Frankreich Konservative UMP kürt Sarkozy zum Parteichef

Die Operation Comeback nimmt Fahrt auf: Nicolas Sarkozy ist zum neuen Vorsitzenden seiner konservativen Partei UMP gekürt worden. Frankreichs Ex-Präsident hat jetzt die Wahl im Jahr 2017 im Blick.

Nicolas Sarkozy (Archiv): Neuer Parteichef der UMP
AFP

Nicolas Sarkozy (Archiv): Neuer Parteichef der UMP


Paris - "Monsieur Bling Bling" setzt zur Rückkehr in den Élysée-Palast an. Im Rennen um die nächste Präsidentschaftswahl in Frankreich hat Nicolas Sarkozy, 59, als potenzieller Aspirant der Konservativen einen Zwischensieg errungen. Mit 64,5 Prozent der Stimmen wählten die Mitglieder der Oppositionspartei UMP den französischen Ex-Präsidenten zu ihrem neuen Vorsitzenden.

Weit abgelegen kam Sarkozys größter Herausforderer, der frühere Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire, auf lediglich 29 Prozent der Stimmen. Rund sechs Prozent erhielt Hervé Mariton. Die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent. Etwa 268.000 UMP-Mitglieder waren zum Urnengang aufgerufen worden.

Bereits von 2004 bis 2007 stand Sarkozy an der Spitze der konservativen gaullistischen Partei. Als Staatschef Frankreichs regierte der Gatte von Carla Bruni fünf Jahre lang die "Grande Nation" - bis er 2012 im Wahlkampf gegen den sozialistischen Herausforderer François Hollande verlor.

Machtkämpfe, Streit über ihre politische Ausrichtung, Finanzprobleme und Affären: Die UMP befindet sich in der Krise. Unter seiner Führung will Sarkozy mit der konservativen Partei eine neue Richtung einschlagen. Der frühere Präsident erwägt unter anderem eine Änderung des Parteinamens.

Jedoch ist der Rückhalt in der Partei nicht unbedingt mit Sympathie in der Bevölkerung gleichzusetzen: Die Franzosen wollen Sarkozy tendenziell nicht zurückhaben.

Im September war Sarkozy auf die politische Bühne zurückgekehrt. Eigene Fehlschritte haben sein politisches Erbe und gesellschaftliches Ansehen erschüttert - vor allem wegen zahlreicher Korruptionsaffären steht Sarkozy im Kreuzfeuer der Kritik. So ermittelt die französische Justiz unter anderem wegen des Verdachts der versuchten Bestechung eines Staatsanwalts. Ihm wird vorgeworfen, sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren verschafft zu haben. Sarkozy kam deswegen sogar zeitweise in Polizeigewahrsam.

Zuletzt war der ehemalige französische Staatschef wegen eines vor vier Jahren abgeschlossenen Hubschrauberdeals in Milliardenhöhe mit Kasachstan unter Bedrängnis geraten: Mitarbeiter aus Regierungskreisen werden der Bestechung ausländischer Beamter und der Geldwäsche verdächtigt.

daf/dpa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
mipez 29.11.2014
1.
Endlich mal wieder erfreuliche Nachrichten aus Frankreich.
licorne 29.11.2014
2. Das wäre der Albtraum
2017 zur Präsidentschaftswahl dieselben Kandidaten wie bei der letzten Wahl 2012: Sarozy, Hollande, LePen.
spon-facebook-1205650548 29.11.2014
3. Schlechter Score
Ihr Beitrag ist leider unvollständig : unter 70% ist ein sehr schlechter Score für Sarkozy, der auf >80% hoffte. Bruno Le Maire hat Sarkozy mit seinen unerwarteten 29% die "Rückkehr als Messias" ziemlich vermasselt...
usmc-patrol 29.11.2014
4. Ooooch schon wieder...
..der Klassiker MerKozy. Wahrscheinlich hat ihn seine schöne " Alte" wieder zur Arbeit geschickt.
gopferklemmi 29.11.2014
5. Die beste Wahl
Er ist zwar 2012 aus dem Amt gejagt worden aber angesichts seiner Kontrahenten der Beste Kandidat. LeMaire wäre vielleicht auch nicht so schlecht, aber so läuft wenigstens alles auf eine Kandidatur von Sarkozy heraus 2017. Denn es ist ziemlich sicher dass der Kandidat der konservativen 2017 Präsident werden wird : Die linken sind zerstritten und dank Hollande für länger weg vom Elysee Palast und werden dennoch LePen verhindern wollen, demnach wohl oder übel UMP (oder deren Nachfolger) wählen. Die Alternative zu Sarkozy als UMP Kandidat (also als Präsident) wäre Juppé, doch der biedert sich zur Zeit den linken an, und würde wohl im grossen und ganzen die schlechte Politik Hollandes weiterführen. Sarkozy traue ich dann doch eher wirkliche Reformen zu, auch wenn er natürlich nur aus Mangel an Alternativen der beste Kandidat ist.
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