Erklärung in "Le Figaro" Sarkozy beklagt angebliche "Verleumdung"

Korruption, illegale Wahlkampffinanzierung, Unterschlagung: So lauten die Vorwürfe in der Ermittlung gegen Nicolas Sarkozy. Der Ex-Präsident Frankreichs streitet das ab - und erhebt selbst Vorwürfe.

REUTERS

Auf seinem Weg zur französischen Präsidentschaft soll Nicolas Sarkozy sich schwerer Finanzdelikte schuldig gemacht haben. Deshalb läuft seit Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn. Für den ehemaligen Staatschef ist all das "Verleumdung". Das habe Sarkozy den Ermittlern erklärt, schreibt die französische Zeitung "Le Figaro".

Die Zeitung veröffentlichte auf ihrer Internetseite eine längere Erklärung Sarkozys, die er gegenüber den Behörden gegeben haben soll. Seit 2011 werde ihm durch "diese Verleumdung das Leben zur Hölle gemacht", sagte Sarkozy demnach. Er kritisierte, dass die Vorwürfe gegen ihn lediglich auf "Aussagen des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi, dessen Sohn, Neffen, Cousin, Sprecher und Ex-Ministerpräsident" beruhten. "Greifbare Beweise" gebe es nicht.

Von 2007 bis 2012 war Sarkozy Präsident in Frankreich. Der Skandal um den 63-Jährigen bezieht sich auf den Wahlkampf vor seiner gewonnen Wahl vor elf Jahren. Sarkozy soll mehrere Millionen Euro vom libyschen Regime um Muammar Gaddafi erhalten haben.

Zu den weiteren Vorwürfen zählen illegale Wahlkampffinanzierung und Unterschlagung öffentlicher libyscher Gelder. Zwei Tage lang wurde Sarkozy befragt, schon am Dienstag war er festgenommen worden.

aev/AFP/Reuters



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