Caracas

US-Präsident Donald Trump geht auf Konfrontationskurs zur sozialistischen Regierung in Venezuela. Demonstrativ traf er in Washington die Ehefrau des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López, Lilian Tintori. Zu einem Bild des Treffens schrieb der 70-Jährige bei Twitter: "Venezuela sollte Leopoldo López, einem politischen Gefangenen [...], erlauben, sofort das Gefängnis zu verlassen." López verbüßt wegen angeblicher Anstachelung zur Gewalt bei regierungskritischen Protesten eine fast 14-jährige Haftstrafe.

Kurz vor der Veröffentlichung der Aufforderung Trumps hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro noch gemäßigte Töne angeschlagen: "Wenn Sie mich fragen, sage ich, dass ich mich nicht mit dem Señor Trump streiten will." Es gehe um eine Beziehung des Respekts und Dialogs. Zugleich äußerte er bei einer Veranstaltung mit Militärs die Befürchtung, dass die Beziehungen auf das gleiche schlechte Niveau fallen könnten wie mit dem "Bush-Clan und dem Clan Clinton-Obama." Der Imperialismus sei eine Bedrohung für das Land.

Die USA hatten Anfang der Woche gegen Vizepräsident Tareck El Aissami Sanktionen verhängt. Vom US-Finanzministerium wird ihm eine Verwicklung in den Drogenhandel vorgeworfen. Er wurde auf eine Liste mit Personen gesetzt, deren Vermögen eingefroren werden und mit denen niemand aus den USA mehr Handel treiben darf. Nach Auffassung der US-Regierung kontrolliert er Drogenrouten nach Mexiko und in die USA.

22.58 Uhr

Mexikaner planen "menschliche Mauer" an der US-Grenze

Mit einer Menschenkette an der Grenze zu den USA wollen Mexikaner gegen die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump protestieren. In den Grenzstädten Tijuana und Ciudad Juárez sollen am Freitag so viele Menschen wie möglich eine "menschliche Mauer" bilden, hieß es am Mittwoch in einem Aufruf von Senatoren verschiedener politischer Parteien und zivilgesellschaftlicher Organisationen. "Es ist ein Protest gegen den von Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Mauerbau und die neuen Maßnahmen gegen Migranten, die die Rechte der mexikanischen Einwanderer verletzen."

max/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
imlattig 16.02.2017
1. Leopoldo López...
war an einem putsch gegen die regierung chavez beteiligt. dieser putsch wurde nachweisbar von den usa gelenkt wenn das in deutschland passiert wäre, würde von seiten der regierung auch nicht anders gehandelt werden. man erlässt putschisten gegen eine demokratisch gewählte regierung nicht aus der haft.
kalim.karemi 16.02.2017
2. Merkel in China / Türkei, etc
Und spricht bei der Gelegenheit mal wieder den Umfang mit der Opposition an. Ist die Schlagzeile im Spiegel dann "Merkel provoziert China / Erdogan etc" oder Bundeskanzlerin mahnt an?
002614 16.02.2017
3. was denn nun?
Zitat von imlattigwar an einem putsch gegen die regierung chavez beteiligt. dieser putsch wurde nachweisbar von den usa gelenkt wenn das in deutschland passiert wäre, würde von seiten der regierung auch nicht anders gehandelt werden. man erlässt putschisten gegen eine demokratisch gewählte regierung nicht aus der haft.
war der Haftgrund nun ein Putsch oder "angebliche Anstachelung zur Gewalt bei regierungskritischen Protesten" ? Da z.Zt. alles in Amerika kritisiert wird, kann man annehmen, dass die Darstellung im Artikel eher zutrifft. - aber natürlich wird Trump's Position als Provokation dargestellt, auch wenn er nur die Freiheit verteidigt, da er sich ja mit "regierungskritischen Protesten" sehr gut auskennt.
entredostierras2011 16.02.2017
4. zu #1: jetzt aber mal gaaanz vorsichtig..
bei dieser Argumentation waere der comandante eterno doch glatt im Gefaengnis gestorben (und Venezuela vieleicht um die groesste Katastrophe seiner Geschichte herum gekommen), Sei wissen schon, Putschversuch gegen eine demokratisch gewaehlte Regierung in 1992... btw, das erste vernuenftife Statement vom Donal seit einer gefuehlten Ewigkeit.. :-)
keilajedrik 20.02.2017
5. @ #4: I couldn't agree more!
Wenn Trump in Richtung Venezuela so weitermacht, werde ich ihm gerne viele andere Dummheiten verzeihen! Dieses durch und durch korrupte Regime aus Drogenhändlern und Veruntreuern von Staatseigentum muss mit allen (!) Mitteln bekämpft werden. Und das hat unter unter Obama nicht nur nicht funktioniert, sondern diese Verbrecherbande wurde ganz offensichtlich geschont und geschützt, und die (inkompetente) Opposition MUD wurde in von vornherein aussichtlose "Dialoge" mit Maduros Konsorten gedrängt. Hierzu informiere man sich mal über die Rolle von Obamas Diplomat Shannon. Von ihm und diversen Exponenten der systematischen Menschenrechtsverletzer (z.B. Diosdado Cabello und Delcy Rodriguez) gibt es Dutzende Fotos mit Grinse-Gesichtern und Schulterklopfen. Zum Thema Venezuela kann ich Trump also nur zurufen: weiter so und "más duro"!
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