Niederlande: Hassprediger ruft zum Köpfen von Wilders auf

Der niederländische Politiker Geert Wilders ist schockiert: Ein prominenter Hassprediger hat radikale Muslime dazu aufgerufen, den Rechtspopulisten zu köpfen. Der Politiker habe sie und den Propheten beleidigt.

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dpa

Geert Wilders: Im Visier eines Hasspredigers

Amsterdam - Die niederländische Zeitung "Telegraaf" veröffentlichte in ihrer Online-Ausgabe eine Tonaufzeichnung: Auf ihr ist angeblich eine Internetkonferenz mit niederländischen Anhängern des libanesisch-australischen Hasspredigers Feiz Muhammed, 40, zu hören. Darauf sagt ein englischsprechender Mann, den die Zeitung als den Hassprediger identifizierte: "Wer unsere Lehre verspottet, über den Islam lacht und ihn erniedrigt, muss getötet werden, enthauptet ihn, hackt ihm seinen Kopf ab!" Wilders habe Muslime und ihren Propheten beleidigt und müsse dafür sterben, forderte er. Wie alt die Aufnahme ist, ist allerdings unklar.

Vor sechs Jahren hatte ein Muslimfanatiker den Filmregisseur Theo van Gogh in der Öffentlichkeit niedergeschossen und ihm dann die Kehle durchgeschnitten. Geert Wilders reagierte schockiert auf den Mordaufruf. Er nehme die Drohung ernst, sagte der Rechtspopulist. Er stehe im Kontakt mit der niederländischen Anti-Terrorismus-Behörde NCTB. Vom Geheimdienst AIVD, der laut "Telegraaf" ebenfalls über die Tonaufnahme verfüge, verlangte Wilders Auskunft, wieso er erst durch die Zeitung von dem Aufruf erfahre, ihn zu enthaupten. Der umstrittene Chef der Partei für Freiheit (PVV) wird schon seit Jahren rund um die Uhr von Personenschützern der Regierung bewacht.

Wilders hatte 2008 Muslime in aller Welt verärgert, als er in seinem Internetvideo "Fitna" den Islam als Ideologie des Terrorismus darstellte. In Reden und Interviews setzte er den Koran mit Hitlers "Mein Kampf" gleich, nannte den Islam eine "faschistische Ideologie" und verunglimpfte dessen Propheten als "Barbaren, Massenmörder und Pädophilen". In einem australischen Fernsehinterview wiederholte er erst kürzlich seine scharfen Angriffe und verlangte erneut, die Einwanderung von Muslimen in den Westen zu stoppen.

Islamprediger Feiz Muhammed, der unter jungen radikalen Muslimen in vielen Ländern populär ist, hat immer wieder mit extremen Äußerungen für Aufsehen gesorgt, darunter mit beleidigenden Angriffen auf Juden. Frauen, die vergewaltigt werden, seien daran selbst schuld, wenn sie Miniröcke oder enge Jeans tragen würden, behauptete er. Über gezielte Aufrufe des Predigers zur Ermordung einzelner Islamgegner war jedoch bislang nichts bekannt geworden.

als/dpa

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