Die Lage am Mittwoch Liebe Leserin, lieber Leser,


bei den Protesten in Iran steigt die Zahl der Todesopfer. Beide Seiten, das islamische Regime und die Demonstranten, sind offenbar zu allem entschlossen. Bisher gab es in Iran immer eine Mitte; Kräfte, die zur Mäßigung aufriefen, die glaubwürdig waren. Jetzt ist diese Mitte verschwunden.

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Heft 1/2018
Bewegen, gut essen, entspannen: Der Masterplan für ein viel längeres Leben

Auf der einen Seite der Aufstand gegen das islamische Regime, die Wut auf Misswirtschaft und Korruption, auf die leeren Versprechen von Präsident Rohani und den Reichtum, den die Günstlinge des Systems unverhohlen zur Schau stellen. Auf der anderen Seite hat das Regime die Reihen geschlossen. Für Europa und Deutschland könnte sich die Flüchtlingsfrage bald in ganz neuer Dimension stellen.

Warten auf Deutschland

DPA

Heute Abend kommt Kanzlerin Merkel mit SPD-Chef Schulz und CSU-Chef Seehofer zusammen. Die drei Fraktionschefs der möglichen Koalitionäre sind auch dabei, ein weiteres Mal wollen sie die Sondierungen vorbereiten, die dann am Sonntag beginnen sollen - bevor dann am 21. Januar der SPD-Parteitag entscheidet, ob Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden sollen, über deren Ergebnis dann die SPD-Mitglieder abstimmen werden, bevor vielleicht gegen Ostern eine Regierung gebildet werden kann.

Mir geht ein Satz aus Merkels Neujahrsansprache nicht aus dem Sinn, der überall zitiert wurde: "Die Welt wartet nicht auf Deutschland", hat die Kanzlerin gesagt. Ein merkwürdiger, fast Freud’scher Satz, um zu begründen, warum es jetzt vorangehen muss mit der deutschen Regierung, wo doch die Erwartungen an Deutschland so hoch sind, spätestens seit Trump, und die Welt eigentlich schon auf Deutschland wartet.

Der neue polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki besucht heute Viktor Orbán in Budapest, die beiden warten vielleicht tatsächlich nicht auf Deutschland, jedenfalls nicht auf Merkel. Polens nationalkonservativer Regierungschef sollte beim Rechtspopulisten Orbán einen guten Eindruck hinterlassen, schließlich braucht er dessen Unterstützung. Denn Orbán hat versprochen, sein Veto einzulegen, wenn die EU-Kommission Polen die Stimmrechte entziehen will.

Arabiens Jugend

AFP

In Tunis stellt heute die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie zur Jugend im Nahen Osten vor. Das Resultat der Umfrage: Die jungen Menschen in Tunesien, Marokko, Ägypten und anderen Ländern der arabischen Welt seien desillusioniert, aber optimistisch, heißt es in der Vorankündigung. Das klingt interessant - wie alles Widersprüchliche.

Gewinner des Tages...

SUKI/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

... ist ein Wort: Heimat. Es ist das Modewort des vergangenen Jahres, und seine Popularität reißt nicht ab. Alle sehnen sich nach Heimat, alle vermissen Heimat in dieser globalisierten Welt, und alle haben Verständnis, dafür, dass sich alle nach Heimat sehnen, weil man Heimat ja nicht den Rechten überlassen darf, weshalb auch Linke und Grüne jetzt pausenlos über Heimat reden. Mich hat Heimat auch immer beschäftigt, weil meine Eltern und Großeltern Heimatvertriebene waren und Heimat deshalb immer schon verloren war, nicht erst durch die Globalisierung.

Aber jetzt wird es mir langsam zu heimelig, weil neuerdings einfach alles Heimat ist, nicht nur Schlesien und Ostpreußen und der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, Wald, Fluss, Berge, sondern natürlich auch Sprache und Literatur, Lieblingsfilme, Parteien, Freunde, Verwandte und Haustiere, schlesische Hefeklöße, Nutella und Moselwein, die Bernsteinkette meiner Großmutter und mein alter Mantel.

Und die ganze Tirade ist mir nur eingefallen, weil heute in Berlin der Ernährungsreport 2018 vorgestellt wird, vom zuständigen Ministerium, und raten Sie, was Ernährung ist?

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Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch.

