Nicolas Hulot Frankreichs Umweltminister kündigt Rücktritt an

Frankreichs Umweltminister hat genug von seinem Job: Nicolas Hulot will nach eigenen Worten zurücktreten - es gebe zu wenig Fortschritte im Umweltbereich. Für Präsident Macron ist dies ein schwerer Schlag.

Nicolas Hulot
AFP

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Der französische Umweltminister Nicolas Hulot hat angekündigt, von seinem Amt zurückzutreten. "Ich treffe die Entscheidung, die Regierung zu verlassen", sagte der 63-Jährige im Radiosender France Inter an. Er begründete seinen Schritt mit mangelnden Fortschritten im Umweltbereich.

Sein Entschluss sei das Ergebnis einer "Anhäufung von Enttäuschungen". "Es ist eine Entscheidung der Aufrichtigkeit und der Verantwortung", sagte Hulot. Er habe sich in den 14 Monaten im Amt "völlig allein" gefühlt.

Obwohl Präsident Emmanuel Macron der Klima- und Umweltpolitik in Reden einen großen Stellenwert einräumt, konnte sich Hulot in wichtigen Fragen nicht durchsetzen. Dies galt etwa für die Schließung baufälliger Atomkraftwerke, die Hulot auf unbestimmte Zeit verschieben musste. Auch mit einem Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat stieß der Minister auf Widerstand.

Sprecher der Regierung bedauert die Entscheidung

Über einen möglichen Rückzug Hulots war deshalb bereits häufiger in den vergangenen Monaten spekuliert worden. Präsident Macron habe er allerdings noch nicht informiert, sagte Hulot im Radio. Benjamin Griveaux, ein Sprecher der Regierung, erklärte kurz nach der Ankündigung, er bedaure den Rücktritt, und sprach von "vielen Erfolgen" im ersten Jahr, die auf Hulot zurückgingen.

Hulot war im Mai 2017 mit der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe angetreten. Laut Umfragen ist er in der Bevölkerung beliebt. Sein offizieller Titel lautet: "Staatsminister, Minister des ökologischen und solidarischen Übergangs".

Der angekündigte Rücktritt Hulots ist ein weiterer Schlag für Macron. Der 40-Jährige hat vor knapp einem Jahr eine weitreichende EU-Reform vorgeschlagen, die aber wegen Blockaden in der Europäischen Union bisher nicht die gewünschten Erfolge zeigt.

aev/dpa/Reuters

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