Bundesentwicklungsministerium warnt Deutsche Freiwillige sollen Nicaragua verlassen

Bei Krawallen in Nicaragua starben bisher 76 Menschen: Das Bundesentwicklungsministerium hält die Lage in dem Land inzwischen für zu gefährlich.

Proteste in Nicaragua
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Proteste in Nicaragua


Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat angesichts der andauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen in Nicaragua deutsche Freiwillige zur Ausreise aufgefordert. Das lateinamerikanische Land sei zudem für einen Einsatz des Freiwilligendienstes "weltwärts" des BMZ gesperrt worden, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Es befanden sich demnach noch 26 freiwillige Helfer in Nicaragua. Diese sollten zu Beginn der kommenden Woche ausreisen, sagte die Sprecherin.

Zu Beginn der politischen und wirtschaftlichen Krise in Nicaragua waren nach BMZ-Angaben 116 deutsche Freiwillige verschiedener Organisationen im Land. Einige seien vorzeitig zurückgekehrt oder wechselten zu anderen Projekten im Nachbarland Costa Rica. Seit Mitte April gibt es in Nicaragua Proteste gegen den autoritären Präsidenten Daniel Ortega und dessen Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. In der Nacht zum Donnerstag kamen bei erneuten Protesten im Westen des Landes zwei Menschen ums Leben.

Nach Angaben der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte waren bis zum Beginn dieser Woche bei den Krawallen insgesamt 76 Menschen ums Leben gekommen. Zudem hätten mehr als 800 Menschen bei den Protesten Verletzungen erlitten. Die Regierung unter Ortega spricht bisher von 20 Toten.

Unter Vermittlung der katholischen Kirche hatte vergangene Woche ein Friedensdialog zwischen Regierung und Studentenvertretern, zivilen Organisationen und Unternehmern begonnen. Ein vorläufiges Friedensabkommen am Wochenende hatte nicht gehalten.

