Die Lage am Donnerstag Liebe Leserin, lieber Leser,


in Washington ist das offenkundig angespannte Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Außenminister Rex Tillerson das große Thema. Nun heißt es in mehreren Medienberichten, Tillerson habe Trump bei einem Treffen mit Pentagon-Menschen als "moron" bezeichnet, also als Trottel, als Schwachkopf. Zwar lässt Tillerson dementieren. Doch der Eindruck, dass die beiden nicht miteinander können, verfestigt sich.

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Heft 40/2017
"Wir sind im freien Fall"

Trump sei stocksauer, heißt es. Er wolle aber an Tillerson festhalten, weil schon zu viel Personalchaos in der Regierung herrsche. Tillerson wiederum sieht sich offenbar in der Pflicht, für eine einigermaßen verlässliche US-Außenpolitik zu sorgen - trotz Trump. Man ahnt es fast, die Sache wird nicht gut ausgehen. Wie sagen die Amerikaner so schön? "Stay tuned."

Geheimdienstchefs werden öffentlich befragt

DPA

Im Bundestag gibt es heute eine besondere Premiere: Die Chefs der drei Nachrichtendienste des Bundes müssen sich erstmals öffentlich den Fragen des Geheimdienst-Kontrollgremiums stellen. In einer mehrstündigen Anhörung befragen die Abgeordneten den Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, den Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, und den Präsidenten des Militärischen Abschirmdienstes (MAD), Christof Gramm. Unter anderem soll es um die Themen Terrorbekämpfung und Cyberspionage gehen.

AfD besetzt wichtige Fraktionsposten

DPA

Die AfD-Fraktion im Bundestag will wichtige Posten besetzen. Geplant ist heute die Wahl von vier stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Unter anderem ist für eine der Positionen Beatrix von Storch im Gespräch. Sie hatte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise erklärt, Beamte könnten an der Grenze auch Schusswaffen einsetzen, wenn Menschen das "Halt" nicht akzeptieren würden. Weitere mögliche Kandidaten sind der niedersächsische Landeschef Paul Hampel sowie der Thüringer Abgeordnete Stephan Brandner. Als er noch im Landtag in Erfurt saß, hatte er die Grünen als "Kinderschänder" und "Koksnasen" beschimpft.

Nobelpreis für Literatur wird vergeben

In Stockholm gibt eine Jury heute den Literaturnobelpreisträger bekannt. Was sich die Juroren wohl diesmal ausgedacht haben? Im vergangenen Jahr wurden sie bekanntlich ziemlich kalt erwischt: Sie zeichneten den Musiker Bob Dylan aus, der zeigte aber praktisch kaum Interesse an dem Preis. Dylan ließ viele Tage lang offen, ob er ihn überhaupt annimmt. Dann schwänzte er die Verleihung im Dezember und holte ihn erst im Frühjahr ab. Womöglich lautet die Losung der Jury in diesem Jahr deshalb schlicht: Bloß keine Experimente!

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Gewinner des Tages...

Getty Images

...ist Jupp Heynckes. Dass der 72-jährige Fußballveteran nun laut einem "Bild"-Bericht zum vierten Mal in seinem Leben den FC Bayern trainieren soll, ist für ihn bestimmt ein großes Glück, denn einer wie er dürfte sich im Ruhestand gelangweilt haben. Er soll den Job bis zum Saisonende übernehmen, danach könnte ein Jüngerer angeheuert werden. Heynckes kommt aus einer Zeit, als die Haare lang und die Stulpen kurz getragen wurden. Es war eine gute Zeit. Und deshalb ist es schön, dass er wieder da ist.

Mit besten Grüßen,

Ihr Roland Nelles

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
cipo 05.10.2017
1.
Angeblich soll Tillerson Trump nicht nur als "moron", sondern sogar als "fucking moron" bezeichnet haben. Die wahre Pointe ist: Trump hat 2014 einen Cartoon über Twitter weiterverbreitet, in dem einer der US-Verfassungsväter sagt: "I keep thinking we should include something in the Constitution in case the people elect a fucking moron." Trump kommentierte das damals mit den Worten: "An interesting cartoon that is circulating." Woraufhin damals jemand anderes meinte: "Don't worry #trump, you'll never be elected President". https://twitter.com/realDonaldTrump/status/524960640117780480?ref_src=twsrc^tfw&ref_url=https://www.theguardian.com/us-news/2017/oct/04/rex-tillerson-trump-moron
mum_23 05.10.2017
2. Bitte nicht so überheblich
1. Bob Dylan war kein Experiment. 2. Jupp Heynckes hat sich in seinem Ruhestand ganz sicher nicht gelangweilt.
alternativlos 05.10.2017
3. Bitte Fragen sie nach...
Die demokratische und soziale Grundordnung ist das höchste Gut, was wir haben. Diese zu schützen, sollte eines der wesentlichen Aufgaben der Zivilgesellschaft sein. Ich habe bisher auf die Exekutive, auf die Legislative und auf die Judikative vertraut und als Bürger mitgewirkt, ohne dabei den ganzen Menschen aus den Augen zu verlieren. Bitte Fragen sie im Namen dessen ggü. den Geheimdiensten nach, was hier mit uns passiert und warum so viele in Angst versetzt werden? Warum musste Anna's Papa sich das Leben nehmen?
123Valentino 05.10.2017
4. Jetzt ist...
Trump durchgereicht, Moron , sein eigener Minuster betitelt ihn als Moron. Merkt dieser Mensch denn nicht, dass keiner in wirklich ernst nimmt. Moron, finde ich gut.
i.dietz 05.10.2017
5. Premiere
Die Chefs der Nachrichtendienste müssen Rede und Antwort stehen ! Damit dürfte die Zeit des "schönredens", des "relativierens" und "unter-den-Teppich-kehren-wollen" hoffentlich vorbei sein !
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