Den Haag - Für seine "Partei für die Freiheit" (PVV) hatte Geert Wilders bei den Kommunalwahlen in Den Haag auf dem ersten Listenplatz kandidiert. Nun wird der Rechtspopulist dort in den Stadtrat einziehen, wie eine Sprecherin der Stadt am Montag bestätigte.
Er habe sich nach anfänglichem Zögern für das Amt des Stadtrats entschieden, sagte Wilders der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. "Ich werde es auf jeden Fall eine Zeit lang versuchen", erklärte er. Wilders ist auch Abgeordneter des niederländischen Parlaments. Den Haag ist auch der Sitz der Regierung.
Die PVV war bei den niederländischen Kommunalwahlen vergangene Woche nur in zwei Städten angetreten. In Den Haag kam die Partei mit knapp 17 Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz hinter der sozialdemokratischen PvdA. Im östlich von Amsterdam gelegenen Almere wurde Wilders' Partei sogar stärkste Kraft.
Da die Kommunalwahlen als wichtiger Stimmungstest für die vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni gelten, sieht der Rechtspopulist seine Partei auf der Erfolgsspur.
Am 9. Juni wird Wilders' Partei auch bei den Parlamentswahlen an den Start gehen. Die Niederländer sind dann zum Urnengang aufgerufen, nachdem die Regierungskoalition des christdemokratischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende am Streit um den Afghanistan-Einsatz des Landes zerbrochenist.
Die PVV kämpft nach eigenen Angaben gegen eine Islamisierung der Niederlande und trat erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 2006 bei Kommunalwahlen an. Die Partei wirbt für einen Baustopp für Moscheen und macht sich für ein Zuwanderungsverbot aus muslimischen Ländern stark. Parteigründer Wilders hatte im März 2008 mit seinem umstrittenen, islamkritischen Kurzfilm "Fitna" für Aufsehen gesorgt. Ihm steht deshalb ein Prozess wegen Volksverhetzung bevor.
mmq/AFP
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