Die Lage am Donnerstag Liebe Leserin, lieber Leser,


in James-Bond-Filmen gibt es den Bösewicht Ernst Stavro Blofeld, der seine Katze streichelt, hämisch lacht und dabei die größten Gemeinheiten ausheckt. Wladimir Putin, Russland Präsident, erscheint im aktuellen Konflikt mit Großbritannien wie die moderne Version eines Blofeld. Kaum jemand zweifelt noch daran, dass Putin und seine Spione hinter dem Mordversuch an dem Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter stecken. Der Russe hatte für die Briten spioniert.

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Heft 11/2018
Depression: Wie gerät man hinein - wie kommt man heraus?

Selbst Donald Trumps Weißes Haus in Washington stellt sich nun klar auf die Seite der Briten und verurteilt die Attacke nach langem Zögern scharf. Mit Kritik an Putin tut sich der US-Präsident sonst bekanntlich schwer, aus welchen Gründen auch immer. Putin weist natürlich weiterhin alle Vorwürfe erbost zurück. In einem Interview mit dem russischen Fernsehen erklärte er dieser Tage allerdings sehr passend, er könne vieles verzeihen, nur eine Sache nicht: "Verrat."

Thomas de Maizière trifft auf Horst Seehofer

DPA

Zu einer interessanten Begegnung soll es heute im Bundesinnenministerium kommen: Der scheidende Hausherr Thomas de Maizière übergibt die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Horst Seehofer. Pikant ist das natürlich deshalb, weil de Maizière den Dienst als Minister nicht freiwillig beendet. Er passte nicht mehr in die Proporzformel der Kanzlerin, was dazu führte, dass er ein Interview gab, in dem er erkennen ließ, dass er Seehofer für den Posten für ungeeignet hält, weil der kein Jurist ist. Er meckert also ein bisschen in der Pose des Gekränkten, vermeidet aber eine echte Abrechnung mit Merkel und Seehofer. Aber wer weiß, vielleicht platzt es ja doch noch aus ihm heraus. Das wäre vielleicht befreiend.

Trumps neuer Berater ist ein alter Freund

REUTERS

Schon heute will US-Präsident Donald Trump wohl seinen neuen Chef-Wirtschaftsberater im Weißen Haus vorstellen: Nach dem Abgang von Gary Cohn soll der konservative TV-Kommentator Larry Kudlow die Aufgabe übernehmen. Kudlow ist ein alter Trump-Kumpel aus New York, er gilt als loyal, liegt aber nicht in allen ökonomischen Fragen mit Trump auf einer Wellenlänge. Zum Beispiel warnte er den Präsidenten bereits mehrfach öffentlich vor einem Handelskrieg mit Partnern wie Europa. Das führt wiederum zu der Frage, wie lange es dieser Neuzugang wohl im Weißen Haus aushalten wird. "Berater" haben es bei diesem Präsidenten bekanntlich schwer, besonders, wenn sie andere Meinungen vertreten als er. 2008 erklärte Kudlow übrigens: "Es gibt keine Rezession." Danach begann die Finanzkrise. Sehr vertrauenserweckend.

Bundestag berät über Auslandseinsätze

DPA

Die neue Regierung ist im Amt, endlich geht die Arbeit los. Klarheit soll es zum Beispiel möglichst bald über die Zukunft der deutschen Auslandseinsätze geben. Der Bundestag berät deshalb heute unter anderem über die Verlängerung und Ausweitung der Einsätze der Streitkräfte in Mali, in Afghanistan und im Kampf gegen den IS im Irak und in Syrien. Die Afghanistan-Truppe soll von 980 Soldaten auf bis zu 1300 aufgestockt werden. Auch das Kontingent in Mali soll von heute 1000 auf künftig 1100 Soldaten anwachsen. Außerdem ist geplant, den Ausbildungseinsatz im Irak zur Unterstützung des Kampfes gegen den "Islamischen Staat" nicht mehr nur auf die Kurdenregion zu begrenzen, sondern auf das ganze Land auszuweiten.

Verlierer des Tages...

REUTERS

... ist die US-Fluggesellschaft United Airlines. Erst starb auf einem United Flug von Texas nach New York ein Hund, weil das Bordpersonal die Besitzer zwang, das Tier in ein Gepäckfach einzuschließen. Und nun schickte die Airline auch noch versehentlich einen anderen Hund nach Japan, obwohl der eigentlich nach Kansas sollte. Da die Amerikaner mindestens solche Hundenarren sind wie die Deutschen, sind dies beides natürlich auch PR-mäßig absolute Todsünden. Zum Glück hat der Hund, der nach Japan geschickt wurde, die Reise aber überlebt. Er soll nun sofort zurückfliegen, hat United versprochen. First Class. Was sonst?

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StefanZ.. 15.03.2018
1. Verzweifeln hilft auch nicht weiter
Ich weiß ja nicht wie es meinen Mitlesern in diesen Tagen geht, aber beim Lesen der vielen irrationalen Entscheidungen in der Politik (neuestes Beispiel das sich Breitmachen von Falken in der US-Regierung, also das Gegenteil von der einmal versprochenen wirklich neueren und besseren Politik und dem Aufräumen unter den Strippenziehern) und angesichts des bereitwilligen Mitschwimmens von Medien quer durch viele Länder kann bei am Gemeinwohl interessierten Menschen schon leicht ein Anflug von Depression entstehen. Es ist aus meiner Sicht angesichts der Risiken grob fahrlässig und unverantwortlich so leichtfertig mit zwischenstaatlichen Beziehungen umzugehen. Deshalb auch Dank an die Spiegel Initiative zum Aufgreifen des Themas Depressionen. Der entsprechende Artikel ist wirklich interessant. Ein Mensch der unter Depressionen leidet, ist ein Mensch der dabei fehlt diese Welt in eine bessere umzugestalten. Dann möchte ich zu diesem Anliegen auch einen wertvollen Teil meiner Wochenendlektüre mit der Leserschaft teilen: http://researchnews.plos.org/2018/02/21/nobodys-perfect-self-compassion-may-mitigate-the-harmful-effects-of-perfectionism/ Das Aufkeimen von Depressionen lässt sich nämlich nun nachgewiesener Weise gut bekämpfen indem man lernt und trainiert sich selbst der beste Freund zu sein, sein eigener bester Berater der mitfühlt und leicht vergibt. Nur aus einer solchen inneren Denkweise und Stärke heraus kann das eigene Leben in liebevoller und intelligenter Weise gestaltet werden, mit dann auch der Kraft und Möglichkeit Positives für andere zu bewerkstelligen. Und das hat nichts mit dem von vielen Religionen verdammten Egoismus zu tun. Auch das Predigen von Selbstlosigkeit oder Entkopplung von weltlichen Belangen ist in keiner Weise zielführend.
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