Die Lage am Freitag Liebe Leserin, lieber Leser,


es sieht tatsächlich danach aus, als wolle US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen seines Vorgängers Barack Obama kippen oder zumindest in Teilen neu verhandeln. Mehrere US-Medien berichten, Trump werde in der kommenden Woche offiziell verkünden, dass Iran die Auflagen des Abkommens nicht erfülle und die nationale Sicherheit der USA beeinträchtigt sei.

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Heft 40/2017
"Wir sind im freien Fall"

Er selbst sagte, er werde in Kürze eine Entscheidung bekannt geben. Damit hätte dann der Kongress 60 Tage Zeit, das Abkommen zu überprüfen und könnte möglicherweise neue Sanktionen gegen Teheran beschließen. Trump und seine Strategen versuchen so offenbar, Druck auf die Mullahs auszuüben, damit sie ihr militärisches Engagement in Syrien und im Jemen zurückfahren.

Die Konfrontationsstrategie ist hochriskant: Stellt Trump das Abkommen infrage, könnte Iran sein Atomprogramm wiederaufnehmen. Zudem droht Streit mit den Europäern, Chinesen und Russen, die an dem Abkommen festhalten. Was wäre dann für die USA gewonnen? Nichts.

"Xavier" lähmt weiter den Bahnverkehr

DPA

"Das haben wir noch nie erlebt." So oder ähnlich reagierten viele Menschen in den von Sturmtief "Xavier" besonders betroffenen Regionen im Norden und Osten Deutschlands. Mindestens sieben Tote sind zu beklagen, Kräne, Autos und Lastwagen kippten um, an vielen Orten wurden der Zug- und der Flugverkehr eingestellt. Passagiere strandeten an Bahnhöfen und Airports. Tausende Reisende mussten die Nacht an Bahnhöfen ausharren. Die Bahn stellte mancherorts Schlafwagen bereit, doch die waren teils sofort voll. Auch am Freitagmorgen werden "größtenteils" keine Fernzüge fahren.

Muss May gehen?

REUTERS

Einige britische Konservative arbeiten weiter genussvoll an der Demontage ihrer Vorsitzenden und Premierministerin. Nach Theresa Mays Pannenauftritt beim Parteitag in Manchester meldet sich nun der frühere Generalsekretär der Konservativen, Grant Shapps, zu Wort und fordert eine Neuwahl der Parteiführung. 30 Tory-Parlamentarier im Unterhaus seien bereit für Mays sofortigen Rücktritt, plauderte er in der BBC aus. Die Premierministerin ließ Vertraute verkünden, sie werde im Amt bleiben. Sieht ganz so aus, als könnte dieser Herbst für May noch ungemütlich werden.

Friedensnobelpreis wird vergeben

In Oslo wird heute der diesjährige Friedensnobelpreisträger bekannt gegeben. Wie immer kursieren jede Menge Namen von möglichen Gewinnern. Genannt werden da zum Beispiel die Architekten des Atomabkommens mit Iran - der frühere US-Außenminister John Kerry, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der iranische Außenminister Mohammed Sarif. So könnte die Jury ein starkes Zeichen für nukleare Abrüstung und gegen die Aufkündigung des Atomabkommens setzen. Auch das Uno-Flüchtlingskommissariat (UNHCR), die amerikanische Bürgerrechtsorganisation "American Civil Liberties Union" (ACLU) und der Papst zählen zu den möglichen Kandidaten. Sie alle setzen sich für Flüchtlinge ein. Um 11 Uhr wissen wir mehr.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Verlierer des Tages...

REUTERS

... ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er hat in drastischen Worten Arbeitern, deren Fabriken schließen müssen, geraten, sich lieber neue Arbeit zu suchen, statt die Werkshallen zu blockieren und einen Aufstand zu veranstalten. Nun bekommt er von der vereinten Allianz all jener, die seit Jahren in dem Land alle Reformen blockieren und jeden Fortschritt verhindern, verbale Haue, wird als Präsident der Reichen und als Schnösel verhöhnt. Recht hat Macron natürlich - von großer politischer Weisheit zeugen seine Sprüche trotzdem nicht.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag,

Ihr Roland Nelles

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insgesamt 1 Beitrag
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thequickeningishappening 06.10.2017
1. # Iran Abkommen
Abkommen sind dazu da dass man Sie einhaelt; eine einseitige Afgkuendigung waere Der Anfang vom Ende zukünftiger Entspannungspolitik!
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