Streit über Brüsseler Haushalt: Camerons Vize warnt vor EU-Aus für Großbritannien
Abtrünnige Konservative haben den britischen Premier Cameron bei einer Abstimmung über den EU-Haushalt blamiert - nun warnt sein Vize Clegg von den Liberalen vor dramatischen Folgen für Londons Europapolitik: "Das könnte dazu führen, dass das Vereinigte Königreich am Ende nicht mehr in der EU ist."
London - Nach der Abstimmungsniederlage der Regierung im Parlament haben die britischen Liberalen ihren konservativen Koalitionspartner vor einem Konfrontationskurs gegen die EU gewarnt. Der ablehnende Kurs könne die Mitgliedschaft des Königreichs in der Europäischen Union gefährden, sagte der stellvertretende Premierminister Nick Clegg am Donnerstag in London. "Am Ende könnte das Vereinigte Königreich nicht mehr in der Union sein."
"Sie werden niemals etwas erreichen, wenn Sie mit den Füßen stampfen und sagen, 'wir wollen Mitglied in diesem Club sein, aber einseitig die Spielregeln ändern und allein darüber entscheiden, was wir unterschreiben'", fügte der Chef der europafreundlichen Liberal-Demokraten hinzu. Eine solche Haltung könnte die EU in ihrem Haushaltsstreit in die Krise stürzen und Großbritannien an den Rand oder aus der Union drängen.
Zahlreiche europakritische Abgeordnete der Konservativen Partei von Premierminister David Cameron hatten am Mittwoch mit der Opposition gestimmt und Kürzungen im EU-Haushalt gefordert. Die Regierung wollte dagegen die Ausgaben auf dem bisherigen Stand festschreiben.
Erste schwere Niederlage für Cameron
Finanzminister George Osborne schwenkte inzwischen auf die Linie der EU-Gegner ein. "Wir wollen eine Kürzung des EU-Haushalts", sagte Osborne im BBC-Hörfunk. "Wir werden unser Veto gegen jede Einigung einlegen, die nicht im Interesse der britischen Steuerzahler ist." Die Stimmung der britischen Öffentlichkeit habe sich gegen die EU gewendet, ergänzte der konservative Politiker.
Die Gegenstimmen aus den eigenen Reihen haben Cameron die erste schwere Schlappe seit seinem Amtsantritt 2010 beigebracht. Die Niederlage könnte aber seine Verhandlungsposition in Brüssel stärken, weil er darauf hinweisen könnte, dass ihm das Parlament in London die Hände gebunden habe.
Zwar ist die vom Unterhaus verabschiedete Resolution nicht bindend. Die Abstimmungsniederlage schürte jedoch Zweifel, ob Cameron die EU-Kritiker in seiner Partei noch bändigen und die Koalition mit den europafreundlichen Liberaldemokraten zusammenhalten kann.
Das Verhältnis der Briten zur EU ist auf einem Tiefpunkt. Cameron redet zwar einem Austritt aus der Gemeinschaft nicht das Wort, hat aber eine Überprüfung der Vor- und NaEchteile der EU-Mitgliedschaft angekündigt.
hen/Reuters
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- Donnerstag, 01.11.2012 – 12:50 Uhr
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Fläche: 242.495 km²
Bevölkerung: 62,262 Mio.
Hauptstadt: London
Staatsoberhaupt:
Königin Elizabeth II.
Regierungschef: David Cameron
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