Herzlich,

Ihre Christiane Hoffmann

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
StefanZ.. 03.01.2018
1. Ernährung und Heimat
Aber jetzt mal ganz ehrlich, Frau Hoffmann. Sie habe doch auch viele Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet. Gerade wenn man weit weg ist von Zuhause hat man doch öfters mal Sehnsucht nach den ganz elementaren Dingen, und das Essen gehört gewiss dazu. Die Ehrlichkeit gebietet allerdings zu erwähnen, dass sich diese wehmütige Sehnsucht nach Vergangenem durchaus auch dann einstellt, wenn man seine Neue Heimat irgendwann wieder verlässt, und man erst dann merkt wie viel Wertvolles dieses andere Land einem zu bieten hatte. Sie haben also schon recht, es wird ein bisschen zu viel Schindluder mit dem Begriff Heimat betrieben.
jufo 03.01.2018
2. Frau Hoffmann sorgt für einen interessanten Einstieg ins Aufstehen
Ein gut geschriebener Artikel. Zuviel Heimat wird auch mir zu heimelig aber die Aussicht auf einen iranischen Flüchtlingsstrom mag ich nicht teilen. Wir können tatsächlich nicht die Probleme des nahen Ostens lösens indem wir allen eine neue Heimat bieten aber eine Einwanderungspolitik würde Sinn machen denn ich kenne Iraner unt Tunesier die hier arbeiten und wichtige Aufgaben gut erledigen. Aber bitte nicht einfach alle.
PeaceNow 03.01.2018
3. Frau Hoffmann liegt beim Thema Iran diesmal ungewöhnlich falsch
denn die iranische Mittelschicht ist groß und breit, viel größer als bei uns und bisher beteiligen sich 99% der 83 Mio. Iraner NICHT an den Demonstrationen, was beweist das bisher eine absolute Mehrheit diese ablehnt oder für sinnlos und destruktiv hält. Die breite iranische Mittelschicht hat bisher dafür gesorgt das der Iran in der Region nach Israel das stabilste und sicherste Land war, somit sollte man diese und Reformer wie Rouhani weiter unterstützen, will man nicht neue Hardliner an die Macht und das Ende des Atomdeals sehen. Was dann zum Krieg gegen Iran führen wird und zum Flächenbrand und Fiasko in der ganzen Region incl. vieler Millionen neuer Flüchtlinge, in unsere Richtung.
m.gu 03.01.2018
4. Mich interessiert an 1. Stelle die heutige Politik der sozialen
Ungerechtigkeit in Deutschland. Vor allem die Politiker der CDU/CSU und der FDP tragen die Hauptverantwortung für diese verfehlte Politik. Deutschland ist heute Europameister siehe Quelle: "Deutsche Renten am niedrigsten in ganz Europa." Vor allem Frauen werden aus der Gesellschaft ausgegliedert, Millionen bekommen nachweisbar monatlich zwischen 400 bis 700 Euro zum Leben. Ähnlich ist die Lage bei den Behinderten, Minijobber, Geringverdiener, Hartz IV Bezieher u.a. Menschen. Nachweisbar haben ca. 18 Millionen Deutsche weniger als 1 036 Euro im Monat für Mietzahlung und zum Leben zur Verfügung. Die Armut grassiert in unserem Land belegt siehe Quelle: "Wohnungslosigkeit - 850 000 Menschen haben in Deutschland keine Wohnung." Die unbezahlbaren Wohnungen für die untersten Bevölkerungsschichten haben zu diesem Notstand geführt. In der Fernsehsendung siehe Quelle: "Maybritt Illner zur GroKo." am 07.12.2017 hat die SPD Abgeordnete Frau Schwesig die deutsche Bevölkerung aufgeklärt. Trotz mehreren Anläufe der SPD Politiker zu mehr soziale Gerechtigkeit, wie Mindestrente für jeden Rentner von 850 Euro im Monat, die kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni für jeden Deutschen und der Aufbau einer Bürgerversicherung um die 2 Klassengesellschaft in Deutschland zu beseitigen scheiterten an das Veto der CDU/CSU in breiter Front. In dieser Sendung bestätigte Herr Söder von der CSU diese Tatsachen und setzte noch einen drauf, Zitat: "Auch in Zukunft werden wir diese Punkte ablehnen." Es zeigt jedem User, auch die Wähler für die CDU/CSU die wahre Politik der christlichen Politiker. Teile der Bevölkerung in Deutschland werden