Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Die Lage am Freitag Liebe Leserin, lieber Leser,

es war kurz nach Mitternacht, als sich Kanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Regierungschefs auf eine Linie für den geplanten Flüchtlingsdeal mit der Türkei einigten. Jetzt muss noch die Regierung in Ankara mitspielen; und ob das alles ausreicht, die miese Stimmung daheim zu verbessern, muss sich erst noch erweisen.

Ein Team meiner Kollegen beschreibt in der neuen SPIEGEL-Titelgeschichte, die heute ab 18 Uhr digital abrufbar ist, die Entfremdung Merkels von einem Teil der deutschen Bevölkerung. Für viele Wähler sei die Kanzlerin zur Personifizierung einer "herrschenden Klasse geworden", die neben "den Christdemokraten nicht nur Grüne und Sozialdemokraten einschließt, sondern auch die Spitzen von Wirtschaft, Gewerkschaft und Medien". Ein Hauch von Apo weht durch die Republik, aber diesmal kommt er von rechts.

Hier in einem Schritt bestellen:

Zur Großansicht
DPA

Der Rudelführer

Der Machtkampf zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und seinem potenziellen Nachfolger Markus Söder nimmt bizarre Züge an. Wochenlang hatte der bayerische Finanzminister seinen Chef zu einem möglichst harten Kurs gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin gedrängt. Doch als Seehofer gestern über ein Ende der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU fabulierte, ließ Söder per Interview wissen, dass so etwas "nicht infrage" komme. So macht man klar, wer bald das Sagen hat. Seehofer ist der alte Rudelführer: erfahren, verschlagen, kampferprobt. Söder aber hat den stärkeren Verbündeten: die Zeit.

Zur Großansicht
REUTERS

Jenseits von Afrika

Schwierige Mission für Sigmar Gabriel: Der SPD-Chef will heute bei den Genossen in Sachsen-Anhalt dafür werben, in eine sogenannte Kenia-Koalition mit CDU und Grünen einzutreten. Viele Sozialdemokraten in Magdeburg aber sind dagegen, weil sich ihr Stimmenanteil bei der jüngsten Landtagswahl mehr als halbiert hat. Ginge der Absturz so weiter, wären sie beim nächsten Mal nicht mehr im Parlament. Kein Wunder, dass manche Genossen ihre Zukunft nicht in der Regierung sehen, sondern jenseits von Afrika: in der Opposition.

Zur Großansicht
DPA

Supermann

Frank-Jürgen Weise ist Deutschlands Super-Manager, der erst die Arbeitsämter auf Vordermann brachte und jetzt den Antragstau in den Flüchtlingsämtern auflösen soll. Das Problem ist nur: Auch der Ärger staut sich auf, zwischen Weise und seinen Beamten. Mein Kollege Wolf Wiedmann-Schmidt beschreibt den Streit im neuen SPIEGEL.

Zur Großansicht
DPA

Die Lösung

Immer noch beschäftigt der Milliardenverlust bei der Deutschen Bahn die Gemüter. Dabei könnte die Lösung so einfach sein. Marion Jungbluth, Verkehrsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bundesverband, warnt davor, Schaffner, Lokführer oder Stellwerker zu entlassen. Besser sei es, ihre Pressesprecher zu feuern. Da ist etwas dran. Erstens reicht der Rausschmiss der rund 30 Presseleute bei der Bahn sicher aus, um den Verlust von 1,3 Milliarden Euro auszugleichen. Und zweitens: Gibt es keine Pressesprecher mehr, erfährt auch niemand etwas von Verlusten.

Auch beachtenswert

# Cem Özdemir nennt Bedingungen für Schwarz-Grün im Bund

# Ban Ki Moon zur Flüchtlingskrise: "Merkel macht einen super Job"

# Illner-Talkshow zum EU-Türkei-Deal: "Eine moralische Bankrotterklärung"

Zur Großansicht
DPA

Gewinner des Morgens...

ist Bundespräsident Joachim Gauck. Seit Monaten bestürmen ihn Spitzenpolitiker von Angela Merkel bis Sigmar Gabriel, noch einmal anzutreten. Am Samstag bricht Gauck zu einer fünftägigen Reise nach China auf. Shanghai, Peking, die Provinz Shaanxi. Doch in Wahrheit geht es nur um eine Frage: Macht er weiter oder nicht? Gauck ist jetzt der Jogi Löw der deutschen Politik. Die ganze Nation wartet auf sein Votum.

Zur Großansicht
picture alliance / dpa

Geburtstag

Anne Will, Fernsehjournalistin, 50.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start ins Wochenende, Ihr

Michael Sauga, Leiter Hauptstadtbüro DER SPIEGEL

Newsletter
DIE LAGE: Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen
Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Merkel
Hilfskraft 18.03.2016
über diese Frau wurde genug geschrieben und gesprochen.
2. Wer wartet auf Gauck?
dialogischen 18.03.2016
Es ist mir schnuppe, ob die Führer der Beamtenpartei sich Herrn Gauck als Bundespräsidentendarsteller wünschen. ... und ich warte auch nicht auf seine Entscheidung, wie das die Propaganda behauptet. Ich warte auf einen Bundespräsidenten, der sein Amt nutzt, um der Abwendung der Partei von Demokratie, Anstand und Gemeinwohlorientierung entgegenzutreten. Ich nehme an, dafür hätten wir 80 Millionen Alternativen.
3.
pelayo1 18.03.2016
Der Widerstand gegen Merkel kommt NICHT von rechts; er kommt von allen menschen, die noch eine klare, nicht ideologisch verzerrte Wahrnehmung der politischen Situation haben.
4. .
karend 18.03.2016
"Jetzt muss noch die Regierung in Ankara mitspielen; und ob das alles ausreicht, die miese Stimmung daheim zu verbessern, muss sich erst noch erweisen." Irgendwie bezweifle ich dieses. Die Augen fest verschlossen, ist der Pakt erkauft. Heißt die freiwillige Aufnahme von Flüchtlingen, dass Deutschland wieder vorangeht in der Hoffnung, dass andere folgen werden? Warum die Flüchtlinge unbedingt in dieses Land und z.b. nicht nach Italien wollen, wurde ein 16-jähriger Afghane von einem Guardian-Journalisten gefragt: "(…) he replies without hesitation: “'Italien hat kein Geld!' Italy has no money!" http://www.theguardian.com/commentisfree/2016/mar/17/german-elections-angela-merkel-europe-refugees
5.
Erwin S. 18.03.2016
Aufgrund beruflicher Erfahrungen mit der BA und Jobcentern kann ich weder die Bezeichnung Supermann für Herrn Weise nachvollziehen, noch die Behauptung er hätte die Arbeitsämter auf Vordermann gebracht (die es zu Weises Zeit als Chef gar nicht mehr gab). Er wird auch beim BAMF scheitern.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: