Die Lage am Dienstag Liebe Leserin, lieber Leser,


der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich wird immer spannender. In drei Wochen ist Wahltag, heute treffen erstmals alle elf Kandidaten bei einer TV-Debatte aufeinander. Das dürfte ein ziemliches Durcheinander werden. In den Umfragen liegen Marine Le Pen und Emmanuel Macron immer noch an der Spitze.

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Heft 14/2017
Was der rasante digitale Fortschritt dem Menschen abverlangt

Auf Platz drei folgt der Konservative François Fillon, doch dahinter holt der linke Volkstribun Jean-Luc Mélenchon überraschend auf. Lautet die Paarung in der Stichwahl am Ende Le Pen gegen Mélenchon? Experten meinen: Eher unwahrscheinlich. Hoffentlich behalten sie recht.

DPA

Katrin Göring-Eckardt ist auch noch da

Die Grünen setzen auf ihr Öko-Profil, wettern gegen Bienensterben und Kohlekraft. Dabei gibt es noch eine andere Expertise, die die Partei für sich beansprucht - das Zuwanderungs- und Asylrecht. Damit die Wähler das endlich mal wieder mitbekommen, will Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt heute den flügelübergreifend abgesegneten Entwurf für ein Einwanderungsgesetz vorstellen. Gut so: Deutschland braucht tatsächlich ein Einwanderungsgesetz. Nur, ob die Grünen dieses nach der Bundestagswahl mitgestalten werden, ist angesichts der mauen Umfragezahlen eher fraglich.

Steinmeier spricht in Straßburg

Frank-Walter Steinmeier besucht heute in seinem neuen Amt als Bundespräsident erstmals das EU-Parlament; er will sich für die Stärkung der Demokratie in Europa einsetzen. Ob er in Straßburg auf die richtigen Zuhörer trifft? Bekanntlich versammeln sich dort nicht nur viele Europa-Freunde, sondern leider auch etliche Vertreter jener populistischen Strömungen, die die EU in der jetzigen Form am liebsten abschaffen würden. Marcus Pretzell von der AfD zum Beispiel. Oder Marine Le Pen. Ihre Freude über den hohen Besuch dürfte sich in Grenzen halten.

Armin Wiech/ Archiv Bürgerbewegung Leipzig

Ein Buch-Tipp

Das SPIEGEL-Buch "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution" meines Kollegen Peter Wensierski lässt die Zeit vor der Wende in der DDR wieder auferstehen. Wensierski berichtet über eine Gruppe junger Leipziger Rebellen, die den Aufstand wagte und letztlich einen entscheidenden Beitrag zur Wende leistete. Morgen um 19 Uhr stellt Wensierski sein Buch in Berlin vor, einige der Protagonisten aus Leipzig sind dabei. Der Ort ist passenderweise die ehemalige Stasi-Zentrale (Haus 22, Ruschestraße 103). Hier gibt es alle Infos. Die Lesung ist kostenfrei. Außerdem verlosen wir fünf Exemplare des Buches. Bei Interesse bitte eine kurze Mail an: Julia.Parker@spiegel.de

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

AFP

Gewinner des Tages...

... ist Außenminister Sigmar Gabriel. Der einstige SPD-Chef scheint sich im Außenamt pudelwohl zu fühlen. Die vornehm-diplomatische Zurückhaltung seines Vorgängers Frank-Walter Steinmeier ist Gabriel bekanntlich fremd. Wenn er ein Problem sieht, redet er nicht lange drumherum. Auf der Rangliste der beliebtesten Politiker im neuen SPIEGEL hat er sich nach seinem Job-Wechsel prompt um erstaunliche vier Prozentpunkte verbessert. Da kann man nur sagen: Alles richtig gemacht.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag,

Ihr Roland Nelles

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Seite 1
kopp 04.04.2017
1. Die Grünen haben sich einen Platz im Museum verdient ...
... in der Abteilung 'Politische Irrungen und Wirrungen'.
kopp 04.04.2017
2. Gegen den Chef der 'France Insoumise' sind die Linken in Deutschland Waisenknaben
Mélenchon von der Linksfront ist eine rhetorische Ausnahmeerscheinung, der alle anderen Kandidaten, sogar Marine Le Pen, auf diesem Gebiet in die Tasche steckt. Sollte der gegen MLP in der Stichwahl gewinnen, ist es mit der EU vorbei.
kleinsteminderheit 04.04.2017
3. Die Grünen im Niedergang
Alternativ und progressiv das war einmal. Eigentlich sind die Grünen heute urkonservativ. Früher taugten sie zum Bürgerschreck, heute ist der "grüne Oberstudienrat" die Verkörperung des Spießertums und der Schrecken der Nachbarschaft. Abgehobene Elite, hoher moralischer Anspruch ohne Bodenhaftung. Die Rolle in der Zuwanderungskrise war bislang wenig hilfreich. Ein zu idealistisches Menschenbild, die Verweigerung bei der Behebung von Missständen und kein Gespür für Belastungsgrenzen bei jenen, die vor Ort die Herausforderungen annehmen müssen. Die Grünen haben sich einer beschleunigten Abschiebung krimineller Nordafrikaner verweigert. Moralisch sauber aber für deren Opfer ein Hohn. Wir dürfen auf das Zuwanderungsgesetz gespannt sein
IMOTEP 04.04.2017
4. Ikarus
Das Kapital und das arbeitende Proletariat, dazwischen soll vermittelnd und ausgleichend die SPD stehen . Sie soll dafür Sorgen das die Reichen nicht zu reich und die Armen nicht zu arm werden . Diesen Auftrag erfüllt sie nur unzulänglich , siehe Schröder mit seiner Agenda. Kommt sie dem Kapital zu nahe geht es ihr wie dem Ikarus in der Sage, sie stürzt ab und wird verachtet von denen die sie wählen sollen. Ein Balance Akt, ein Spagat der nur selten gelingt. Das alte Dilemma der Sozialdemokratie , leider !
berlin1136 04.04.2017
5. Brandenburger Tor
Der Beweis ist da. Berlin ist doch Posemukel und macht sich zur Lachnummer mit der Weigerung der Anstrahlung des Brandenburger Tores in den russischen Farben. Es gibt halt unterschiedliche Opfer, denen man Gedenken muss. Gute und weniger Gute. Gruß Ein Berliner
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