Frankreich Sarkozy vergleicht Flüchtlingsaufkommen mit Wasserrohrbruch

Nicolas Sarkozy sorgt mit einem Vergleich für Empörung: Er kritisierte die EU-Pläne zur Flüchtlingsquote - und bemühte dafür die Logik eines Klempners.

Ex-Präsident Sarkozy: "Mangelnder Respekt"
AFP

Ex-Präsident Sarkozy: "Mangelnder Respekt"


Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy hat die europäische Antwort auf das Flüchtlingsproblem kritisiert. Die von der EU vorgeschlagene Quotenverteilung sei so, als ob ein Klempner bei einem Rohrbruch das Wasser in der ganzen Wohnung gleichmäßig verteilen wolle, sagte der konservative Politiker bei einem Treffen von Parteimitgliedern der Republikaner.

Bei der Veranstaltung in L'Isle-Adam nördlich von Paris sagte er unter dem Gelächter seiner Anhänger: "In einem Haus gibt es ein Wasserrohr, das explodiert, und das Wasser breitet sich in der Küche aus. Der Klempner trifft ein und sagt: Ich habe eine Lösung. Wir behalten die Hälfte in der Küche, tun ein Viertel ins Wohnzimmer, ein Viertel ins Schlafzimmer, und wenn das nicht reicht, bleibt noch das Kinderzimmer."

Es gilt als wahrscheinlich, dass Sarkozy sich 2017 wieder zur Wahl stellen will. In der Vergangenheit fiel er bereits öfter durch seine provokante Wortwahl auf: Bei Jugendkrawallen 2005 wollte er als damaliger Innenminister zum Hochdruckreiniger greifen und die Pariser Vorstädte "mit dem Kärcher vom Gesindel befreien".

Gesellschaften müssten Durchmischung der Völker nicht fürchten, doch müsse darüber diskutiert werden, wie viele Menschen ein Land aufnehmen könne und wie sie aufgenommen werden, sagte Sarkozy bei der Veranstaltung.

Die EU müsse außerdem eine Debatte über das Staatsbürgerschaftsrecht führen. In Frankreich gilt, dass Kinder, die auf französischem Boden geboren werden, die französische Nationalität erhalten. Mehrere Republikaner sprachen sich aber kürzlich dafür aus, die Nationalität abhängig von der Herkunft der Eltern zu machen.

Staatssekretär Jean-Marie Le Guen warf ihm im Sender iTele "mangelnden Respekt vor den Betroffenen" vor.

kry/AFP/dpa

insgesamt 144 Beiträge
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Seite 1
schlaueralsschlau 19.06.2015
1. Los Afd- Anhänger
Steilvorlage ;)
bonngoldbaer 19.06.2015
2.
"Mehrere Republikaner sprachen sich aber kürzlich dafür aus, die Nationalität abhängig von der Herkunft der Eltern zu machen." Eine hervorragende Idee. Dann könnte der Ungar Sarkozy nicht noch einmal Präsident werden.
archback 19.06.2015
3.
Empörung schon, aber so wird man Präsident von Frankreich.
zyn666 19.06.2015
4. Wo
er Recht hat, hat er Recht
otto_iii 19.06.2015
5. 527
Anstatt sich zu empören (worüber genau eigentlich?) sollten sich die Kritiker inhaltlich mit seinen Aussagen auseinandersetzen.
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