Sanktionen gegen Venezuela Maduro weist US-Top-Diplomaten aus

Venezuelas Präsident Maduro reagiert auf die neuen Wirtschaftssanktionen der USA. Hohe Diplomaten Washingtons müssen das südamerikanische Land verlassen - darunter der Geschäftsträger.

Nicolás Maduro, Präsident von Venezuela
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Nicolás Maduro, Präsident von Venezuela


Nach den neuen US-Sanktionen gegen Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro den obersten US-Diplomaten des Landes verwiesen. Er erklärte den Geschäftsträger Todd Robinson zur unerwünschten Person und forderte ihn auf, innerhalb von 48 Stunden das Land zu verlassen. Auch den Chef der politischen Abteilung der US-Botschaft in Caracas, Brian Naranjos, rief er zur Ausreise auf.

Maduro warf den Diplomaten Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas vor. "Mit den Sanktionen will die US-Regierung ihre Aggressionen gegen Venezuela ausweiten", sagte Maduro. Venezuela dürfe nicht bedroht werden.

US-Regierung: Möglichkeiten verbauen, an frisches Geld zu kommen

Die USA gehören zu den schärften Kritikern der sozialistischen Regierung in Venezuela: Nach Maduros umstrittener Wiederwahl am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump weitere Sanktionen verhängt. Sie sollen bestehende US-Maßnahmen ergänzen. Der Regierung in Caracas sollten weitere Möglichkeiten verbaut werden, an frisches Geld zu kommen, erklärten Vertreter der US-Regierung.

Konkret wird allen US-Firmen und -Bürgern untersagt, der Regierung Venezuelas dabei zu helfen, Besitz- oder Anlagegüter zu verkaufen. Gleiches gilt für die Zentralbank und die Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela. Ein US-Regierungsvertreter sagte, Mitglieder von Maduros Regierung würden zu ihrer eigenen Bereicherung "alles verkaufen, was nicht festgeschraubt ist".

Zahlreiche Staaten erkennen Wahlergebnis nicht an

Maduro war nach Angaben des Wahlamts am Sonntag mit 68 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Die Opposition und zahlreiche Staaten verurteilten die Abstimmung allerdings als undemokratisch und erkannten das Ergebnis nicht an. Bereits im vergangenen Jahr hatte Maduro das von der Opposition kontrollierte Parlament entmachten und Proteste gegen seine Regierung blutig niederschlagen lassen.

Mehrere lateinamerikanische Staaten riefen nach der umstrittenen Wahl ihre Botschafter aus Caracas für Konsultationen zurück. "Das waren nicht die freien, fairen und transparenten Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Rande des G20-Außenministertreffens in Buenos Aires. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kritisiert die Präsidentenwahl in Venezuela als intransparent und unglaubwürdig.

ans/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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einwerfer 22.05.2018
1. Maduros Probleme
gehen bereits einer Lösung entgegen: der Ölpreis nähert sich nämlich wieder den 80 $/Barrel und steigt evtl. noch weiter. Gut für Maduro aber auch gut für die USA, deren Fracking-Produkte langsam wieder konkurrenzfähig werden.
retep_2003 22.05.2018
2. Leider ..........
hat schon Hugo Chaves das Öl für die nächsten 20 Jahre verkauft, um an frisches Geld zu kommen. Das war schon 2011. Und bei 100$ gab es in dem Land auch nichts zu kaufen. Also das wird nix !!!!!!
dasmagazin2017 22.05.2018
3. Was soll das?
Wieso jetzt zusätzliche US-Sanktionen? Tut mir leid, aber die USA liefern grad jedem, der sich gar nicht oder wenig auskennt, den Beweis dafür, dass nur die USA die Schuld für die Katastrophe in diesem Land tragen. Ist das so? Wenn man sich Trumps Gebaren in den letzten Wochen anschaut, dann muss man sagen: wird wohl so sein.
spon-facebook-10000523851 22.05.2018
4. Was soll ich sagen,
der CIA ist auch nicht mehr das, was er vor 20 Jahren mal war. Da gingen Regierungswechsel oft ganz flott.
goldstein.84 22.05.2018
5. Was geht einem Maas
die Wahlen in Venezuela an, muss er überall seinen Senf dazu geben ? In Venezuela ist sogar das Kellogs Werk verstaatlicht, da gibt es für Heuschrecken und Parasiten nichts zu holen daher versuchen Sie mit Falschmeldungen a la SPON es schlecht zu machen. Venezuela hat die grössten öl vorkommen der Welt, es versucht gerade sich vom Petro-$ zu verabschieden also ÖL gegen Petro und nicht gegen Dollar mit China, Russland sowie Indien und Türkei wird ÖL ohne Dollar gehandelt. Das ist tödlich für die USA daher werden Sie alles mögliche tun um Maduro los zu werden...
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