DIE LAGE am 26.2.2016 Liebe Leserin, lieber Leser,


in Shanghai beginnt der Gipfel der wichtigsten Wirtschaftsnationen, der so genannten G20-Staaten. Während wir uns in Deutschland die Köpfe über die Flüchtlinge heiß reden, übersehen wir manchmal andere Probleme. Zum Beispiel den Zustand der Weltwirtschaft. China schwächelt, in wichtigen Schwellenländern wie Brasilien sind die Zeiten hoher Wachstumsraten vorbei. Börsianer weltweit sind seit Wochen hochnervös. IWF-Chefin Christine Lagarde orakelt, dass sich die Weltkonjunktur weiter abkühlen könnte. Und was tut Wolfgang Schäuble? Der Finanzminister mahnt zur Ruhe: Nach seiner Einschätzung übertreiben die Börsen. Er sei sich mit seinem amerikanischen Amtskollegen Jack Lew einig, dass es sich nicht um ein Krisenszenario handele. Hoffentlich behält Schäuble recht. Sonst könnten die Flüchtlinge bald unser geringstes Problem sein.

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AFP/ Khamenei.ir

Doppelwahl in Iran

In Iran beginnen heute gleich zwei wichtige Wahlen: die Parlamentswahlen und die Wahl zum Expertenrat. Normalerweise interessieren sich die Iraner kaum für den Expertenrat, doch dieses Mal könnte es anders sein. Denn der Expertenrat bestimmt den nächsten Revolutionsführer, wenn Ali Khamenei (Foto) stirbt - Khamenei hat selbst angedeutet, dass dies bald der Fall sein könnte. Der 76-Jährige soll an Prostatakrebs erkrankt sein. Frei sind die Wahlen nicht. Im Vorfeld wurden Reformer-Kandidaten massenweise ausgeschlossen. Nun unterstützen diese die Gemäßigten im konservativen Lager, um zu verhindern, dass die Hardliner die Wahlen gewinnen. Eine Mehrheit der Moderaten im Parlament würde auch Präsident Hassan Rohani das Leben einfacher machen. Lesen Sie hier die Analyse meiner Kollegin Raniah Salloum zu den Wahlen.

AFP

Rubio und Cruz können gegen Trump punkten

In der letzten großen TV-Debatte vor dem "Super Tuesday", bei dem in elf Bundesstaaten republikanische Vorwahlen abgehalten werden, haben sich in der Nacht die verbliebenen Kandidaten der Republikaner-Partei heftige Wortgefechte geliefert. Sowohl Marco Rubio als auch Ted Cruz konnten gegen Donald Trump punkten. Sie warfen Trump vor, für die Kandidatur und für das Präsidentenamt völlig ungeeignet zu sein. Der Milliardär geriet zwischenzeitlich sichtbar in die Defensive. Fraglich ist aber, ob die Attacken noch etwas bringen: Trump liegt bei der Basis der Republikaner in etlichen Umfragen in Führung. Er selbst versuchte, sich erstmals ein wenig staatsmännischer zu geben. Offenbar will er so auch moderate Republikaner ansprechen. Das Rennen bleibt spannend: Am kommenden Dienstag berichten wir bei SPIEGEL ONLINE die ganze Nacht von den Vorwahlen in den USA.

REUTERS

Gewinner des Morgens

Ist für mich Scott J. Kelly, der US-Astronaut hat fast ein Jahr auf der internationalen Raumstation zugebracht, kommenden Dienstag soll er per Sojus-Kapsel auf die Erde zurückkehren. Mit 340 Tagen im All bricht er den Nasa-Rekord, der bislang bei 215 Tagen lag. Ich bewundere den Mut und die Leidenschaft von Astronauten wie Kelly. Er war vor allem deshalb so lange im All, damit die Nasa Erfahrungen sammelt für künftige bemannte Langzeitmissionen, etwa zum Mars.

Geburtstage

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, 62.

Ahmet Davutoglu, Ministerpräsident der Türkei, 57.

Martin Dulig, 42, SPD, Vize-Ministerpräsident von Sachsen, 42.

Mit besten Grüßen, Ihr

Roland Nelles, Mitglied der Chefredaktion, SPIEGEL ONLINE

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insgesamt 4 Beiträge
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analyse 26.02.2016
1. Na da können wir ja froh sein,daß wir Herrn Schäuble haben!
=Besonnenheit gegen wirres ,widersprüchliches Geschwafel aus den verschiedensten Ecken !
dirk1962 26.02.2016
2. Schäuble spielt sein Spiel
....wie er es immer getan hat. Er wird in diesem Jahr allerdings entzaubert werden, weil die Kosten für die Flüchtlinge aus dem Ruder laufen. Seine schwarze Null wird vermutlich schon im Sommer Geschichte sein.
m.gu 26.02.2016
3. Der Beitrag insgesamt sehr gut beschrieben
Die Geburtstage von Herrn Erdogan ( 62 ) und Davutoglu ( 57 ) sind interessant. Ich hätte mir gewünscht, dass dazu wenige Worte gefallen wären. Beide Staatsmänner sind hauptverantwortlich für die heutige Lage im Nahen Osten. Sie sind die wahren Kriegstreiber und führen Vernichtungsfeldzug gegen sämtliche Kurden in Syrien, Irak und in der Türkei. Siehe Quelle: "Erdogans Feldzug gegen die Kurden." Ansonsten sämtliche Beiträge gut und verständlich beschrieben.
dieter 4711 26.02.2016
4. Weg mit der Schwarzen Null
Weg mit der Schwarzen Null, wir brauchen das Geld für die Flüchtlinge
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