Hilfsfonds für Abtreibungsberatung Niederlande springen Frauen bei

Donald Trump hat Hilfsgelder für Organisationen gestrichen, die Frauen zu Abtreibungen beraten. Das wollen die Niederlande nicht hinnehmen: Aus einem Fonds sollen die ausfallenden Mittel ausgeglichen werden.

Demonstranten in Washington (Archivbild)
AFP

Demonstranten in Washington (Archivbild)


Die Niederlande reagieren auf die Anti-Abtreibungspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Mit einem internationalen Fonds für sichere Schwangerschaftsabbrüche soll auch künftig die Arbeit von Organisationen in Entwicklungsländern gesichert werden.

Trump hatte in einer seiner ersten Amtshandlungen die Zahlung von staatlichen Hilfen an ausländische Organisationen gestoppt, die sich für Familienplanung und Abtreibungen in armen Ländern einsetzen. Frauen dürften kein Opfer dieser Politik werden, begründete Entwicklungshilfeministerin Lilianne Ploumen nun den neuen Fonds.

Frauen in Entwicklungsländern müssten Zugang zu sexueller Aufklärung, Verhütungsmitteln und wenn nötig auch sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben, sagte Ploumen. "Ein Verbot von Abtreibung führt nicht zu weniger Abtreibungen, sondern zu mehr unverantwortlichen Praktiken in Hinterzimmern und zu mehr Müttersterblichkeit."

Der Fonds soll helfen, die ausfallenden Mittel aus den USA "so weit wie möglich" auszugleichen, sagte die niederländische Ministerin. An dem Fonds sollen sich Staaten, Unternehmen und Organisationen beteiligen. Ploumen will nach Medienberichten deshalb noch diese Woche Kontakt zu ihren Kollegen in Europa und Lateinamerika aufnehmen.

Weltweit ist die Kritik an Trumps Abtreibungsdekret groß. Aus Sicht der Stiftung Weltbevölkerung (DSW) gefährdet die Entscheidung die Gesundheit Tausender Mädchen und Frauen. "Das bedeutet, dass Millionen Mädchen und Frauen sich nicht mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen können und ihnen im Falle von Gewalt keine sicheren Abtreibungsdienste zur Verfügung stehen", sagte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr.

Trump ist nicht der erste US-Präsident, der diese Regelung verfügt. Auch Ronald Reagan und George W. Bush verfügten den Stopp von Hilfszahlungen an Organisationen, die Abtreibungen unterstützten. Die Regelung wurde jeweils von den demokratischen Präsidenten wieder aufgehoben.

brk/dpa/AFP



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