mho/dpa

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Skyscanner 25.05.2018
1. Anscheint
wird gerade der Hinterhof der CIA auf Vordermann gebracht, alle Regime die den USA nicht in den Kram passen bekommen nun auf einmal massive Bürgerunruhen. Nicht nur in Venezuela Präsident mit Nicolás Maduro, sondern jetzt auch Nicaragua mit Daniel Ortega. Wer denkt da nicht das da die CIA wieder Ihre Finger im Spiel hat.
gabeljürge 25.05.2018
2. Regime change ist allerdings gefährlich...
Die "Warnung" ist wohl mehr Stimmungsmache - und Vorbote von Projekt-Streichungen...Wer sich, auch als Ausländer, im Kreis normaler Bürger des Landes oder gar ausserhalb Managuas bewegt, läuft in Nicaragua, einem der sichersten Länder Mittelamerikas (!) keinerlei Gefahr ! "Freiwillige Helfer" allerdings, denen es mehr um regime change geht und die sich deshalb vor allem bei den Studenten der UPOLI oder der jesuitischen UCA engagieren, können schon in die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Gegnern der alt- sandinistischen Regierung und deren uniformierten oder "spontanen" Verteidiger kommen...Die politische Gemengelage des Landes ist aber auch zu kompliziert, um sich als Ausländer "im Namen der Demokratie" einzumischen - zumal die Nicaraguaner ein politisch durchaus reifes Volk sind !
Balschoiw 26.05.2018
3. Ernsthaft
Zitat von Skyscannerwird gerade der Hinterhof der CIA auf Vordermann gebracht, alle Regime die den USA nicht in den Kram passen bekommen nun auf einmal massive Bürgerunruhen. Nicht nur in Venezuela Präsident mit Nicolás Maduro, sondern jetzt auch Nicaragua mit Daniel Ortega. Wer denkt da nicht das da die CIA wieder Ihre Finger im Spiel hat.
Glauben Sie wirklich das es der USA bedürfte um die Leute in den beiden Ländern zur Revolution zu treiben? Glauben Sie wirklich Maduro wäre ein gewählter Präsident? Maduro ist ein totalitärer Despot, genauso wie Ortega. Würden SIE den Fensterkitt essen wollen, den in BEIDEN Ländern die Bevölkerung auf die Speisekarte setzen musste? Maduro lebt in Saus und Braus, genauso wie Ortega, ihre beiden Völker aber die verbrennen ihre Geldscheine und haben schlicht nichts mehr zu essen! Ortega? Lesen Sie selbst was das für eine Lichtgestalt ist: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nicaragua-studenten-von-upoli-fuehren-widerstand-an-a-1205104.html Kommt gut nach Hause oder kommt gut weiter und passt auf euch auf ihr freiwilligen Helfer. Peace
xprt007 26.05.2018
4. CIA/USA sind wirklich immer schuldig?
Zitat von Skyscannerwird gerade der Hinterhof der CIA auf Vordermann gebracht, alle Regime die den USA nicht in den Kram passen bekommen nun auf einmal massive Bürgerunruhen. Nicht nur in Venezuela Präsident mit Nicolás Maduro, sondern jetzt auch Nicaragua mit Daniel Ortega. Wer denkt da nicht das da die CIA wieder Ihre Finger im Spiel hat.
Ich komme aus einem afrikanischen Land, das seit 1965 unabhängig ist. Die ersten paar Jahren haben wir ein demokratisches Land gehabt und alles war ganz oK: Dann in 1971 putschte sich ein gewisse Idi Amin. Der war kaum gebildet ... hat absolut keine politische Erfahrung. Es war eine Frage der Zeit bis er mehrere katastrophale Veränderungen durchgesetzt hat, die zur Zerstörung der Wirtschaft und andere Strukturen geführt haben. Bis 1979, wo er vertrieben wurde haben über 800,000 Menschen ihhre Leben verloren, das Land hat kaum Freunde, ausser Gadafi und ein paar arabische Länder, obwohl es nur ca 12% Muslims gibt, wie Amin. Neue Probleme, wie Korruption, die wie der HIV-Virus im Blut sind, die vorher nicht da waren, wurde geschaffen. Nach Amin, kam sein Vorgänger Milton Obote durch was viele für manipulierte Wahle halten wieder an die Macht. Er hatte die Option das Land in die richtige Richtung zu führen. Weil es ihm am wichtigsten war an die Macht zu bleiben, tat er das nicht und würde immer mehr autoritär, bis er irgendwann vertrieben wurde. So viel zu Uganda ... Andere Länder nicht nur in Afrika, wie Singapore und Malaysia, die Kolonien waren, haben auch Unabhängigkeit meistens in den 60 Jahren erlangt. Ihre Führer haben sie aber in eine andere Richtung gelenkt. Die waren einfach nicht dumm, nicht so machtgeil oder von aussen Mächte damals wie Ostblock/Westen manipulierbar. Es ist war, dass vor dem Kollaps des Kommunismus, aussen Mächte Vieles beeinflusst haben. Wenn die CIA Lumumba nicht ermördet hat, und stattdessen den Monster Mobutu geschafft haben, damit die westliche Mächte Einfluss in der Gegend haben als Gegengewicht zu UdSSR u.a. in Angola, wäre Kongo vielleicht in der heutigen katastrophalen Lage, u.v.a. Ich denke es gilt auch für NICARAGUA, dass seit über 30 Jahren die Ursachen der meisten Problemen lokal zu finden sind. Ortega ist demokratisch wieder an die Macht gekommen, aber er missbraucht die Regierung genauso wie andere Diktatoren tun, ob in Afrika, Russland, viele GUS-Staaten, Thailand, Birma, Venezuela ... für eigene Zwecke.
Skyscanner 26.05.2018
5. Das mag ja alles richtig sein
Zitat von BalschoiwGlauben Sie wirklich das es der USA bedürfte um die Leute in den beiden Ländern zur Revolution zu treiben? Glauben Sie wirklich Maduro wäre ein gewählter Präsident? Maduro ist ein totalitärer Despot, genauso wie Ortega. Würden SIE den Fensterkitt essen wollen, den in BEIDEN Ländern die Bevölkerung auf die Speisekarte setzen musste? Maduro lebt in Saus und Braus, genauso wie Ortega, ihre beiden Völker aber die verbrennen ihre Geldscheine und haben schlicht nichts mehr zu essen! Ortega? Lesen Sie selbst was das für eine Lichtgestalt ist: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nicaragua-studenten-von-upoli-fuehren-widerstand-an-a-1205104.html Kommt gut nach Hause oder kommt gut weiter und passt auf euch auf ihr freiwilligen Helfer. Peace
was Sie geschrieben haben, aber glauben Sie das für einen Aufruhr nur unzufriedene Bevölkerungsschichten braucht. Ich denke da benötig man auch Unterstützung finanzieller Art und möglicherweise auch militärische Unterstützung in Form Logistik oder von Waffenlieferungen. Denn ohne diese Unterstützung aus dem Ausland kann kein Aufstand gelingen oder sich lange halten. Da kommt nach meiner Meinung nur die CIA in Frage, da es sich hierbei um eher sozialistische Regierungen handelt. Da sind Russland oder China außen vor. Ein politischer Aufstand funktioniert in den seltenen Fällen nur miteiner Art Nachbarshilfe und wenn man Waffen braucht geht man so eben einfach in den Keller und diese raus holt. Ansonsten können sich Diktatoren sich nur lange halten, wenn die Großmächte (z. B. USA oder Russland) Ihre nutzen daraus haben, ansonsten gibt es halt Aufstände / Unruhen.
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