Niger Selbstmordattentäter greifen Uranmine an

Selbstmordattentäter haben eine Uranmine und ein Militärcamp in Niger attackiert. Auf dem Stützpunkt in Agadez brachen daraufhin Gefechte aus. Mindestens zehn Menschen sollen getötet worden sein.


Agadez - Die französische Regierung hat bestätigt, dass bei den Angriffen in Niger viele Menschen gestorben sind. Wieviele Opfer in dem westafrikanischen Staat genau beklagt werden, ist unklar. Die Agentur AFP meldet zehn Tote, Reuters sogar 22 Tote.

Selbstmordattentäter hatten zuvor Anschläge auf eine Urananlage sowie ein Militärcamp gestartet. Auf dem Gelände der vom französischen Konzern Areva betriebenen Uranmine in Arlit war nach Unternehmensangaben eine Autobombe explodiert. Laut Areva wurden mindestens 13 Mitarbeiter verletzt.

Nach Angaben des nigrischen Verteidigungsministers Mahamadou Karidjo explodierte zudem ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug vor einem Militärcamp in der Stadt Agadez. Aus Militärkreisen verlautete, nach dem Anschlag auf den Stützpunkt sei ein Feuergefecht ausgebrochen. Dem Selbstmordattentäter seien weitere Terroristen gefolgt. Einer der Angreifer habe einige Soldaten als Geiseln genommen. Das Militär habe ihn umstellt. Die beiden Angriffe fanden etwa zur selben Zeit statt.

Die Regierung in der Hauptstadt Niamey macht die Islamisten der "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJAO) für die Anschläge verantwortlich.

Areva beutet seit fünf Jahrzehnten die Uranminen in Niger aus. Von dort stammt ein Großteil des Urans für die Atomkraftwerke in Frankreich. Islamisten hatten nach der französischen Intervention im benachbarten Mali damit gedroht, Einrichtungen der Europäer in der Sahel-Zone anzugreifen.

ade/AFP/dpa/Reuters

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