Paris - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy schließt nach eigenen Worten eine Niederlage bei der Präsidentenwahl nicht aus. Der Vorsprung seines sozialistischen Herausforderers François Hollande in den Meinungsumfragen deute darauf hin, dass seine Tage an der Macht gezählt seien, sagte Sarkozy am Wochenende bei einem Besuch in Französisch-Guayana vor Mitarbeitern und ausgewählten Journalisten in vertraulicher Runde.
"Erstmals in meinem Leben habe ich das Ende meiner Karriere vor Augen", zitierten die Zeitungen "Le Monde" und "Le Figaro" am Dienstag aus dem Hintergrundgespräch.
Sarkozy liegt seit Monaten hinter dem Sozialisten Hollande in den Umfragen zurück. Die Rechtsextremistin Marine Le Pen und der Zentrist François Bayrou sind ihm dicht auf den Fersen. Umfragen sagen Hollande einen Vorsprung von zehn Prozentpunkten vor Sarkozy voraus, falls es zu einer Stichwahl kommt.
Ein Berater nennt die Äußerung "ehrlich"
Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet, die den auf Zeitungsfotos versteinert wirkenden Sarkozy nach Französisch-Guayana begleitet hatte, bemühte sich, die Äußerungen des Präsidenten herunterzuspielen. Die Medien gäben Sarkozys Worten eine falsche Richtung.
Ein langjähriger Sarkozy-Berater hingegen bezeichnete dessen Äußerungen als ehrlich. Sarkozy hoffe auf den Wahlsieg, wisse aber, dass er verlieren könne. "Stellen Sie sich vor, er hätte sich als unschlagbar hingestellt. Die Schlagzeile hätte gelautet: 'Der Kerl ist verrückt'."
Die Herabstufung der französischen Spitzenbonitätsnote durch die Ratingagentur Standard & Poor's gilt als schwerer Rückschlag für Sarkozys Bemühungen um eine Wiederwahl. Vor Vertrauten hat sich der Präsident gleichwohl zuversichtlich gezeigt, die Abstimmung am 22. April und am 6. Mai nach einer Aufholjagd doch noch gewinnen zu können. Er werde Fehler eingestehen und sich zugleich als der Politiker empfehlen, der Frankreich am besten aus der Krise führen könne.
wal/Reuters
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