regelrecht ausgegrenzt, die Politik der sozialen Ungerechtigkeit für die Mittelschicht und den Vermögenden und Reichen soll fortgesetzt werden. In all unseren westlichen Nachbarstaaten undenkbar, denn in all diesen Ländern sind die Mindestrenten für jeden Minimum 1 000 Euro im Monat (Österreich, 14 x gezahlt) und 1 600 Euro (Dänemark), die Existenz der Bürgerversicherungen für die gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen für jeden Bürger (auch Millionäre, Politiker u.a.) und die kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni für jeden Menschen. Sozial gerecht, so dass in all den Ländern weniger Armut herrscht, ein Bruchteil der Bewohner wohnungslos sind und jeder Bewohner eines Landes wird gleich laut Gesetz behandelt.
klmo 03.01.2018
5.
Zitat von m.guUngerechtigkeit in Deutschland. Vor allem die Politiker der CDU/CSU und der FDP tragen die Hauptverantwortung für diese verfehlte Politik. Deutschland ist heute Europameister siehe Quelle: "Deutsche Renten am niedrigsten in ganz Europa." Vor allem Frauen werden aus der Gesellschaft ausgegliedert, Millionen bekommen nachweisbar monatlich zwischen 400 bis 700 Euro zum Leben. Ähnlich ist die Lage bei den Behinderten, Minijobber, Geringverdiener, Hartz IV Bezieher u.a. Menschen. Nachweisbar haben ca. 18 Millionen Deutsche weniger als 1 036 Euro im Monat für Mietzahlung und zum Leben zur Verfügung. Die Armut grassiert in unserem Land belegt siehe Quelle: "Wohnungslosigkeit - 850 000 Menschen haben in Deutschland keine Wohnung." Die unbezahlbaren Wohnungen für die untersten Bevölkerungsschichten haben zu diesem Notstand geführt. In der Fernsehsendung siehe Quelle: "Maybritt Illner zur GroKo." am 07.12.2017 hat die SPD Abgeordnete Frau Schwesig die deutsche Bevölkerung aufgeklärt. Trotz mehreren Anläufe der SPD Politiker zu mehr soziale Gerechtigkeit, wie Mindestrente für jeden Rentner von 850 Euro im Monat, die kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni für jeden Deutschen und der Aufbau einer Bürgerversicherung um die 2 Klassengesellschaft in Deutschland zu beseitigen scheiterten an das Veto der CDU/CSU in breiter Front. In dieser Sendung bestätigte Herr Söder von der CSU diese Tatsachen und setzte noch einen drauf, Zitat: "Auch in Zukunft werden wir diese Punkte ablehnen." Es zeigt jedem User, auch die Wähler für die CDU/CSU die wahre Politik der christlichen Politiker. Teile der Bevölkerung in Deutschland werden regelrecht ausgegrenzt, die Politik der sozialen Ungerechtigkeit für die Mittelschicht und den Vermögenden und Reichen soll fortgesetzt werden. In all unseren westlichen Nachbarstaaten undenkbar, denn in all diesen Ländern sind die Mindestrenten für jeden Minimum 1 000 Euro im Monat (Österreich, 14 x gezahlt) und 1 600 Euro (Dänemark), die Existenz der Bürgerversicherungen für die gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen für jeden Bürger (auch Millionäre, Politiker u.a.) und die kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni für jeden Menschen. Sozial gerecht, so dass in all den Ländern weniger Armut herrscht, ein Bruchteil der Bewohner wohnungslos sind und jeder Bewohner eines Landes wird gleich laut Gesetz behandelt.
Das Land nimmt enorme Steuern ein, Tendenz steigend. Eine der hauptsächlichen Ursachen: Das Geld wird falsch umverteilt, ineffektiv eingesetzt und teilweise sinnlos verbrannt. Unendlich die Liste, jedoch immer ohne Konsequenz. Die entscheidende Frage ist, WIE man mit den Steuereinnahmen umgeht! Siehe als spontanes Beispiel die Bundeswehr, da funktioniert absolut nichts. Wenn ich dann lese, dass Frau von der Leyen als Nachfolgerin von der jetzigen Kanzlerin gehandelt wird, nimmt die Inkompetenz weiterhin ihren Verlauf. Fazit: Es wird sich nichts ändern.
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