Nordosten Nigerias Boko Haram greift Stadt mit Selbstmordattentäterinnen und Granaten an

Die islamistische Boko-Haram-Miliz hat die nigerianische Stadt Maiduguri attackiert - mehrere Selbstmordattentäterinnen sprengten sich laut Augenzeugen dort in die Luft. Mindestens 15 Menschen starben.

Boko-Haram-Kämpfer (Ausschnitt aus Propagandavideo)
AFP/ Boko Haram

Boko-Haram-Kämpfer (Ausschnitt aus Propagandavideo)


Kämpfer der islamistischen Boko Haram haben die Stadt Maiduguri im Nordosten Nigerias mit Granaten angegriffen, mehrere Selbstmordattentäter der Terrormiliz haben sich Berichten zufolge zudem in die Luft gesprengt. Mindestens 15 Menschen kamen dabei nach offiziellen Angaben ums Leben - es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten deutlich höher liegen könnte. Es war der erste Angriff in Maiduguri, dem Gründungsort von Boko Haram, seit mehreren Wochen.

Nach Berichten von Augenzeugen sind Dutzende Boko-Haram-Kämpfer auf Lastwagen in die Stadt gefahren, mindestens zwei Frauen haben sich demnach in einem Vorort Maiduguris in die Luft gesprengt. Nach Regierungsangaben hat die nigerianische Armee zehn weitere Selbstmordattentäter abgefangen und getötet, bevor sie ihren Sprengstoff zünden konnten.

Der Angriff auf Maiduguri ist die zweite schwere Attacke der Islamisten binnen weniger Tage: Am ersten Weihnachtstag sind Berichten zufolge Boko-Haram-Kämpfer in das Dorf Kimba im Bundesstaat Borno eingedrungen, haben auf die Einwohner geschossen und sämtliche Häuser in Brand gesteckt. Das erzählten Wächter und Augenzeugen. Mindestens 14 Menschen kamen dabei ums Leben. Hunderte Dorfbewohner sollen in das benachbarte Biu geflohen und dort in einem Flüchtlingslager untergebracht worden sein.

Die nigerianische Regierung hatte in den vergangenen Wochen verkündet, man habe die islamistische Boko Haram geschwächt.

Boko Haram kämpft seit 2009 für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Dabei wurden mindestens 17.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Wegen der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram können mehr als eine Million Kinder nicht in die Schule gehen. Das berichten die Vereinten Nationen.

anr/AP/AFP

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