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Niederlande: Rechtspopulist fordert Koran-Verbot

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders nennt den Koran ein islamistisches "Mein Kampf" - und fordert, das Werk ebenso zu verbieten wie Adolf Hitlers Hetztiraden.

Den Haag - "Der Kern des Problems ist der faschistische Islam, die kranke Ideologie von Allah und Mohammed, wie sie in dem islamistischen 'Mein Kampf' niedergelegt ist", schrieb Wilders in einem Brief an die niederländische Zeitung "de Volkskrant". In verschiedenen Suren des Korans würden Muslime aufgerufen, Juden, Christen, Andersgläubige und Ungläubige zu unterdrücken, zu verfolgen oder zu ermorden. "Suren im Überfluss, die die Muslime zu Tod und Verderben aufrufen und anstiften", schreibt Wilders.

Niederländischer Rechtspopulist Wilders: "Ich habe genug von dem Koran"
AFP/ ANP

Niederländischer Rechtspopulist Wilders: "Ich habe genug von dem Koran"

"Ich habe genug von dem Koran in den Niederlanden: Verbietet das faschistische Buch. Genug ist genug", endet der Brief. In diesem verlangt Wilders auch, dass keine muslimischen Einwanderer mehr in die Niederlande kommen und keine Moscheen mehr gebaut werden dürfen.

Anlass für die Forderung des Oppositionspolitikers waren mehrere gewalttätige Überfälle auf einen jungen Mann, der den muslimischen Glauben aufgegeben und ein Komitee für Gleichgesinnte gegründet hat. Der Mann war Wilders zufolge mehrfach von jungen Muslimen zusammengeschlagen worden. Nun steht der Angegriffene unter Polizeischutz.

Wilders gilt als Nachfolger von Pim Fortuyn

Wilders hatte im vergangenen Jahr die Partei für die Freiheit (PVV) gegründet, die offensiv gegen den Islam und für strenge Ausländerpolitik eintritt. Bei der Parlamentswahl im vergangenen November kam er auf Anhieb ins Parlament, wo er bis dahin als unabhängiger Abgeordneter gesessen hatte. Seine Partei eroberte bei der Wahl neun der 150 Sitze. Wilders ist nun der Fraktionschef.

Wilders fiel bereits mehrfach auf: Nach der Parlamentswahl forderte er ein Verbot für den Neubau von Moscheen. Im Frühjahr griff er dann zwei sozialdemokratische Staatssekretäre heftig an, die neben der niederländischen auch die türkische beziehungsweise marokkanische Staatsangehörigkeit besitzen.

Der Rechtspopulist gilt als Thronfolger des ermordeten Pim Fortuyn. Auch dieser hatte in den Niederlanden mit islam-kritischen Äußerungen polarisiert. Kurz vor den Parlamentswahlen 2002 wurde Fortuyn erschossen.

fba/dpa

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