Nigeria Islamisten erschießen 18 Jäger auf Marktplatz

Die Todesschützen kamen in einem Auto, schossen gezielt - und verschwanden wieder: Bei einem Angriff auf einen Markt im Norden Nigerias sind 18 Menschen gestorben. Die Attacke richtete sich gegen Jäger und Fleischhändler. Behörden vermuten die Sekte Boko Haram hinter der Tat.


Abuja - Es war ein gezielter Überfall mutmaßlicher Islamisten im Norden Nigerias, binnen kürzester Zeit wurden 18 Menschen tödlich getroffen. Wie ein Vertreter der Lokalverwaltung am Dienstag sagte, ereignete sich der Überfall am Vortag auf einem Markt in Damboa. Bewaffnete Männer seien auf das Gelände gestürmt und hätten um sich geschossen.

"Bei dem Angriff wurden 18 Menschen getötet", sagte Behördensprecher Abba Ahmed. "Sie kamen in einem Pkw, führten die Aktion durch und verschwanden wieder." 13 Personen starben am Angriffsort, fünf weitere später in einem Krankenhaus.

Offenbar richtete sich die Attacke gegen Jäger und Händler, die auf dem Markt das Fleisch von erlegten Wildtieren anboten. Der Verzehr des sogenannten Bushmeat, unter anderem wilde Schweine und Affen, ist strengen Muslimen nicht erlaubt.

Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpfen Rebellen der radikalislamischen Gruppierung Boko Haram seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Die lokalen Behörden vermuten, dass auch der aktuelle Angriff auf das Konto von Boko Haram gehen dürfte.

Die Gruppe wird für zahlreiche Anschläge auf Behörden, Polizeieinrichtungen und Kirchen verantwortlich gemacht. Schätzungen zufolge töteten die Islamisten seit dem Jahr 2010 mehr als 1400 Menschen.

jok/AFP/Reuters

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