DIE LAGE am 4.3.2016 Liebe Leserin, lieber Leser,


heute fliegt Angela Merkel für ein Mittagessen zu Frankreichs Präsident Hollande. Offiziell geht es bei dem Treffen um den bevorstehenden EU-Gipfel am Montag. Inoffiziell ist es eine elegante Möglichkeit, einen lange geplanten Unternehmensbesuch mit dem baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu vermeiden. Die Südwest-CDU glaubt, dass sie auch deshalb so schlecht dasteht, weil Merkel sich prima mit dem Grünen versteht. Nur Merkel will nicht schuld sein, wenn die CDU in Baden-Württemberg eine historische Niederlage einfährt. In der CDU gilt gerade der Satz: Jeder verliert für sich allein.

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DPA

Gabriel ist schuld

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Heft 9/2016
Freiheit ohne Lenkrad: Das selbststeuernde Fahrzeug verändert unser Leben

Nach Lage der Dinge wird der Wahltag am 13. März nicht nur bitter für die CDU, sondern auch für die Sozialdemokraten. Laut der neuesten Umfrage von Infratest dimap für den WDR stehen sie in Baden-Württemberg bei 13 Prozent, in Sachsen-Anhalt bei 15 Prozent. Das weitere Schicksal von Parteichef Sigmar Gabriel wird auch davon abhängen, ob es wenigstens Malu Dreyer gelingt, sich als Regierungschefin in Mainz zu halten. In der SPD gilt gerade der Satz: Alle Schuld dem Vorsitzenden.

SPIEGEL ONLINE
"House of Cards" in Deutschland

Wer der Meinung ist, Politik sei ein zynisches Geschäft, findet in der amerikanischen Fernsehserie "House of Cards" reichlich Bestätigung. Kevin Spacey spielt darin den Politiker Frank Underwood, der schon mal eine Journalistin vor die U-Bahn schubst, wenn die Gefahr besteht, dass sie ihn am Fortkommen hindert. Am Freitag läuft die vierte Staffel der US-Serie an, und die Kollegen von SPIEGEL ONLINE haben gefragt: "Wie viel 'House of Cards' steckt in der deutschen Politik?" Geantwortet haben unter anderem Jürgen Trittin (Grüne), Dorothee Bär (CSU) und Karl Lauterbach (SPD). Okay, einen Mord konnten sie dabei nicht aufklären. Aber Taktik, Machtspiele, Intrigen - das gibt es natürlich auch bei uns. Hier im Video ein Vorgeschmack.

Auch beachtenswert

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AFP

Gewinnerin des Morgens

ist Hillary Clinton. In den letzten Monaten wurde viel gelästert über ihre Übervorsicht und ihre Reden, die glatt geschliffen sind wie Kieselsteine. Wer allerdings die Schlacht der Gegenseite beobachtet, entdeckt die Vorzüge der Langeweile. Der Republikaner Mitt Romney hat gestern zu einer Attacke auf Donald Trump ausgeholt: "Seine Versprechen sind so wertlos wie ein Abschluss an der Trump University", sagte er und nannte Trump einen "Aufschneider" und "Betrüger". Angesichts des Niveaus des republikanischen Wahlkampfes muss man sagen: Die Wahl Clintons zur Präsidentin ist für die Welt alternativlos.

Geburtstage

Adam Daniel Rotfeld, ehemaliger Außenminister Polen, 78.

Edelgard Bulmahn (SPD), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, 65.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

René Pfister, Leiter Hauptstadtbüro DER SPIEGEL

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insgesamt 17 Beiträge
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Tauem 04.03.2016
1. Kartenhaus
Mal was anderes als das Wolkenkuckucksheim der Medien oder das Puppenhaus der Frau Merkel. Die Realitätsverweigerung der Politkaste richtet nur Schäden an.
analyse 04.03.2016
2. Tatsächlich braucht man beim Marsch durch die Institutionen
Taktik und Verbergen der eigentlichen Ziele,das ist den, im Kern industrie-und technikfeindlichen, GRÜNEN gelungen. Jetzt reden sie gar von Wirtschaft !Da haben sie aber Glück in einem Ländle zu regieren das durch jahrzehnelange gute Wirtschaftspolitik gut dasteht,das sollte man nicht aus Spiel setzen
karend 04.03.2016
3. .
"Aber Taktik, Machtspiele, Intrigen - das gibt es natürlich auch bei uns." Klar, unabhängig von der Couleur werden in der Politik (oder der Wirtschaft) Skrupellosigkeit, Ellenbogen, eine extreme Portion von Egoismus, Härte etc. benötigt, um nach vorn zu kommen.
Eppelein von Gailingen 04.03.2016
4. Nett zu lesen, wer wem für die schlechten Umfragewerte die Schuld zuweist
Es ist nicht der Kandidat, nein es ist die Kanzlerin, die jetzt als schuldig ausgemacht ist, weil sie mit dem regierenden Herrn Kretschmann einig ist? Es ist nicht die relativ gute Politik von Grün und Rot in BW. Welche Schuldzuweisung wird in RhPf herhalten, wenn die SPD weitermacht mit ihrer Politik? Die gebeutelte SPD muss wieder herhalten, so wie die FDP um Westerwelle/Rösler seit der letzten Bundestagswahl an der 5%-Hürde scheiterte. Wenn schon die SPD einen fürchterlichen Zickzackkurs fährt als Mehrheitsbeschaffer für eine schillernde CDU-Regierung. Wenn diese SPD so weitermacht, dann wird es nicht einmal mehr für Rot/noch Roter/und das blasseste Grün aller Zeiten genügen. Die ewige Merkel und die Gefahr einer Fallgrube für die EU.
Smarty- 04.03.2016
5. Alternativlos....
Bei diesem Wort sollte sofort die Alarmglocke schrillen.... Clinton ist die Kandidatin des großen Geldes und der Kriegsindustrie....
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